Windrad-Pläne

Ein Hotel auf der Mottbruchhalde geht nur ohne Windrad

Mit oder ohne Windrad? Die Diskussion um die Gestaltung der Mottbruchhalde ist neu entflammt.

Mit oder ohne Windrad? Die Diskussion um die Gestaltung der Mottbruchhalde ist neu entflammt.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

In Gladbeck gibt es zu wenig Übernachtungsmöglichkeiten, so Michael Hübner SPD. Ein ganz besonderes Hotel in Brauck könnte da Abhilfe schaffen.

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Spazierwege, vielleicht in Trimm-Pfad oder auch eine Route für Mountainbiker. „All das“, sagt György Angel, „wäre schon möglich, auch wenn auf der Mottbruchhalde ein Windrad stünde.“ Ein großes „Aber“ schickt der langjährige Braucker SPD-Ratsherr allerdings auch gleich hinterher. Denn für die Halde sei ja schließlich viel mehr in der Planung, das Gestaltungspotenzial enorm. „Diese Pläne schließen dann allerdings die Errichtung einer Windkraftanlage oben auf der Halde komplett aus“, betont Angel.

Die Gladbecker Grünen haben die Stadt aufgefordert die Windrad-Klage zurückzuziehen

Ja, die Haldengestaltung liegt dem Braucker sehr am Herzen. Und das nicht, weil schon so viele Ideen in dem Projekt stecken.

Dass die Gladbecker Grünen nun auf einmal das Windrad doch wollen und deshalb die Stadt aufgefordert haben, die Klage gegen den Kreis zurückzuziehen, kann Angel nicht nachvollziehen. Ihn geht es um die Menschen in Brauck. Und die seien, davon ist er überzeugt, in der Mehrheit gegen das Windrad. Klar, fügt Angel direkt hinzu, Klimapolitik sei wichtig, die Energiewende ebenfalls. „Aber man muss das Thema gesamtgesellschaftlich angehen und auch den sozialen Aspekt beachten.“

Die geplante aufwändige Haldengestaltung führt auch der Fraktionschef der SPD, Michael Hübner, als Argument gegen das riesige Windrad an. „Die Mottbruchhalde ist eine von sechs Halden, für die der RVR schon immer ganz besondere Pläne vorgesehen hat“, so Hübner. Sogar ein Hotel sei irgendwann ins Gespräch gekommen. Ein ganz besonderes noch dazu. Ein kleine Siedlung aus mobilen Mini-Holzhäusern (Tiny House) soll den Haldentourismus ankurbeln und mehr Übernachtungsgäste nach Gladbeck holen. „Wir haben zu wenig Hotelbetten in Gladbeck“, betont Hübner.

Ein Pendant zum Röhrenhotel im Bernepark in Bottrop

Was das Parkhotel mit seinen skurrilen Übernachtungsmöglichkeiten in Betonröhren für Bottrop sei, könnte für Gladbeck das Tiny-House-Hotel werden. Eine ganz besondere Attraktion eben. Hübner hält die Idee auch durchaus für umsetzbar. Auf der Mottbruchhalde steht nämlich noch ein altes Basislager aus Bergbauzeiten. „Alle Versorgungsleitungen liegen dort noch. Das wäre ein idealer Standort für ein Haldenhotel“, sagt Hübner. Das Silo befinde sich auf dem mittleren Plateau, nicht ganz oben. „Trotzdem funktioniert ein Hotel an dieser Stelle natürlich nur ohne Windenergieanlage“, betont der Fraktionschef der Sozialdemokraten.

Was für ihn aber noch gegen das Windrad spricht: „Für so ein Projekt muss man eine Akzeptanz bei den Bürgen schaffen.“ Als die städtischen Immobilien mit Solardächern ausgestattet wurden und auch beim Bau der Windenergieanlage in Ellinghorst sei das geschehen. Über Solarsparkassenbriefe und so genannte Genussrechte konnten Bürger Anteile an den Anlagen erwerben und letztendlich mit der Energiewende auch Geld verdienen. Die SL NaturEnergie habe dieses Projekt damals gemeinsam mit der Stadtverwaltung ins Leben gerufen. Hübner: „So nimmt man Leute mit. Die Steag hat so eine Bürgerbeteiligung aber abgelehnt. Dem Unternehmen geht es beim Windrad auf der Mottbruchhalde allein um den Profit.“

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