Verkehrsunfälle

Die B 224 in Gladbeck ist jetzt doch ein Unfallschwerpunkt

Ein besonders schwerer Unfall mit einem Toten ist im März 2017 auf der B 224 passiert.

Ein besonders schwerer Unfall mit einem Toten ist im März 2017 auf der B 224 passiert.

Gladbeck.   Aktuelle Zahlen belegen eine Häufung von Auffahrunfällen auf der Bundesstraße. Die Verkehrsunfall-Kommission berät nach den Herbstferien.

Auf der B 224 gibt es seit Jahren viele Unfälle, allein 13 schwerere waren es bislang in 2017. Aber als Unfallschwerpunkt war die mit täglich 40 000 Fahrzeugen befahrene Bundesstraße im Bereich Gladbeck bisher nicht von Verkehrsexperten und Polizei gesehen worden. Das hat sich aktuell verändert.

„Jetzt ist die B 224 doch ein Unfallschwerpunkt“, sagt Ulrike Engbers, Vorsitzende der Verkehrsunfallkommission und Leiterin Fachdienst Straßen im Kreis, gegenüber der WAZ. Denn sieben der 13 gravierenderen Unfälle in 2017 hatten die gleiche Ursache: Es waren Auffahrunfälle, sechs mit Leichtverletzten, einer mit schwerem Sachschaden.

Kriterien für eine Unfallhäufungslinie sind übererfüllt

Damit sind die Kriterien sogar übererfüllt, nach denen die Polizei eine „Unfallhäufungslinie“, so der Fachbegriff, feststellt. Dabei müssen bei einem Verkehrsaufkommen von 40 000 Fahrzeugen mindestens fünf der Unfälle die gleiche Kategorie erfüllen.

Daher sind jetzt sind Maßnahmen gefordert. Aus diesem Grund wird die Verkehrsunfallkommission, der Vertreter der Kreisverkehrsbehörde, der Stadt Stadt Gladbeck, von Straßen.NRW und der Polizei angehören, kurzfristig nach den Herbstferien zusammengerufen, um darüber zu beraten, wie die Situation auf der B 224 entschärft werden kann.

Kommission tagte Ende Juni wegen eines tödlich verlaufenen Auffahrunfalls auf der B 224

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass die Verkehrsunfallkommission, ebenfalls aus aktuellem Anlass und wegen der B 224, getagt hat. Das war am 28. Juni und der Anlass war ein tödlicher verlaufener Auffahrunfall vor der Ampelkreuzung Stein-/Goethestraße im März. Auf der Sitzung wurde die Prüfung von Maßnahmen wie die Einrichtung einer Stauwarnanlage und einer Überfahrsperre beschlossen. Geschwindigkeitsreduzierungen auf der A 52 (auf 100 km/h) ab Gelsenkirchen-Buer und beim Übergang von zur B 224 auf 70 km/h wurden sofort veranlasst.

Das Bürgerforum war mit den in diesem Zusammenhang erfolgten Aussagen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit unzufrieden. Der Vorsitzende Dr. Norbert Marißen hatte in einem Schreiben an die Unfallkommission kritisch angemerkt, dass zwar Maßnahmen zur Unfallsenkung vorgeschlagen worden seien, dennoch keine Unfallhäufigkeit auf der B 224 festgestellt werde. Darin sah er einen Widerspruch vor allem mit Blick auf insgesamt hohe Unfallzahlen von insgesamt über 400 Unfällen in den vergangenen fünf Jahren.

Analyse und Erforschung der Ursachen

Daraufhin hatte die Unfallkommission bei der Polizei die aktuellen Zahlen für schwerere Unfälle (leichtere zählen in diesem Fall nicht) nicht nur für 2016, sondern auch für 2017 erfragt, teilt Ulrike Engbers mit. Mit dem entsprechenden Ergebnis, das nun Handlung erfordert.

Welche Maßnahmen nun getroffen werden sollten, um die auffällige Häufigkeit der Auffahrunfälle zu verringern, darüber wird die Verkehrsunfallkommission beraten. Dabei werde zunächst die Situation analysiert, so Ulrike Engbers. Beispielsweise ob es an der Geschwindigkeit oder Lichtverhältnissen liegen könnte.

Unfälle werden Kategorien zugeordnet

Um eine Unfallhäufungslinie festzustellen, werden Unfälle in Kategorien eingeordnet. Typ 1 ist danach ein Unfall mit Todesopfer, Typ 2 mit Verletzten, Typ 3 mit Leichtverletzten, Typ 4 mit schwerem Sachschaden. Sieben der 13 gezählten Unfälle in 2017 gehörten zur Kategorie 3. Sechs zählten zu unterschiedlichen Kategorien.

Die Polizei veröffentlicht die Gesamtzahl der Unfälle für dieses Jahr erst Anfang 2018.

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