Draw The Future

Kunstausstellung des Internationalen Mädchenzentrums

Rula

Rula

Foto: Heinrich Jung

Gladbeck.   Die Ausstellung „Draw the future“ ist bis zum 28. Januar in der Stadtbücherei zu sehen. Acht Frauen präsentieren ihre Wünsche für die Zukunft.

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Es sind Bilder, die die Zukunft zeigen. Eine Zukunft aus den Perspektiven von acht ganz verschiedenen Frauen unterschiedlicher Herkunft. „Draw the future“, auf Deutsch: „Mal mir deine Zukunft“ lautet der Titel einer Kunstausstellung, die ab morgen bis zum 28. Januar in der Stadtbücherei zu sehen ist.

Das Kunstprojekt ist multikulturell

Die Schau ist im Internationalen Mädchenzentrum in Kooperation mit der „Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien“ und dem Regionalverband Ruhr entstanden. Sie umfasst rund 30 Bilder von Frauen aus Italien, Syrien, Aserbaidschan, Mexiko und Deutschland. Sie alle kommen jede Woche für zwei Stunden zusammen, um zu malen und sich dabei über ihre Kulturen, ihre Vorlieben und ihren Alltag auszutauschen.

„Die Welt der Frauen ist bunt“, sagt Farzaneh Zaim. Sie ist Künstlerin und leitet die Gruppe. „Die Frauen können ihrer Leidenschaft nachgehen und ihre Kreativität entfalten“, sagt sie. Zaim selbst ist vor 20 Jahren aus dem Iran geflüchtet. Deshalb könne sie die Situation geflüchteter Frauen sehr gut nachvollziehen, erzählt sie. Sie gibt den Frauen Tipps beim Malen, bringt ihnen verschiedene Techniken bei und unterstützt sie auch mental.

Zukunftsvisionen haben die Frauen bildlich festgehalten

Seit fast zwei Jahren gibt es diese Malgruppe schon. In ihrem Projekt „Mal mir deine Zukunft“ haben sie nun in viermonatiger Arbeit ihre Zukunftsvisionen bildlich festgehalten. Diese sind fast immer immateriell. Die Vorstellung eines Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen auf einer einzigen „Mutter Erde“ findet sich zum Beispiel in einer Arbeit wieder, andere zeigen ganz persönliche, familiäre Wünsche. Helga Schildberg erzählt, das Malen sei für sie eine Art seelische Erweiterung. Es gab da vor nicht allzu langer Zeit ein Pressefoto, das sie nicht mehr losgelassen hat. Darauf ist eine Familie zu sehen, die mit dem Boot geflüchtet ist und gerade an einem Strand ankommt. Helga Schildberg hat es mit Aquarellfarbe nachgemalt. „Ich hoffe, dass es dieser Familie, die es ja tatsächlich gibt, heute gut geht“, sagt die 56-Jährige.

Künstlerin Farzaneh Zaim gibt Tipps beim Malen

Barbara Gerbersmann erklärt, sie habe immer Respekt davor gehabt, zu malen, geradezu Angst davor, etwas falsch zu machen. Die Gruppe und vor allem Farzaneh Zaim habe ihr dabei geholfen, diese Hürde zu überwinden und einfach loszulegen. In der Ausstellung zeigt sie unter anderem Bilder der Toskana: „Dort fahre ich gerne hin, das ist mein Lichtblick.“

Mit welchem Material die Frauen malen, bleibt ihnen selbst überlassen. „Sie finden schnell heraus, welche Farbe zu ihrer Persönlichkeit passt“, sagt Farzaneh Zaim. Meistens bleiben sie dann bei diesem Material. Laut Zaim sind es oft starke Persönlichkeiten, die mit einer kräftigen Acrylfarbe malen. Rula Abdulqader zum Beispiel. Die junge Frau ist mit ihrer Familie aus Syrien geflohen. In ihren ausdrucksstarken Bildern zeigt sie die Ruhe, die sie hier in Deutschland zukünftig finden möchte. Eine Bank inmitten eines Waldes oder einfach einen Baum macht sie in ihren Bildern zum Symbol dieser Ruhe.

Die Malgruppe ist auch ein Mehrgenerationenprojekt

Ihre sechs Monate alte Tochter Liyan bringt die 38-Jährige seit einiger Zeit mit zur Malgruppe. Das kleine Mädchen mischt die Gruppe ordentlich auf und gibt den Frauen neue Impulse für ihr kreatives Schaffen. Die Gruppe ist dadurch auch immer mehr zu einem Mehrgenerationenprojekt geworden.

Farzaneh Zaim hat übrigens auch zum Pinsel gegriffen und ein Bild zur Ausstellung beigesteuert. Es zeigt ein weinendes Kind neben einem persischen Gedicht. Das Gedicht handelt davon, wie Bomben im Krieg die Träume eines Kindes zerstören können. Zaims Botschaft ist eindeutig: Sie wünscht sich Frieden für die Zukunft.

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