Lkw-Unfall

Nach dem schweren Unfall in Gladbeck - wie sicher ist die B 224 ?

Im Hintergrund zu erkennen: die Mittelplanke, die kurz hinter dem Unfallgeschehen zur Abtrennung der Fahrspuren installiert ist. Würde diese sich weiter durch das Stadtgebiet ziehen, wäre die Gegenfahrbahn besser geschützt.

Im Hintergrund zu erkennen: die Mittelplanke, die kurz hinter dem Unfallgeschehen zur Abtrennung der Fahrspuren installiert ist. Würde diese sich weiter durch das Stadtgebiet ziehen, wäre die Gegenfahrbahn besser geschützt.

Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck.   Der schwere Unfall mit zwei Sattelschleppern auf der B 224 in Gladbeck wirft Fragen auf. Etwa: Warum existiert keine Mittelschutzplanke, die zumindest die Gegenspuren sichert? In der Stadt hat die Diskussion begonnen. Im Vordergrund steht nicht mehr der Ausbau der A 52, sondern die Entschärfung der B 224.

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Vermutlich ereignete sich der schwere Verkehrsunfall auf der B 224 am Donnerstag durch die Unachtsamkeit des dabei schwer verletzten Sattelzugfahrers (62). Wie berichtet, raste der mit 30 t Feuerwerkskörpern beladene Lkw Richtung Essen in die Gegenfahrbahn, rutschte weit über die Straße und krachte seitlich in einen Stahltransporter. Was wäre geschehen, wenn ein kleiner, voll besetzter Pkw oder Bus im Weg gestanden hätten? Warum existiert keine Mittelschutzplanke, die zumindest die Gegenspuren sichert?

„Die Verwaltungsspitze um den Bürgermeister hat nach dem Unfallgeschehen noch am Donnerstag darüber diskutiert, wie außerordentlich schwierig sich die Situation auf der B 224 im Stadtgebiet darstellt“, sagt Stadtsprecher Peter Breßer-Barnebeck. „Seit langem ist es unser Wunsch, dass die B 224 entschärft wird. In letzter Zeit war hauptsächlich der Autobahnausbau der A 52 für die übergeordneten Behörden ein Thema, jetzt fordern wir Bereitschaft, sich auch mit der Bundesstraße auseinander zu setzen.“ Konkret gehe es der Stadt um fünf Aspekte:

1. Die Fahrspuren der verkehrlich stark belasteten vierspurigen Strecke der B224 durch das Stadtgebiet mit einer Schutzplanke abzutrennen und so zu sichern.

2. Das für den Verkehr zulässige Tempo auf der B 224 im Gladbecker Stadtgebiet von derzeit erlaubten 70 km/h Höchstgeschwindigkeit auf maximal 50 km/h zu senken.

3. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kontinuierlicher zu überwachen, in dem stationäre Kontrollstellen (Blitzer) eingerichtet werden.

4. Das Befahren der B 224 von Gefahrguttransporten, im Besonderen im Bereich der Gladbecker Innenstadt, zu verbieten.

5. Das Mautsystem auf die B 224 auszuweiten, so dass diese nicht von Lkw-Fahrern als Umgehungsstrecke genutzt wird.

Das sind teilweise keine neuen Forderungen, wie der städtische Verkehrsplaner Thomas Ide sagt. „Das Ordnungsamt der Stadt kann diese Veränderungen im Benehmen mit der Kreispolizei bei der Bundesbehörde beantragen.“ Was durchaus geschehen sei, „bislang aber abgelehnt wurde“.

Kein zwingender Handlungsbedarf

Trotz des Unfalles sieht der vom Bund beauftragte Straßenbaulastträger des Landes, Straßen.NRW, „keinen zwingenden Handlungsbedarf“. Weder der aktuelle Unfallort auf der B 224 noch andere Stellen im Stadtgebiet seien „als Unfallhäufigkeitsstelle bekannt“, so Elfriede Sauerwein-Braksiek. Der Ausbaustand entspreche gültigem Recht (von 1981).

Wobei die Regierungsbaudirektorin einräumt, „dass eine vierspurige Straße wie die B 224 mit der Belastung von täglich 31 000 Fahrzeugen – davon 4500 Schwerverkehr – heute nicht mehr ohne eine Mitteltrennung gebaut würde“.

Zur Tempobegrenzung: Die B 224 sei eine Bundesstraße mit grüner Welle, „die auf 70 km/h eingestellt ist“. Und es gelte darauf zu achten, „dass der Verkehrsfluss und die Leistungsfähigkeit dieser wichtigen Achse erhalten bleibt“, so Elfriede Sauerwein-Braksieker.

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