Oberhof-Planung

Kombi-Bahnsteig erlaubt schnelles Umsteigen

So sehen die Planer des Siegerentwurfs die Situation am Oberhofaus nördlicher Sicht. In der Mitte (rosa eingefärbt): Der Übergang über Grabenstraße und Bahngleis.

So sehen die Planer des Siegerentwurfs die Situation am Oberhofaus nördlicher Sicht. In der Mitte (rosa eingefärbt): Der Übergang über Grabenstraße und Bahngleis.

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Gladbeck.  Der künftige zentrale Busbahnhof soll auf der Grabenstraße neben dem Oberhof zwischen zwei Kreisverkehren und direkt am Ost-Bahngleis liegen. „Kombi-Bahnsteig“ nennt das die Jury, die den Entwurf des Büros „HJP planer“ aus Aachen einstimmig zum Siegerentwurf des Werkstattverfahrens kürte.

Bei dem Werkstattverfahren brüteten Stadt- und Verkehrsplaner auf Einladung der Stadt eine Woche lang Ideen für die Neugestaltung des Bereichs rund um den Oberhof aus. Weiteres Herzstück des Siegerentwurfs ist - neben der Positionierung des Busbahnhofes auf die Grabenstraße – ein ebenerdiger, recht breiter Übergang in Verlängerung der Hochstraße über die Bahngleise zur Straße Am Sägewerk – als „verbindendes Element“ zwischen City und Oststadt.

„Dieser Vorschlag bietet die stadthistorisch bedeutsame Chance, die Trennung von Stadtmitte und Gladbeck-Ost durch die Bahn und die Grabenstraße aufzuheben, Bus, Bahn, Fußgänger, Radfahrer und Individualverkehr besser zu verknüpfen und gleichzeitig attraktiven neuen Wohnraum auf der heutigen Oberhoffläche zu schaffen,“ lobt Bürgermeister Ulrich Roland das Werkstatt-Ergebnis.

Neubebauung auf dem Oberhof

Tatsächlich räumen die Aachener Experten den heutigen Oberhof auf – Busbahnhof, Tiefgarage und Pavillons verschwinden. Der Oberhof-Tunnel wird zugeschüttet. So entsteht Platz für eine sukzessive Bebauung, die zunächst mit einem Pavillon mit Außengastronomie und Servicestation für Bus und Bahn startet und schrittweise ausgedehnt werden kann mit mehrstöckigen Häusern, die im Erdgeschoss geschäftlich genutzt werden sollen. Selbst Platz für eine – privat finanzierte – Tiefgarage ist vorhanden.

Am Ende der Hochstraße, an der Grabenstraße, trifft man auf den Busbahnhof, der beidseitig der Grabenstraße gebaut werden soll. Die Busse stellen sich an sägezahnartigen Haltestellen auf. Eingerahmt wird die Bushaltezone von zwei Kreisverkehren in Höhe der Bachstraße und der Brücke Buersche Straße. Einerseits erlaubt diese Verkehrsregelung den Bussen in beiden Richtungen zu wenden, gleichzeitig wird der Verkehr verlangsamt. Im Bereich des Busbahnhofes wird es Tempo 30 geben, die Grabenstraße erhält einen Mittelstreifen.

An beiden Straßenrändern entstehen Busbahnsteige – überdacht mit „Flugzeugflügel-Dächern“. Der östliche Bahnsteig ist gleichzeitig Bahnsteig für den neuen Bahnhaltepunkt Ost, der 120 Meter lang wird. Am Ende, gegenüber der Bachstraße, sehen die Planer einen Park-& Ride-Parkplatz vor. Am anderen Ende, am neuen Übergang, entsteht eine Fahrradabstellanlage, von der Brücke Buersche Straße führt eine Treppe herab, dort gibt es neue Parkplätze. Das Grün am Gleis soll als „Freizeitachse“ genutzt werden. Für das Gleis selbst ist im Bereich Oberhof ein flacher Lärmschutz vorgesehen. Die Idee, auch auf den Schürenkamp-Tunnel zu verzichten und einen zweiten ebenerdigen Übergang zu planen, wurde aufgeben. Mehr als ein ebenerdiger Übergang sei der Bahn als Entgegenkommen nicht abzuringen, hieß es.

Die Politik berät jetzt die Planungs-Vorschläge

Die Planungsvorschläge stammen vom Planungsbüro HJP Heinz Jahnen Pflüger, Stadtplaner und Architekten-Partnerschaft, Aachen. Ihr Entwurf wurde vom Beurteilungsgremium nach dem von der Stadt initiierten Werkstattverfahren einstimmig auf den ersten Platz gesetzt.

Das Gremium unter Vorsitz von Prof. Christa Reicher, in dem Bürgermeister Ulrich Roland, Vertreter aus Verwaltung, Politik und externe Sachverständige waren, hatte nach der öffentlichen Abschlusspräsentation (WAZ berichtete) Vor- und Nachteile der Entwürfe diskutiert und sich klar für HJP entschieden.

Den Ausschlag gab, so die Jury, die in diesem Entwurf am besten gelöste Verknüpfung von Bus, Bahn, Radfahrern, Fußgängern und Individualverkehr, sowie die überzeugende Verbindung zwischen Stadtmitte und Gladbeck-Ost.

In der nächsten Sitzung des Innenstadtausschusses am 4. Februar werden die Entwürfe aller drei Planungsbüros präsentiert und die Empfehlung für das Büro HJP erläutert. Die endgültige Entscheidung, auf welcher Grundlage nun die weitere Planung für die Neugestaltung des Oberhofes stattfindet, fällt dann der Innenstadtausschuss.

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