Ausbau B 224

Gladbeck: Linke wirft Stadt "Propaganda" für die A 52 vor

Linke-Fraktionschef Olaf Jung, hier bei der Corona- Hauptausschusssitzung im April in der Stadthalle, ist das geplante Kommunikationskonzept der Stadt für die A-52-Randflächen ein Dorn im Auge.

Linke-Fraktionschef Olaf Jung, hier bei der Corona- Hauptausschusssitzung im April in der Stadthalle, ist das geplante Kommunikationskonzept der Stadt für die A-52-Randflächen ein Dorn im Auge.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck  Der Bürgermeister weist die Kritik zurück. Bei der Ausschreibung eines Zukunftkonzepts gehe es nicht um die A 52, sondern um benachbarte Flächen.

Über ein "Kommunikationskonzept zum Bau des Zukunftsraumes A 52" ist ein Streit zwischen der Ratsfraktion Die Linke und der Stadtverwaltung entbrannt. Linke-Fraktionschef Olaf Jung wirft Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) in einem Brief vor, mit dem Vorhaben Propaganda für den Bau der A 52 machen zu wollen, was die Stadt zurückweist.

Jung argwöhnt, Roland und die Verwaltung "sowie Ihre politischen Mitstreiter" wollten die "seinerzeit überregional als vorbildlich gelobte Ratsbürgerabstimmung" gegen den Bau der A 52 hintertreiben. Der Linke-Fraktionschef zeigt sich empört darüber, dass es vor Start der Ausschreibung keine Erörterung "oder auch nur eine Information der Öffentlichkeit oder der Politik" gegeben habe. Es sei skandalös, die knappen Finanzmittel der Stadt einzusetzen, "um den Bürgern etwas andienen zu wollen, das sie bereits mit demokratischen Mitteln abgelehnt haben", so Jung, der fordert, über das Thema im Haupt- und Finanzausschuss im Juni sprechen zu wollen.

Roland: Ratsbürgerentscheid ist nicht mehr die Grundlage

Bürgermeister Roland weist in einer Antwort drauf hin, dass es bei dem Kommunikationskonzept nicht um die A 52, sondern um die Entwicklung der Flächen "rechts und links der heutigen B 224" gehe. Daraus ergäben sich für die Stadt "enorme Chancen für eine attraktive Bebauung". Der Bürgermeister verweist darauf, dass der Ratsbürgerentscheid nicht mehr Grundlage von Entscheidungen sei, sondern Bund und Land 2014 das Ausbauvorhaben neu gestartet hätten und entsprechende Beschlüsse gefolgt seien.

Die Flächen (nämlich die Kleingärten und der Freibad-Parkplatz hinter der Lärmschutzwand gegenüber von Stadion und Freibad, die Areale der beiden Moltke-Halden, der freie Grund an der Uhlandstraße sowie die Brache an der Ecke Schützen-/Harsewinkelstraße) seien zusammen größer als die Innenstadt, heißt es ergänzend von der Verwaltung, und böten extreme städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Externe Berater hatten bis vor wenigen Tagen die Möglichkeit, ihre Interesse an einem Erstellung eines solchen Konzeptes zu signalisieren. Ende des Monats, so Roland, sollen die geeignetsten Bewerber zur Abgabe eines offiziellen Angebotes aufgefordert werden. Eine Vergabe sei voraussichtlich für August vorgesehen. Ergebnisse werden im 2. Quartal 2021 erwartet.

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