Strafanzeige

Critical-Mass-Tour: Polizei in Gladbeck stellt Strafanzeige

Rund 40 Radler waren am Freitag bei der letzten Critical Mass des Jahres dabei, einige von ihnen weihnachtlich verkleidet.

Rund 40 Radler waren am Freitag bei der letzten Critical Mass des Jahres dabei, einige von ihnen weihnachtlich verkleidet.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Zur letzten Critical-Mass-Aktion dieses Jahres haben sich am Freitag Radfahrer in Gladbeck getroffen. Die Polizei stellte Strafanzeige.

Rund 40 Teilnehmer haben sich am Freitagabend zur letzten Critical Mass (kritische Masse) in diesem Jahr getroffen. Die Radler waren dazu teilweise als Weihnachtsmann verkleidet oder mit roter Nikolausmütze auf dem Kopf zum Treffpunkt am Rathaus gekommen. Von dort aus ging die Tour los. Auch die Polizei war vor Ort.

Die Beamten stellten eine Strafanzeige gegen Unbekannt. Der Grund: Die Fahrradtour war nicht angemeldet, die Polizei wertet dies als Straftat nach dem Versammlungsrecht. „Die Beamten haben zunächst versucht herauszufinden, wer Versammlungsleiter ist“, so Polizist Frank Grapatin am Sonntag zur WAZ. Daraufhin sei ihnen erklärt worden, dass es einen solchen nicht gebe.

Die Polizei nahm die Personalien von zwei Teilnehmern auf

„Es kam zur Diskussion und zwei der Teilnehmer sollten sich ausweisen, die Polizei nahm ihre Personalien auf“, berichtet Simone Steffens, Bürgermeister-Kandidaten der Grünen, die ebenfalls dabei war. Bereits bei der letzten Aktion im November hatte die Polizei strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Zwei Beschuldigte wurden bei der Polizei vorgeladen.

Die Radler hingegen argumentieren damit, dass die Aktion wie eine normale Radtour sei, vergleichbar mit einer vom ADFC. „Eine ganz normale Tour, die dann auch nicht angemeldet werden muss“, so Steffens.

Auch Teilnehmer aus anderen Städten waren dabei

Die Polizei begleitete die Radfahrer am Freitag mit dem Argument, diese zu schützen. Das müssen sie aber nicht, so die Einschätzung der Gruppe. „Das ist nicht erforderlich“, sagt Steffens. Mit der Tour ist die Grünen-Fraktionsvorsitzende zufrieden. „Es waren überraschend viele da, die mitgeradelt sind. Auch aus anderen Städten, darunter Mülheim, Oberhausen und Essen.“

Nach der Tour kamen die Radler auf dem Willy-Brandt-Platz noch zu Glühwein, Tee und Keksen zusammen. Auch weiterhin, so Simone Steffens, soll es an jedem dritten Freitag im Monat „die Möglichkeit geben, sich zur Radtour zu treffen.“

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