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Petition: Schülerinnen wollen Barbaratag zum Feiertag machen

Initiatorin Lea Romanowski (18, re.) und Freundin Mara Gosdzick (20) haben eine Petition gestartet, damit der Barbaratag künftig ein Feiertag zum Gedenken an den Bergbau wird.

Initiatorin Lea Romanowski (18, re.) und Freundin Mara Gosdzick (20) haben eine Petition gestartet, damit der Barbaratag künftig ein Feiertag zum Gedenken an den Bergbau wird.

Foto: Lutz von Staegmann

Gladbeck/Essen.  Zwei Schülerinnen aus Gladbeck und Essen haben eine Petition gestartet. Ihr Ziel: Der Barbaratag soll zu Ehren der Bergleute ein Feiertag werden.

Der Barbaratag am 4. Dezember soll künftig nicht nur der Schutzpatronin, sondern auch den Bergleuten selbst gewidmet und offizieller Feiertag in Nordrhein-Westfalen sein. Das wünschen sich die Freundinnen Lea Romanowski (18) aus Gladbeck und Mara Gosdzick (20) aus Essen, die dafür Ende November eine Petition via Internet gestartet haben.

„Schon mehr als 3000 Unterstützer haben unterschrieben“, sagt Lea mit vor Aufregung zitternden Fingern als sie auf ihrem Smartphone daheim in der elterlichen Wohnung in Brauck nachschaut. Zwei Tage zuvor waren es nur Fünfhundert. Da ihr Vorschlag zunehmend Fahrt in Sachen Unterschriften aufnimmt, wächst auch die Zuversicht der jungen Frauen, dass es mit ihrer Petition klappen könnte. Bis zum Mai bleibt noch Zeit, die notwendigen 29.000 Unterschriften zu sammeln, um ihre Petition bei der Präsidentin des Landtages einzureichen, damit sich die Politik mit dem Anliegen befasst.

Schon der Uropa arbeitete im Bergbau

„Meine ganze Familie hat im Bergbau gearbeitet, mein Vater, mein Opa, mein Uropa“, zählt Lea, angehende Versicherungsfachangestellte der Knappschaft, auf. „NRW ohne Zechen, wenn Prosper in Bottrop im Dezember schließt“, das könne man sich doch gar nicht vorstellen. „Der Bergbau hat das Ruhrgebiet geprägt, Arbeitsplätze geschaffen und zum Wohlstand des Landes maßgeblich beigetragen“, ergänzt Mara Gosdzick, deren Vorfahren aus Masuren zuwanderten, um im Ruhrgebiet Lohn und Brot zu finden.

„Wohl kaum eine Berufsgruppe wie die Bergleute hat unter so harten und gefährlichen Bedingungen gearbeitet“, weiß Lea auch von Erzählungen ihres Opas oder ihres Vaters, der selbst auf Prosper malochte. „Da musste bei mehr als 40 Grad teilweise auf allen Vieren durch schmale und niedrige Strecken gekrochen, bei Lärm und Staub geschuftet werden.“ Viele Bergleute habe das krank gemacht, die an einer Staublunge oder Lärmschwerhörigkeit leiden.

Die ständige Angst um den Papa

„Außerdem war da immer die Angst verletzt zu werden, wenn sich durch Bergschlag Gestein löst oder unter Tage ein Feuer ausbricht.“ Angst, ob der Vater gesund zurückkehrt, die Lea und ihre Mutter selbst ausgestanden haben, „wenn der Papa nicht pünktlich nach Hause gekommen ist und der Steiger vergessen hat bei uns anzurufen, dass eine Sonderschicht gefahren werden muss“.

Auch Multikulti durch Arbeitermigration aus vielen Ländern sei im Pütt schon lange ganz normaler Alltag und gelebte Integration gewesen. „Diese Gesamtleistung der Menschen darf nicht vergessen werden. Sie ist es wert, mit einem ständigen Feiertag zum Gedenken an den Bergbau geehrt zu werden.“

Hoffnung auch auf den FC Schalke als Unterstützer

Die engagierten Initiatorinnen hoffen, dass ihre Petition weitere Unterstützer durch Multiplikatoren findet, Kontakt zur Gewerkschaft IG BCE ist geknüpft und auch Schalke 04 wollen sie anschreiben, „der sagt ja selbst, er ist ein Kumpel- und Malocherclub“.

Wer die Petition unterstützen möchte, kann sich über die Online Plattform openPetition hier unkompliziert beteiligen.

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