Stadtteilverschönerung

Bunter Kasten am Straßenrand begeistert „böse Mädchen“

Annette Schmidt (links) von der Siedlergemeinschaft und der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Werner Hülsermann (3. von rechts) , sowie Mitglieder des SPD-Ortsvereines und des Frauen-Stammtisches „böse Mädchen“ schauen Künstler Maurizio Bet (rechts) bei der Gestaltung von Stromkästen an der Sandstraße zu.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Annette Schmidt (links) von der Siedlergemeinschaft und der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Werner Hülsermann (3. von rechts) , sowie Mitglieder des SPD-Ortsvereines und des Frauen-Stammtisches „böse Mädchen“ schauen Künstler Maurizio Bet (rechts) bei der Gestaltung von Stromkästen an der Sandstraße zu. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gladbeck.  Siedlergemeinschaft Rentfort hat Projekt zur Verschönerung von grauen Verteilerkästen angestoßen. Weitere Sponsoren sind als Paten willkommen.

„Ich freue mich jetzt richtig, wenn die Ampel an der Kreuzung Sandstraße/Hegestraße Rot zeigt und halte richtig gerne an“, sagt Monika Wortmann. Klingt paradox, der Knotenpunkt nervt ja eigentlich sonst viele, besonders im Berufsverkehr zurückgestaute Autofahrer. Erklärt sich aber schnell, denn Monika Wortmann ist ein „böses Mädchen“.

Sie ist Mitglied des Rentforter Frauenstammtischs „böse Mädchen“, dessen knallbuntes Logo, eine freche Göre mit pinkgefärbtem Haar, jetzt einen zuvor trist-grauen Verteilerkasten am Straßenrand ziert. Ein Hingucker eben, der alle 14 „bösen Mädchen“ des Stammtisches nun zu Rotlichtfans an der Abbiegespur Richtung Alt-Rentfort macht.

Siedlergemeinschaft hat das Projekt angestoßen

Verantwortlich für die ungewöhnliche Begeisterung ist die Siedlergemeinschaft Rentfort, die das bunte Projekt zur Verschönerung der Verteilerkästen im Stadtteil angestoßen hat. „Die meist verschmutzten grauen Kästen sind hässlich und bieten kein schönes öffentliches Bild am Straßenrand, werden oft noch beschmiert und können sich zu richtigen Dreckecken entwickeln“, erklärt Vorsitzender Werner Hülsermann. „Wir haben uns entschlossen, dagegen etwas zu tun, und versucht Paten zu finden, die bereit sind, einen Kasten mit einem buntem Motiv zu verschönern.“ Das Projekt kam erst richtig durch den besonderen Einsatz von Siedlerin Annette Schmidt in Schwung, die emsig bei Veranstaltungen um Paten warb.

Die direkten Nachbarkästen links und rechts vom „bösen Mädchen“ sind so bereits auch knallbunt. Die Verschönerung des großen Grauen am Ortseingang hat der SPD-Ortsverein Rentfort übernommen. „Wir unterstützen die Initiative und haben uns entschieden, das wichtige Thema Energiewende als Kunstwerk darzustellen“, sagt SPD-Ratsfrau Claudia Braczko. Ein Zechenturm ist so ebenso als Motiv zu sehen wie Windräder und ein großer Stromstecker. „Den Übergang von der Nutzung fossiler Energieträger bis zur nachhaltigen Versorgung mit regenerativen Energien hat Maurizio Bet gelungen umgesetzt“, so Ratsherr Berat Arici. Der Künstler an der Spraydose hat bereits viele Mauern im Stadtgebiet verziert und kann mit der Verschönerung der Verteilerkästen mit Gagen von 70 (kleiner Kasten) oder 140 Euro (groß) beauftragt werden.

Die Motive sind frei wählbar

„Die Motive sind frei wählbar und können von den Paten auch selbst aufgemalt werden, gewisse Regeln, wie keine Werbung oder Diskriminierung, müssen freilich eingehalten werden“, so Werner Hülsermann. „Wir kümmern uns als Service um die Genehmigung von Stadt, Energie- oder Multimediaversorgern.“

  • Kontakt zur Siedlergemeinschaft Rentfort ist telefonisch mit Annette Schmidt (0171-8519277) oder Werner Hülsermann (45919) möglich.
  • Die Initiatoren haben bereits Paten für elf Verteilerkästen gewonnen und für sechs weitere Standorte Genehmigungen erhalten, wo sofort die Bemalungsaktionen starten können.­

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