Reformationsjubiläum

Ein Abend ganz im Geiste Martin Luthers

Prof. Dr. Herman J. Selderhuis hielt den  Festvortrag beim Sommerempfang im Martin Luther Forum Ruhr.

Prof. Dr. Herman J. Selderhuis hielt den Festvortrag beim Sommerempfang im Martin Luther Forum Ruhr.

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.   Beim Sommerempfang des Martin Luther Forums Ruhr im Luther-Jubiläumsjahr standen Werk und Wirken des Reformators im Mittelpunkt.

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Sommerempfang im Martin Luther Forum im Jahr des Luther-Jubiläums: Da luthert es gewaltig. Der Reformator ist omnipräsent in Reden und Gedanken, steht mit seinem Konterfei auf großem Plakat mit auf der Bühne in der ehemaligen Markuskirche. Nur hin und wieder muss er sich mit der Rolle am Rand des Geschehens begnügen, wenn das Blechbläser-Ensemble der Urban Brass Band aus Hannover den Platz für ihre Instrumente braucht. Aber es sind ja auch seine Lieder, die sie spielen.

Die Bürgermeisterin: Ein Mann widersprüchlicher Facetten, der dem Volk aufs Maul geschaut hat

Luther also. Es wird viel gesagt über ihn an diesem Abend. „Ein Mann widersprüchlicher Facetten, der zur Auseinandersetzung herausfordert“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Puschadel (SPD). Die Politikerin hält eine seiner Aussagen für besonders wichtig in heutiger Zeit: „Man soll dem Volks aufs Maul schauen“.

Der EU-Abgeordnete: Das religiöse Miteinander wird wieder zur Gretchenfrage in Europa

Luther und seine Rolle in Europa – auch das ist Thema. Arne Lietz, (SPD), Mitglied des Europäischen Parlaments, und als Gast aus der Lutherstadt Wittenberg nach Gladbeck gekommen, betont die Notwendigkeit von Toleranz und das Recht auf Religionsfreiheit in einem Europa, in dem das „religiöse Miteinander wieder zur Gretchenfrage“ werde.

Luther? Der war nicht nur ein Apostel der Freiheit und ein guter Mann. Er war auch Antisemit und intolerant, hat mit der Spaltung der Kirchen viel angerichtet in der Welt. Auch das muss gesagt werden im Jahr der Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation. Professor Dr. Herman J. Selderhuis aus Apeldoorn, der den Festvortrag („Zwischen deutschem Luther und Europäischem Protestantismus – Perspektiven des Reformationsgedenkens“) hält, tut dies in leichtem Ton und mit feinem Humor.

Der Professor: Zum Verstehen der heutigen Zeit sind fundamentale Kenntnisse der Reformation notwendig

Er spannt einen weiten Bogen von 1517 bis 2017. „Zum Verstehen der heutigen Zeit sind fundamentale Kenntnisse der Reformation, die den größten Einfluss auf die Entwicklung der Welt hatte, notwendig“. Ebenso wichtig sei aber der Blick nach vorn, auf die Zeit nach dem 31. Oktober 2017. Selderhuis lässt keinen Zweifel, was zu tun ist: „Ab dem 1. November müssen wir ran an die Arbeit“. Das Ende des Jubiläumsjahres müsse ein Anfang sein: Für die Suche nach Gott, nach dem Sinn des Lebens, nach Orientierung. Luther spiele weiterhin eine wichtige Rolle. „Er hat viele Hinweise zur Zukunft gegeben, auch zum Umgang mit der Umwelt“.

Ein Buddy Bear, Botschafter für Toleranz, als Dank

Die Gäste danken dem Theologen mit langem Applaus. Er war übrigens für Frank Walter Steinmeier, der noch als Außenminister eine Zusage gegeben hatte, eingesprungen. Dr. Martin Grimm, Vorsitzender des Fördervereins, übergibt ihm eine der vom Künstler Otmar Alt gestalteten Buddy Bear-Figuren, Symbol für Toleranz und seit der spektakulären Buddy Bear-Ausstellung 2012 auch einer der Botschafter des Gladbecker Luther Forums.

Altpräses Buß zieht den Hut vor den Ehrenamtlichen und ihrem immensen Engagement

Dank und große Anerkennung spricht Altpräses Dr. h.c. Alfred Buß den Ehrenamtlichen des Luther Forums für ihr immenses Engagement aus.

Buß: „Die zehn Jahre haben gezeigt, dass es keine Priester und Pfarrer braucht. Die fundamentalen Erkenntnisse der Reformation werden hier gelebt. Ich ziehe gewaltig den Hut

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