Diesel-Debatte: Bürgerforum will Verkehrswende

Das Bürgerforum Gladbeck nimmt die aktuelle Diskussion um Diesel-Autos zum Anlass, für eine grundsätzliche Verkehrswende zu plädieren, für die die hiesige Region Modell sein könnte – natürlich ohne einen Ausbau der B 224 zur Autobahn A 52. „Nach der Wahl müssen Bundestag und -regierung die Weichen für eine neue Verkehrspolitik stellen“, argumentiert Vorstandsmitglied Matthias Raith, der „Diesel-Gipfel“ habe keinen Durchbruch für eine gesundheitsgerechte Entwicklung des Autoverkehrs gebracht.

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Das Bürgerforum Gladbeck nimmt die aktuelle Diskussion um Diesel-Autos zum Anlass, für eine grundsätzliche Verkehrswende zu plädieren, für die die hiesige Region Modell sein könnte – natürlich ohne einen Ausbau der B 224 zur Autobahn A 52. „Nach der Wahl müssen Bundestag und -regierung die Weichen für eine neue Verkehrspolitik stellen“, argumentiert Vorstandsmitglied Matthias Raith, der „Diesel-Gipfel“ habe keinen Durchbruch für eine gesundheitsgerechte Entwicklung des Autoverkehrs gebracht.

Wobei Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Großstädten keine Lösung seien, vertritt das Bürgerforum in dieser Hinsicht eine überraschende Position. Der Verein sieht darin ein zweischneidiges Schwert, da Dieselfahrzeuge für die Logistikabläufe vieler Unternehmen und damit für die Ver- und Entsorgung der Bevölkerung kurzfristig nur schwer verzichtbare Dienste leisteten. „Diesel-Pkw sind das Rückgrat des Pendlerverkehrs“.

Statt dessen müssten folgende Weichen in der Verkehrspolitik gestellt werden:

1Den öffentlichen Schienennahverkehr attraktiver gestalten, z.B. durch Taktverstärkung der Nahverkehrszüge, Lückenschluss-Maßnahmen wie der Wiederherstellung zweigleisiger Verbindungen zwischen Essen, Bottrop und Gladbeck. Ebenso: Die Verlängerung der Gleise von GE-Buer nach Gladbeck-Ost für einen direkten Anschluss von Gladbeck an das Stadtbahnsystem.

2Mehr Schnellbuslinien zwischen Dorsten, Marl, Gladbeck und Essen, dazu Preisanreize, die den ÖPNV für Umsteiger vom Auto interessant machen.

3Bauliche Anreize für den Radverkehr schaffen, z.B. ein direkter Radweg zwischen Gladbeck und Essen, der pendler- und kundentauglich ist.

4Ausbaupläne für die A52 auf der Trasse der B 224 mitten durch die Gladbecker Stadtmitte revidieren. Raith: „Die aktuellen Erkenntnisse und Enthüllungen zeigen: Eine zusätzliche Vermischung von Fernverkehr und Wohnen durch die A52 mitten durch Gladbeck wäre ein menschenverachtender Anachronismus.“

5Die Alternativen: Umleitung des LKW-Fernverkehrs auf die Autobahnen A 43, A 2, A 42, A 31. Für den Verkehr von Chemie und Handelsunternehmen zwischen dem Industrie-Cluster Marl und den Zentren der Metropole Ruhr eine Ortsumgehung planen. Damit meint Raith wohl die alten Heege-Pläne. Die Umweltverträglichkeit einer Umgehung sei angesichts der neu erkannten Gefahren für eine Vermischung von dichter Besiedlung und intensivem Dieselverkehr wesentlich positiver als bislang dokumentiert,

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