Schützenverein Ellinghorst

Nach Schlaganfall: Dem Schützenkönig geht’s wieder gut!

Da ging’s Peter Eigenwillig noch gut: Kurz nach dem Königsschuss Ende Mai nimmt der frisch gebackene Ellinghorster Schützenkönig die Glückwünsche seiner Vereinskollegen entgegen.

Da ging’s Peter Eigenwillig noch gut: Kurz nach dem Königsschuss Ende Mai nimmt der frisch gebackene Ellinghorster Schützenkönig die Glückwünsche seiner Vereinskollegen entgegen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Von seinem Schlaganfall hat sich Schützenkönig Eigenwillig bestens erholt. Der Gladbecker freut sich darauf, seinen Verein zu repräsentieren.

Das war das außergewöhnlichste Schützenfest, das die Ellinghorster jemals erlebt haben – und vor allem Schützenkönig Peter Eigenwillig wird dieses Fest nie vergessen. Das heißt, viel hat er davon gar nicht mitgekriegt, denn beim abendlichen Krönungsball erlitt er einen leichten Schlaganfall, vom Festzelt ging’s direkt ins Krankenhaus.

Vom Schlaganfall ist zum Glück nichts zurückgeblieben

Ein paar Wochen später ist der 64-Jährige wieder ganz der Alte, vom Schlaganfall ist glücklicherweise nichts zurückgeblieben. Aber Peter Eigenwillig bedauert immer noch, dass er das Schützenfest, bei dem er im Mittelpunkt hätte stehen sollen, nicht ausgiebig feiern konnte.

„Bei der Eröffnung am Freitagabend und beim Königsschießen am Samstag fühlte ich mich topfit“, erinnert er sich. Gegen sechs Mitbewerber setzte er sich durch, holte unter frenetischem Jubel der Zuschauer den kümmerlichen Rest des Vogels herunter. Seine Freude war riesig, er vergoss sogar ein paar Tränen. Kein Wunder: Es war schließlich schon sein dritter Anlauf. 2011 musste er seinem Kontrahenten Peter Appel den Vortritt lassen, sehr zur Enttäuschung seines großen „Fanclubs“, dessen Mitglieder, alle in T-Shirts mit seinem Konterfei und der Aufschrift „Heute ein König“, ihn lautstark unterstützt hatten. Beim zweiten Versuch, vier Jahre später, konnte Eigenwillig wegen einer schweren Erkrankung gar nicht erst antreten.

Mit seiner Königin Manuela Schubert ließ er sich im Zelt feiern

Und jetzt hatte es endlich geklappt. Mit seiner Königin Manuela Schubert ließ er sich im Zelt feiern, alle legten zu Hause eine kurze Erholungspause ein, um am Abend beim großen Ball wieder fit zu sein. „Auch da war mit mir zuerst noch alles in Ordnung. Wir haben auf dem Thron die Delegationen aus den befreundeten Schützenvereinen und andere Ehrengäste empfangen, dann den Eröffnungstanz gemacht“, erzählt Peter Eigenwillig. Beim Auftritt zweier junger Akrobaten sei ihm plötzlich übel geworden. „Ich musste mich sofort setzen, und als ich Wasser trinken wollte, klappte das schon nicht mehr, und gesprochen habe ich wie ein Betrunkener.“

Rettungssanitäter der Malteser leisteten sofort Erste Hilfe und brachten ihn dann ins St. Barbara-Hospital. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch ging die Feier im Zelt weiter – wenn auch sicher mit gedämpfter Stimmung. Ehefrau Roswitha und Sohn David konnten im Krankenhaus miterleben, wie es Peter Eigenwillig schon bald deutlich besser ging. Und er selbst wäre am liebsten drei Stunden später wieder mit ihnen nach Hause bzw. ins Festzelt gefahren. Aber das ließen die Ärzte nicht zu.

Beim Umzug durch Ellinghorst vertrat Gerd Böckmann den erkrankten Schützenkönig

Über den weiteren Verlauf des Schützenfestes hielten seine Vereinskollegen ihren König mit unzähligen Fotos immer auf dem neuesten Stand („Da habe ich wieder geheult.“), und er selbst bestimmte, dass ihn Gerd Böckmann, der auch gerne Schützenkönig geworden wäre, beim großen Umzug durch den Stadtteil vertreten sollte.

Nach einer Woche konnte Peter Eigenwillig das Krankenhaus verlassen, und mittlerweile hat er auch seine ersten Termine im Amt absolviert, beim Sommerfest seines Vereins und, samt Hofstaat, beim Tageskönigsschießen der Rentforter Schützen. Vier Jahre wird er jetzt den Schützenverein Ellinghorst repräsentieren. Und dann? Noch einmal antreten beim Kampf um die Königswürde? „Nein“, sagt Peter Eigenwillig bestimmt. Ich habe mein Ziel erreicht. Ich bin Schützenkönig, und einmal reicht – auch wenn ich nicht so richtig feiern konnte.“

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