A-52-Neubau

Gutachter: Mehr Verkehr passt nicht auf die B 224

Die Verkehrsbelastung auf der B 224 stößt schon jetzt an ihre Grenzen, sagen die Gutachter des neuen Verkehrsgutachtens zum Ausbau der B 224 zur A 52.

Foto: Oliver Mengedoht

Die Verkehrsbelastung auf der B 224 stößt schon jetzt an ihre Grenzen, sagen die Gutachter des neuen Verkehrsgutachtens zum Ausbau der B 224 zur A 52. Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.  Experten präsentieren in Gladbeck in einer Kurzfassung erste Ergebnisse einer neuen Untersuchung: „Bundesstraße am Rande der Leistungsfähigkeit.“

Das Urteil der Gutachter ist eindeutig: Die B 224 ist am „Rande ihrer Leistungsfähigkeit“ angelangt, die Situation auf der Bundesstraße gleiche schon jetzt der einer Autobahn. „Die B 224 wird der heutigen Verkehrbelastung nicht mehr gerecht“, heißt es in der Kurzfassung des neuen Gutachtens mit den Verkehrsprognosen 2030, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

In Spitzenzeiten, so heißt es darin, komme es auf der B 224 zu „erheblichen Zeitverlusten“, Leidtragende seien Pendler, örtliche Industriestandorte sowie Anwohner, deren Wohngebiete als Umfahrung zweckentfremdet würden. Im innerstädtischen Straßennetz komme es durch die Ausweichverkehre zu „erheblichen Engpässen“, heißt es in der Untersuchung, die von der IGS Ingenieurgesellschaft Stolz aus Neuss durchgeführt wird. Das umfangreiche Gesamt-Gutachten erwartet der Landesbetrieb Straßen NRW im Oktober.

Die Belastung der Bundesstraße kann nicht mehr steigen

Die Gutachter rechnen vor, dass die Belastung gegenwärtig bei 30 000 bis 40 000 Kfz pro Tag im Abschnitt zwischen der A 2 und Buer-West liege. Südlich der A 2 liegt die Belastung sogar bei 33 000 bis 43 000 Kfz pro Tag. Erfolge kein Ausbau zur A 52, bliebe es im wesentlichen bis zum Jahr 2030 bei dieser Belastung, so die Gutachter, „weil nämlich kaum weitere Kraftfahrzeuge drauf passen – die B 224 ist voll.“ Jeglicher zusätzlicher Verkehr werde sich andere Wege suchen. Nur südlich der A 2 sei – wegen der nicht so dichten Beampelung – „noch ein wenig Luft“ vorhanden, dort könnte die Belastung auf bis zu 45 000 Kfz steigen.

Anders die Prognose, wenn die B 224 zur A 52 ausgebaut wird: Dann rechnen die IGS-Experten für 2030 auf der dann ausgebauten Strecke nördlich der A 2 mit 50 000 bis 55 000 Kfz pro Tag, südlich sogar mit 60 000 bis 65 000. Wobei es sich dabei nur marginal um echte Zuwächse handele, sondern vor allem um Verkehre, die von innerstädtischen Ausweichrouten dann auf die A 52 wechseln.

Die B 224 ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung im Revier

Die Gutachter betonen, dass die B 224 verkehrstechnisch von enormer Bedeutung sei – sie sei die wichtigste Nord-Süd-Verbindung für das zentrale Ruhrgebiet, stelle aber auch eine „wichtige überregionale Verkehrsverbindung“ dar. Der derzeitige Ausbauzustand der Bundesstraße, so heißt es, der eine Vielzahl plangleicher Kreuzungen und Einmündungen aufweise, entspreche so aber nicht der heutigen Verkehrsbedeutung.

Mit berücksichtigt wurde, so die Gutachter, dass im Chemiepark Marl ein großes Logistikzentrum entwickelt und in Bottrop-Boy ein Ikea-Möbelmarkt geplant wird, der allein 10 000 bis 15 000 Kfz-Fahrten täglich verursachen werde.

>>> Die Grundlagendaten für die Prognose 2030

Zu den Grundlagendaten der Verkehrsgutachter und ihre Prognosen zählt auch, dass der Verkehr in Bottrop, Gelsenkirchen und dem Kreis RE grundsätzlich bis 2030 um bis zu 6,5 Prozent zurückgehen wird.

Nur in Essen steigt der Verkehr um 0,9 Prozent. NRW-weit nimmt er um 4,2 Prozent, deutschlandweit um 4,5 Prozent zu, so die Verkehrsforscher.

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