Advents-Kalender

Willy-Brandt-Platz 2: Das Rathaus ist Gladbecks gute Stube

Das illuminierte beleuchtete Gladbecker Rathaus prägt den Willy-Brandt-Platz.Foto:Lutz von Staegmann/Archiv

Das illuminierte beleuchtete Gladbecker Rathaus prägt den Willy-Brandt-Platz.Foto:Lutz von Staegmann/Archiv

Gladbeck.   Eine Zahl für jeden Tag – die 2: Das historische Rathaus am Willy-Brandt-Platz trägt die Hausnummer 2.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Willy-Brandt-Platz 2 – das ist die Top-Adresse Gladbecks! Hier steht das bedeutendste Haus der Stadt, das Rathaus, inzwischen über 100 Jahre alt. Es ist das Zentrum von Politik und Verwaltung, von Repräsentation, Stadtgeschichte und Bürgerbegegnung.

Entstanden ist es freilich nicht als Rat-, sondern als Amtshaus zu einer Zeit, als Gladbeck aufstrebende Bergbaugemeinde war, zwar noch nicht Stadt, aber schon lange nicht mehr Dorf. Auf jeden Fall war Gladbeck ganz offensichtlich ein Gemeinwesen, das noch viel vor hatte, da es sich mit einem repräsentativen, wuchtigen Amtshaus wappnete.

1906 wurde der Auftrag zum Rathausbau erteilt

1906 beauftragten Gladbecks Stadtväter (Stadtmütter gab es zu jener Zeit noch nicht) den bekannten Kölner Architekten Otto Müller-Jena, entsprechende Pläne zu entwerfen. Nach seinem Entwurf war bereits das Rathaus der Stadt Recklinghausen gebaut worden. Am 1. August 1908, Gladbeck hatte gut 33 000 Einwohner, begannen die Bauarbeiten zu dem schmucken Neubau in Gladbeck, der auf freier Fläche direkt neben den bisherigen, deutlich kleineren Amtshäusern entstand.

Am 6. Dezember wurde das Amtshaus mit einem 45 Meter hohen Turm und Turmuhr eingeweiht. Es war aber kleiner, als wir es heute kennen. Ost- und Westflügel sowie die Südseite kamen erst später dazu. 1910 arbeiteten in dem Haus in elf Büroabteilungen 53 Beschäftigte. 1919 wurde Gladbeck Stadt und aus dem Amts- wurde ein Rathaus.

Schon in der 20er Jahren wurde das Rathaus erweitert

Zu diesem Zeitpunkt zählte Gladbeck schon fast 60 000 Einwohner. Daher entschied sich die Stadt 1923, das Rathaus den Anforderungen entsprechend zu erweitern und erteilte die entsprechenden Bauaufträge. Architekt Müller-Jena hatte bereits in seinen Plänen von 1908 entsprechende Erweiterungen vorgesehen.

So entstand am Ende ein Haus mit 122 Räumen – vom Ratssaal im 2. Oberschoss, in dem der 46-köpfige Stadtrat tagt, bis zur Druckerei, die sich im Kellergeschoss befindet. 85 Arbeitsplätze sind im Haus zu finden, das im Krieg durch Bomben stark beschädigt wurde. Es ist natürlich Dienstsitz des Bürgermeisters, der neben seinem Büro im 1. Stock im Empfangszimmer Gäste der Stadt willkommen heißt.

Der Platz vor dem Rathaus wandelte sich oft

Der Platz vor dem Rathaus – der Übergang von Hoch- zur Bottroper Straße – wandelte sich im Laufe der Zeit mehrfach. Heute ist er ein 7000 Quadratmeter großer Platz mit Flair. Einst war er Verkehrsknotenpunkt Gladbecks mit vierspuriger Straße, Ampeln und Straßenbahnverkehr in der Mitte. Anfang der 90er Jahre wurde der Verkehr herausgenommen, bis 1995 war der Umbau zum Platz abgeschlossen und auch die Benennung nach Altkanzler Willy Brandt erfolgt. Inzwischen hat er sich wie das Rathaus zur guten Stube der Stadt entwickelt.

>> HINTERGRUND: Besonderheiten am Rathaus

Die bleiverglasten Fenster des Ratssaales zählen zu den Besonderheiten des Rathauses. Sie zeigen Berufe zeigen, die typisch für die Stadt waren: Maurer, Kaufmann, Bauer und Bergmann. Glasmaler Wilhelm de Graaff schuf sie 1954.

Auch der Turmwächter mit Horn und Laterne, neben der Turmuhr zu finden, ist eine Besonderheit. Er erinnert an den Türmer, der im Mittelalter die Städte bewachte. Sie stammen Bildhauer Karl von Mehring.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben