100 Jahre 100 Stimmen

Städtischer Musikverein begeistert mit Carmina Burana

Mit Unterstützung von Solisten und weiteren Chören brillierten die Sänger des Städtischen Musikvereins und das Sinfonieorchester Ruhr auf der Bühne der Stadthalle.

Mit Unterstützung von Solisten und weiteren Chören brillierten die Sänger des Städtischen Musikvereins und das Sinfonieorchester Ruhr auf der Bühne der Stadthalle.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Unter dem Motto 100 Jahre - 100 Stimmen hatte der Musikverein Gladbeck zur Aufführung der Carmina Burana geladen. Das Publikum war begeistert.

Unter dem Motto „100 Jahre - 100 Stimmen“ hatte der Städtische Musikverein Gladbeck zu einer Aufführung der Carmina Burana geladen „Mit 200 Aufführenden sind wir für die nächsten 100 Jahre schon in Vorleistung gegangen“ erklärte Zdenko Sojčić, der die Gesamtleitung innehatte, mit einem Augenzwinkern zu Beginn der Veranstaltung.

In der voll besetzten Mathias-Jakobs-Stadthalle standen neben den Sängern des Städtischen Musikvereins Gladbeck e.V., der Madrigalchor der Stadt Bochholt, der Unter- und Mittelstufenchor des Ratsgymnasium Gladbeck, das Sinfonieorchester Ruhr, das Ehepaar Rainer Maria und Jung-Hoon Klaas an den beiden Klavieren, sowie als Solisten Nadja Wuchinger, Sopran, Ilja Aksonov, Tenor und Kevin Dickmann, Bariton auf der fast zu kleingeratenen Bühne. Man kann es schon vorab verraten, die Aufführung war grandios.

Eine Kantate mit viel Lust am Spiel und am Gesang

Mit viel Lust am Spiel und am Gesang wurde die szenische Kantate aufgeführt, die Carl Orff in den Jahren 1935/36 auf Grundlage von mittelalterlichen Texten aus den Beurer Liedern (Carmina burana) komponierte. Die Carmina Burana sind aufgebaut wie ein Triptychon, das eingerahmt wird von einem mächtigen Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna. Die Texte sind in mittelhochdeutsch oder mittellateinisch und stammen aus dem 11. Und 12. Jahrhundert.

Im ersten Teil Primo Vere (Im Frühling) und Uf dem anger (Auf Feld und Wiese) wird das Erwachen des Frühlings und der Liebe thematisiert. Kevin Dickmann, der in Detmold Gesang studiert hatte, musste für den ursprünglich geplanten Stefan Hagedorn einspringen, da dieser erkrankt war und konnte hier schon zeigen, dass er weit mehr als ein Ersatz war.

Der Tenor schlüpft in die Rolle einer gebratenen Ente

Im zweiten Teil „In Taberna“ dreht sich alles um die weltlichen Genüsse in einer Schenke. Ilja Aksonov schlüpfte - auch mimisch - in die Rolle einer gebratenen Ente und beklagte das unausweichliche Schicksal gegessen zu werden. Der dritte Teil Cour d´amours (Hof der Liebesabenteuer) war ganz der Liebe gewidmet. Nadja Wuchinger und Kevin Dickmann verkörperten mit glasklaren Stimmen das Liebespaar als Solisten und im dialogischen Zwiegespräch. Es wurde wunderbar vom Chor und vor allem von den jungen Sängern und Sängerinnen des Ratsgymnasiums begleitet.

Mit dem Taktstock zauberte Zdenko Sojčić ein polyphones Kunstwerk, bei dem die 160 Sänger und 40 Instrumentalisten punktgenau reagierten. So wurden nicht nur eine sondern sogar zwei Zugaben gegeben, und wenn es allein nach dem Publikum gegangen wäre, hatte es noch eine weitere sein können.

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