Zensus

1630 Hattinger weniger als gedacht

Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.   Auswertung des „Zensus 2011“ ergab: Nur noch 54 253 Einwohner leben hier. Überdurchschnittlich starke Abweichung von Daten des Einwohnermeldeamtes.

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Hattingen hat 1630 Einwohner weniger als gedacht. Das hat die große Volkszählung und -befragung „Zensus 2011“ ergeben. Nur 54 253 Menschen lebten danach zum Stichtag 9. Mai 2011 in Hattingen. Die städtische Internetseite weist für das Jahresende 2012 derweil noch 55 883 Hattinger Bürger aus – drei mehr als nach der letzten Volkszählung im Mai 1987. Zum Vergleich: 1990 hatte Hattingen sogar 61 129 Einwohner.

Mit der deutlichen Abweichung zu den Daten des Einwohnermeldeamtes nach unten ist Hattingen zwar alles andere als ein Einzelfall. So etwa ergab die Auswertung des bundesweiten Zensus, dass in Nordrhein-Westfalen mit exakt 17 538 251 Bürgern zum Stichtag fast 300 000 Menschen weniger wohnen als bislang angenommen (- 1,7 Prozent). Und auch die Bevölkerungszahl im Ennepe-Ruhr-Kreis wurde nach unten korrigiert – um 1,4 Prozent auf noch 326 049 Menschen zum Stichtag.

Ein Einwohner ist 350 Euro „wert“

Aber: Unter den Kreisstädten hat Hattingen prozentual das zweitgrößte Minus zu beklagen (-2,1 Prozent). Lediglich in Herdecke (22 909 Bürger; -5,8 Prozent) ist die negative Abweichung gegenüber der amtlichen Einwohnerstatistik noch größer. Zudem leben in Hattingens Nachbarstadt Sprockhövel – als einziger im EN-Kreis – sogar mehr Menschen als bislang angenommen (25 444; +0,4 Prozent).

Doch wo sind die 1630 verschwundenen Hattinger geblieben, infolge derer Hattingen im Größen-Ranking der NRW-weit 396 Städte von Rang 56 auf Rang 67 zurückgefallen ist? Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger erklärt, die Differenz zwischen Zensus-2011-Zahl und Meldeamtsregister sei wohl darauf zurückzuführen, „dass sich viele Menschen bei einem Zuzug zwar an-, aber bei einem Wegzug nicht wieder ordnungsgemäß abmelden“.

Welche finanziellen Auswirkungen die nach unten korrigierte Einwohnerzahl für Hattingen habe, sei derweil „noch nicht abzusehen“, betont Griesohn-Pflieger. Klar ist allerdings: Bislang erhält die Kommune pro Einwohner 350 Euro an Schlüsselzuweisungen vom Land; 1630 weniger Einwohner bedeuteten danach ein Einnahme-Minus von jährlich etwa 570 000 Euro.

Noch nicht abschätzen lässt sich laut Griesohn-Pflieger zudem, welche Auswirkungen die Ergebnisse des Zensus 2011 für den derzeit in Arbeit befindlichen Stadtentwicklungsplan haben werden. „Wir müssen alle Daten jetzt erst einmal in Ruhe analysieren und auswerten“, so der Stadtsprecher. Etwa die Zensus-Angaben zum Wohnraum sowie Details zu Hattingens Bevölkerung.

Die übrigens ist – wie in NRW insgesamt – mehrheitlich weiblich: Gut 28 000 Frauen leben nämlich in der Stadt. Aber nur rund 26 000 Männer.

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