Ende 2019 lebten 9328 schwerbehinderte Menschen (Behinderungsgrad mindestens 50 Prozent) in Gladbeck. Das sind 19,3 Prozent mehr als Ende 2013 (7816). Das zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts (IT.NRW). Damit waren zu diesem Zeitpunkt insgesamt 12,3 Prozent der Menschen in Gladbeck schwerbehindert.

Fast 90 Prozent der Schwerbehinderungen entstehen durch eine Erkrankung

„Im Gegensatz zur landläufigen Meinung entstehen fast 90 Prozent der Schwerbehinderungen in Deutschland durch eine Erkrankung, nur rund drei Prozent sind angeboren, ein Prozent sind auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen, und sechs Prozent entfallen auf andere Ursachen", so Stefanie Weier von der IKK classic.

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Vor allem im Alter wachse dabei das Risiko, durch eine chronische Erkrankung schwerbehindert zu werden. Beispielsweise durch einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, eine Krebserkrankung oder auch Diabetes. So sei circa ein Drittel (34 Prozent) der schwerbehinderten Menschen 75 Jahre und älter, rund 44 Prozent gehörten der Altersgruppe von 55 bis 74 Jahre an und nur zwei Prozent der Schwerbehinderten seien jünger als 18 Jahre.

Die Zahl der schwerbehinderten Menschen wird weiter wachsen

Durch den demographischen Wandel und den medizinischen Fortschritt werde die Zahl der schwerbehinderten Menschen immer weiter wachsen. Übertrage man die heutige altersspezifische Häufigkeit von Behinderungen in die Zukunft, dann werde nach wissenschaftlichen Prognosen 2050 jeder achte Deutsche schwerbehindert sein.

„Nur mit Präventionsprogrammen für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen lässt sich diese Entwicklung mildern. Dafür müssen Aufklärung, Beratung und Training zu Bewegung, Stressbewältigung, gesunde Ernährung und Suchtprävention selbstverständlicher werden", so Weier weiter. Die Thematik müsse zudem auch in den Gesundheitssysteme und der Arbeitswelt aufgegriffen werden.