Kunst am Kasten

Private Zeche steht jetzt im Vorgarten

Zeche im Vorgarten: Elke Schyra ist als Ruhrpott-Patriotin seit kurzem stolze Bergwerksbesitzerin

Foto: Oliver Mengedoht

Zeche im Vorgarten: Elke Schyra ist als Ruhrpott-Patriotin seit kurzem stolze Bergwerksbesitzerin

Gladbeck.  Elke und Hans Schyra haben den Verteiler vor ihrem Haus mit Motiven der Zeche Zweckel verschönern lassen. Auf der Rückseite maunzt ein Kater.

„Mein Mann Hans war das erste Siedlerkind, das hier am Birkenweg geboren wurde, nachdem die ersten Häuser 1949 gebaut waren“, erzählt Elke Schyra. Beide seien sie Kinder des Ruhrgebietes und fühlten sich mit der Heimat tief verbunden. Das sollte auch bei der Kunst auf dem Kasten im Vorgarten ihres schmucken Haus sichtbar sein, den jetzt eine Ansicht der Zeche Zweckel mit Maschinenhalle ziert.

Der triste graue Verteilerkasten, der auch mal beschmiert wurde, habe ihr nie gefallen, sagt sie. Als sie dann von der Initiative der Siedlergemeinschaft um Werner Hülsermann erfuhr, möglichst viele der Kästen am Straßenrand zu bunten Hinguckern umzugestalten, sei sie sofort begeistert gewesen, so die Alt-Rentforterin. „Das habe ich mir dann zu meinem 66. Geburtstag für unseren Kasten gewünscht, das fand ich mit der Schnapszahl auch irgendwie schön passend.“

Auch sehr persönliches Motiv

Für die Rückseite, den Anblick aus den Fenstern ihres Hauses, wählte das

Paar ein persönliches Motiv. „Wir sind Katzen-Liebhaber, haben leider unseren Kater einschläfern müssen“, erzählt Elke Schyra. Eine Samtpfote als weiteres Motiv sei so mit Farbspray-Künstler Maurizio Bet schnell abgesprochen gewesen. „Aber kein realistisches Bild von unserem Tier, der Anblick wäre uns zu schmerzlich gewesen.“ So schaut jetzt ein pechschwarzer Miezer frech mit zerzaustem Fell zum Haus hinüber.

Das bunte Kastenmotiv Richtung Straße, die Maschinenhalle mit Förderturm, sei auch ein prima Wegweiser für Besucher und ihr Haus so nicht mehr zu verfehlen, freut sich Elke Schyra weiter.

Auch ein prima Wegweiser

Sehr praktisch auch für Gäste der Ferienwohnung, die das Paar nach dem Tod der Mutter in deren einstiger Einliegerwohnung eingerichtet hat. Das

Zechenmotiv bietet sofort Gesprächsstoff mit nationalen wie internationalen Gästen. Wer nachfragt, erfährt dann auch, dass Elke Schyras Großvater mütterlicherseits, Johann Spengler, aus dem Saarland ins Ruhrgebiet gekommen ist, um auf dem Pütt zu schaffen. Als Externer mit einem Fuhrunternehmen ist er mit einem Grubenpferd eingefahren. Auch ihr Vater, Günther Schreiber, habe in jungen Jahren mal auf der Zeche gearbeitet, sei dann aber schnell in die Industrie gewechselt. Ihr Onkel habe indes lange auf Moltke gearbeitet, „als Installateurmeister“.

Wie weitere Nachbarn sind die Schyras jetzt begeistert und stolz, dass mit mittlerweise zahlreicher bunter Kunst am Kasten ihr Wohnumfeld noch hübscher geworden ist. „Das zeigt unseren Zusammenhalt hier – und auch wir hängen an unserer schönen Siedlung.“

  • Die WAZ-Redaktion möchte gerne möglichst alle Paten der bunt verschönerten Kästen vorstellen und im Zeitungsartikel etwas zu dem Hintergrund der jeweils gewählten Motive erzählen.




  • Kästen-Paten, die bei der neuen Serie mitmachen möchten, sind herzlich gebeten, sich in der Redaktion an der Horster Straße 10 zu melden unter 29 98-39 oder via E-Mail: redaktion.gladbeck@waz.de

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