Restrukturierung

Katholische Kliniken Emscher-Lippe bauen 100 Mitarbeiter ab

Blick auf das St.-Barbara-Hospital in Gladbeck, das wie die gesamte KKEL seit Ende 2017 zur Augustinus Gelsenkirchen GmbH gehört.

Blick auf das St.-Barbara-Hospital in Gladbeck, das wie die gesamte KKEL seit Ende 2017 zur Augustinus Gelsenkirchen GmbH gehört.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck / Gelsenkirchen.  Die angespannte wirtschaftliche Lage soll entlastet werden. Die St. Augustinus Gelsenkirchen hatte die angeschlagene KKEL Ende 2017 übernommen.

Um die offensichtlich weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage der Katholischen Kliniken Emscher-Lippe (KKEL) zu entlasten, muss der Klinikverbund 100 seiner 1600 Mitarbeiter abbauen. Das teilt die Geschäftsführung der St. Augustinus GmbH Gelsenkirchen am Donnerstag schriftlich mit, die die KKEL Ende 2017 übernommen hatte. Zuvor waren rund 150 Beschäftigte informiert worden, die der Einladung zur Mitarbeiterversammlung gefolgt waren. Die Stellenstreichungen sollen konkret die Bereiche IT, Speiseversorgung und Entsorger, Labor und Hygiene der KKEL betreffen.

Die Augustinus-Geschäftsführer Susanne Minten und Hendrik Nordholt erklärten, dass man mit den Restrukturierungsmaßnahmen „eine leistungs- und wettbewerbsfähige KKEL GmbH unter dem Dach der St. Augustinus Gelsenkirchen langfristig sichern“ wolle. Die KKEL hatte das Jahr 2017 mit einem Verlust von sechs Millionen Euro abgeschlossen.

Die ersten unternehmerischen Entscheidungen und Restrukturierungsvorgaben des Verwaltungsrates der St. Augustinus GmbH in den Jahren 2018 und 2019 nach der KKEL-Übernahme hätten „den Insolvenzdruck für die KKEL mildern können“, reichten aber nicht aus. Man sei sich mit der Mitarbeitervertretung einig, dass es jetzt „einen lösungsorientierten Ansatz zur langfristigen Sicherung der KKEL“ brauche, so die Geschäftsführer. Die wirtschaftliche Lage der KKEL sei beherrschbar, „wenn wir jetzt zeitnah und entschlossen entscheiden und transparent handeln“. Die geplante Restrukturierung der KKEL sichere die Zukunftsfähigkeit der Betriebsgesellschaft selbst und einen großen Teil ihrer Arbeitsplätze.

„Wir lassen niemanden ins Bergfreie fallen“

„Wir werden leider rund 100 Mitarbeitende auf dem jetzt anstehenden Weg verlieren“, so Susanne Minten. Aber man werde für diese Verantwortung übernehmen „und lassen niemanden ins Bergfreie fallen“. Die Geschäftsführung habe alle zum Teil langjährigen Betroffenen im Blick, das sei man den Kolleginnen und Kollegen „und unserem Selbstverständnis als christlich-sozialem Unternehmen schuldig“, ergänzte Hendrik Nordholt. Wie die WAZ weiter erfuhr, sollen unverzüglich die Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern beginnen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und sozialverträgliche Lösungen zu finden. Diese könnte altersbedingte Aufhebungsvereinbarungen, den Wechsel in andere Unternehmensbereiche sowie den Auffang in einer Transfergesellschaft betreffen.

Klar ist, dass für die KKEL-Restrukturierung Synergieeffekte genutzt werden sollen, indem die genannten Bereiche wie IT, Labor oder Speisenversorgung im Bereich der Augustinus zentralisiert werden. Demnach ist damit zu rechnen, dass beispielsweise die Küche im St. Josef Hospital aufgegeben wird, da leistungsstarke Küchen des Gelsenkirchener Marienhospitals (Buer, Ückendorf) bestehen, die die KKEL Standorte in Horst und das St. Barbara-Hospital in Gladbeck mitversorgen können. Weitere Einzelheiten will die Geschäftsführung noch bekannt geben.

KKEL-Krankenhäuser waren nach der Übernahme neu aufgestellt worden

Nach der Übernahme der Katholischen Kliniken Emscher-Lippe war das St. Josef Hospital in Horst als Fachkrankenhaus für die Bereiche Geriatrie, Psychiatrie und Gerontopsychiatrie neu aufgestellt worden. Die Innere und die Chirurgie wurden aufgelöst und im St. Barbara-Hospital konzentriert. Der Gladbecker Standort, mit den Spezialabteilungen Urologie und Neurologie, erhielt eine Aufwertung und Stärkung durch den Aufbaue eines dreigeschossigen Zwischentraktes im Innenhof (Kosten rund 6,6 Millionen Euro). Kürzlich eröffnete am St. Barbara-Hospital die umgestaltete neue Zentrale Notaufnahme, die die Abläufe zur ambulanten Patientenbehandlung und zur stationären Aufnahme erleichtern soll.

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