Kunstprojekt

Gladbeck: Bürger wollen Stellwerk Zweckel als Verein kaufen

Das mechanische Stellwerk Zweckel wurde durch einen Neubau mit moderner Technik ersetzt und steht jetzt leer.

Das mechanische Stellwerk Zweckel wurde durch einen Neubau mit moderner Technik ersetzt und steht jetzt leer.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Das alte Bahngebäude in Gladbeck-Zweckel soll mit Hilfe eines Künstlers zum Ort der Begegnung werden. Das ist geplant.

Ein nächster Schritt zum Erhalt und zur neuen Nutzung des historischen Stellwerks Zweckel ist gemacht. Die „Gesellschaft der Neuen Auftraggeber“ (GNA), Kulturstiftung des Bundes, hat das Vorhaben seit Jahresanfang offiziell als Projekt in ihr Förderprogramm aufgenommen. Die Gladbecker Freunde des Stellwerks Zweckel wollen jetzt zügig einen Verein gründen, mit dem Ziel, das denkmalgeschützte Gebäude von der Deutschen Bahn zu kaufen.

„Ein solcher Trägerverein ist nicht nur für den Erwerb wichtig“, sagt Stellwerk-Freundin Andrea Niewerth, „sondern auch, um Fördermittel beantragen zu können, die in die Umsetzung der weiteren Pläne fließen können“. Das gilt auch für die begleitende Hilfe durch einen Mediator der Neuen Auftraggeber (NAG). Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt die Gesellschaft der Neuen Auftraggeber darin, zunächst die Entwicklung von insgesamt 20 Projekten zu erproben. Sie fördert diese Vorhaben bis zur Erarbeitung eines konkreten künstlerischen Entwurfs. Die Finanzierung für die Produktion der Werke wird dann durch geeignete weitere Partnerschaften gesichert.

Das Stellwerk soll zu einem Treffpunkt und ein Ort mit überregionaler Strahlkraft werden

Ziel der Freunde des Stellwerkes ist es, als Neue Auftraggeber das Gebäude zu erhalten und zu einem Treffpunkt nicht nur für Gladbecker Bürger, sonder als einen Ort mit auch überregionaler Strahlkraft zu entwickeln. Quasi 100 Jahre alte Bausubstanz und manuelle Schalttechnik, die mit den Neuen Auftraggebern zu einem Gesamtkunstwerk weiterentwickelt wird.

GNA-Mediator für Gladbeck ist Denis Bury, der die Stellwerk-Freunde als Auftraggeber bei der Suche nach einem für das jeweilige Projekt geeigneten international renommierten Künstler unterstützt, der einen Vorschlag ausarbeitet. „Dabei sollen natürlich die beabsichtigten Ziele des Projektes und die Vorgaben der Auftraggeber berücksichtigt werden“, so Bury. Wenn dieser Vorschlag die Bürgerinnen überzeugt, würden im nächsten Schritt „aus regionalen und überregionalen Quellen die notwendigen Finanzmittel für die Umsetzung akquiriert“.

„Neue Auftraggeber“ setzen derzeit auch ein Projekt in einer brandenburgischen Kleinstadt um

Wie so ein Projekt aussehen kann, ist aktuell beispielsweise in der brandenburgischen Kleinstadt Pritzwalk zu beobachten. Dort setzen die Neuen Auftraggeber das Projekt „Die sieben Künste von Pritzwalk“ um. Ziel der Bürger ist es dort, die Verödung der Altstadt abzuwenden und diese neu zu beleben. Ein Kunstverein wurde gegründet und mit Hilfe des GNA-Mediators konnte das international bekannte Künstlerduo Clegg & Guttmann als Partner gewonnen werden. In Pritzwalk wird so im Sommer ein Kulturfestival Kunst aus sieben Bereichen (wie Foto, Mode, Theater, Musik Tanz) zeigen, und die Innenstadt so in einen lebendigen Ort verwandelt.

In Gladbeck hat GNA-Mediator Denis Bury bereits mehrere vorbereitende Treffen der Stellwerk Freunde besucht. So auch zum Jahresanfang, wobei beschlossen wurde, bei der nächsten Zusammenkunft einen Trägerverein zu gründen. „Mit dem Ziel, das Stellwerk mit Fördermitteln zügig zu erwerben und als Projekt der Neuen Auftraggeber zu entwickeln“, so Andrea Niewerth. Dabei werden auch Ideen gesammelt, welche künstlerischen Konzepte für das Stellwerk Zweckel denkbar wären. Weitere interessierte Bürger sind zur anvisierten Vereinsgründung im Frühjahr (ein genauer Termin steht noch nicht fest) eingeladen. Infos/Kontakt: stellwerk-zweckel@gmx.de

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