Mottbruchhalde

Studie zur Windkraftanlage irritiert Anwohner

Die Stadt plant auf der Mottbruchhalde ein Freizeitareal.

Die Stadt plant auf der Mottbruchhalde ein Freizeitareal.

Foto: Hans Blossey

Gladbeck.   Auf die Halde sollen nach dem Willen von Stadt und Kreis keine Windräder. Bis ein Rechtsstreit entschieden ist, läuft das Verfahren weiter.

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Auf der Mottbruchhalde soll es keine Windkraftanlage geben, sondern ein Freizeitareal geschaffen werden – so ist es von Stadt und Politik beschlossen. Umso irritierter war Anwohnerin Dagmar Klaus, als ihr ein Schreiben des Kreises Recklinghausen ins Haus flatterte, in der eine „Studie zur optisch bedrängenden Wirkung der geplanten Windkraftenergieanlage“ auf der Mottbruchhalde angekündigt wird.

Dass seit einigen Tagen täglich mehrere Lkw auf die Halde fahren und Material nach oben transportieren, sorgte für zusätzliche Verunsicherung und führte zur Frage, ob jetzt doch Windräder auf der Mottbruchhalde gebaut werden.

Stadt gibt Entwarnung: Bebauungsplan soll Windkraft verhindern

Dazu kann Entwarnung gegeben werden. Die Stadt Gladbeck ist zuversichtlich, die Errichtung von Windrädern auf der Halde durch einen entsprechend aufgestellten Bebauungsplan verhindern zu können. Zwar hat das Unternehmen Mingas Power seit 2011 die Absicht, zwei 123 Meter hohe Windräder auf der Halde zu errichten und hat gegen die Ablehnung der beantragten Baugenehmigung durch den Kreis 2014 Klage eingereicht. Dieser Rechtsstreit ist noch nicht entschieden, liegt in zweiter Instanz dem Oberverwaltungsgericht zur Entscheidung vor.

Eben weil diese Situation noch ungeklärt ist, müsse der Kreis aber seiner Verpflichtung nachkommen und weiter am Genehmigungsverfahren arbeiten, erklärt Svenja Küchmeister, Pressesprecherin bei der Kreisverwaltung. Und darum hat Anwohnerin Klaus das Schreiben der Umweltabteilung bekommen, in dem sie gebeten wird, den Prüfern Zugang zu ihrer Wohnung zu geben. Küchmeister: „Das läuft, als gäbe es kein Rechtsverfahren.“

Erlebniswelt Halden sind geplant

Dessen ungeachtet hat der Bau- und Planungsausschuss 2016 bereits eine Veränderungssperre für das Areal erlassen, um zu verhindern, dass die Pläne für die „Erlebniswelt Halden“ durch den Bau von Windrädern zunichte gemacht werden. Parallel dazu wird derzeit ein Bebauungsplan erstellt, der Windkraft auf der Halde ausschließt. „Wir versuchen mit allen Mitteln, die Halde frei von Windrädern zu halten“, sagt Peter Breßer-Barnebeck, Leiter der Wirtschaftsförderung. Selbst wenn Mingas Power vom Oberverwaltungsgericht Recht bekäme und der Kreis als zuständige Behörde eine Genehmigung erteilen müsste, wäre die Errichtung von Windkraft auf der Halde durch den dies ausschließenden Bebauungsplan nicht möglich.

Warum nun aber die Lkw auf die Halde fahren? Darauf hat Ulrich Aghte von der RAG-Pressestelle eine Antwort: „Die Wege sind durch die jahrelange große Belastung stark erodiert und müssen neu gemacht werden. Ebenso werden Wasserrinnen angelegt“, erklärt er. Dazu müsse Material auf die Halde geschafft werden. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern.

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