Konzert

Rauschender Hexentanz im Konzert des Musikvereins Gladbeck

Als Solisten traten beim Chor- und Orchesterkonzert „Von Hexen, Parzen und Titanen“ des Städtischen Musikvereins Gladbeck mit dem Sinfonieorchester Ruhr und den Herren des MGV 1880 Buschhausen auf: Mezzosopranistin Esther Valentin, Tenor Jörg Nitschke und Manfred Bühl (Bass/Bariton).

Foto: Oliver Mengedoht

Als Solisten traten beim Chor- und Orchesterkonzert „Von Hexen, Parzen und Titanen“ des Städtischen Musikvereins Gladbeck mit dem Sinfonieorchester Ruhr und den Herren des MGV 1880 Buschhausen auf: Mezzosopranistin Esther Valentin, Tenor Jörg Nitschke und Manfred Bühl (Bass/Bariton). Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.   Der Städtische Musikverein Gladbeck präsentierte in der Stadthalle passend zur Walpurgisnacht ein anspruchsvolles Konzert mit mystischen Klängen.

Flirrende Streicher, hetzende Flöten und dann die dramatische Fanfare von drei Posaunen – das Chor-und Orchesterkonzert des Städtischen Musikvereins am Sonntag begann mit Modest Mussorgskis „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ wahrlich imposant – gleich mitten im Thema der „Hexen, Parzen und Titanen“. „Seit vier Jahren wollte ich dieses Programm zum Termin der Walpurgisnacht machen, jetzt war die Stadthalle endlich einmal zum 30. April frei“, sagte der musikalische Leiter Zdenko Sojčić.

400 Gäste lauschten verzaubert

Mit Leidenschaft dirigierte der Musiklehrer am Ratsgymnasium das 35-köpfige „Sinfonieorchester Ruhr“ durch die sinfonische Dichtung des russischen Komponisten, verschwörerische Einladungen zum Hexentanz, schwindelerregend schnelle Tempi wechselten mit ruhigen Themen, der Fieberwahn verklang mit gehauchten leisesten Tönen. Die rund 400 Gäste waren gebannt und verzaubert.

Brahms’ „Gesang der Parzen“

Der Chor hatte seinen ersten Auftritt mit Johannes Brahms’ Exkurs in die griechisch-römische Mythologie: „Gesang der Parzen“, ein sechsstimmiges Werk, das den 43 Aktiven des Musikvereins höchste Konzentration abverlangte. „Meine Hochachtung vor meinem Chor, der diese schwierigen Stücke in gerade einmal drei Monaten einstudiert hat“, lobte Sojčić, „das war ein enormer Leistungsdruck“.

Haydns „Der Sturm“

Der Chor glänzte in Joseph Haydns „Der Sturm“ mit einer stimmgewaltigen Monumentalität, ein kompakter Klang, angemessen den lautmalerischen Beschreibungen von Donnergrollen, zackigen Blitzen und tobenden Winden des Höllengeistes. Schöner Wechsel zur „sanften Ruh“, hervorragend intoniert im a-cappella-Modus.

„Die erste Walpurgisnacht“

Nach der Pause dann das Hauptwerk, „Die erste Walpurgisnacht“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Zur perfekten Interpretation der weltlichen Kantate für Soli, Chor und Orchester hatte sich der Musikverein Unterstützung von 16 Herren des MGV 1880 Buschhausen aus Oberhausen geholt.

Der Beginn gehörte jedoch den Frauen, nach einer sinfonischen Einleitung gedämpft wie der Schnee des Winters die hellen Stimmen von Sopran und Alt, die den Frühling ankünden. Es folgten weitere acht Sätze eindrucksvollen Wechselgesangs von Chor und Solisten in solider Abstimmung. Tenor Jörg Nitschke, Mezzosopran Esther Valentin und Bass/Bariton Manfred Brühl erzählten mit überzeugenden Verve die Geschichte von Druiden, Priestern, dem Volk und christlichen Wächtern rund um die Ereignisse der besagten Nacht. „Die Flamme reinigt sich vom Rauch“, monumentaler finaler Chor, drei Schlagwerker mit Pauken, Trommeln und Vibraphon ließen die Stadthalle erbeben. Der Applaus nach dem 40-minütigen Werk brandete ebenso laut und ausgiebig auf.

Erstmals in Gladbeck aufgeführt

Heinz Ilaender, jahrzehntelanges Mitglied im Städtischen Musikverein: „Ich habe alle Archive durchgeschaut, habe ja auch meine Erfahrung als Veranstalter der Forumskonzerte, der langjährigen Kulturamtsleitung, ich habe nirgendwo gefunden, dass diese Musikstücke in Gladbeck je aufgeführt wurden“.

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