Kunst am Kasten

Bunte Hommage an Hundertwasser

Inge Arnold und Tochter Martina Kropf polieren fürs Foto stolz „ihren“ bunten Hundertwasser-Stromkasten an der Schanzenheide auf

Inge Arnold und Tochter Martina Kropf polieren fürs Foto stolz „ihren“ bunten Hundertwasser-Stromkasten an der Schanzenheide auf

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.  Einst trist-graugrüner Stromkasten in Zweckel erinnert an die farbenfrohe Wohnanlage in Wien, die der östereichische Künstler konzipert hat.

Man stelle sich vor: Da wird quasi in einer Nacht- und Nebel-Aktion direkt neben dem schmucken Einfamilienhaus am Waldesrand eine knallbunte Hochhaussiedlung errichtet – und die damit überraschten Nachbarn freuen sich auch noch! Die Geschichte ist schnell erklärt. Die farbige Trabantenstadt ist Kunst am Kasten, genauer gesagt am einst grünen Stromverteiler der ELE am Haus Schanzenheide 12. Eine Geburtstagsüberraschung für Inge Arnold von ihren Töchtern Martina und Sandra zum 77.

Wobei die beschenkte Zweckelerin zuerst einen kleinen Schreck verarbeiten musste. „Was die Kinder da auf die Beine gestellt haben, das hat mich sehr gefreut. Beim zweiten Gedanken habe ich mich aber sofort gesorgt und gesagt: Ihr könnt doch nicht einfach den Stromkasten anmalen, das gibt doch bestimmt Ärger.“

Alles beantragt und genehmigt

Nach allgemeiner Erheiterung der zuvor Eingeweihten im Rund um Künstler-Sprayer Maurizio Bet, der für die Malaktion gebucht war, konnte das Geburtstagskind beruhigt und aufgeklärt werden, „dass alles abgesprochen und genehmigt ist“, erzählt Tochter Martina Kropf.

Die Mama erkannte sofort, was da mit gekonnten Spraystößen aus der Dose auf der einst tristen Kiste entstand: eine Hommage an Hundertwasser. „Wir haben bei einer Reise nach Wien auch das

Hundertwasserhaus angeschaut, das mir mit seinen vielen bunten Farben besonders gut gefallen hat“, erzählt die Gladbeckerin. Der begeisterte Reisebericht der Eltern kam Martina Kropf schnell in den Sinn, als sie von der Initiative der Rentforter Siedlergemeinschaft erfuhr, triste Stromkästen in bemalte Hingucker zu verwandeln.

„Da habe ich sofort an den Stromkasten vor meinem Elternhaus gedacht, und die Idee, meiner Mutter ein besonderes Geburtstagsgeschenk zu machen, war schnell geboren“, so die Rentforte-rin. Ein Motiv von Borkum wäre auch möglich gewesen, sind die Eltern doch erklärte Urlaub-Fans der ostfriesischen Insel. Die Entscheidung zugunsten des österreichischen Künstlers habe dann aber schnell festgestanden, „weil wir alle ja sehr auf Farben stehen“.

Familie ist vom Resultat begeistert

Kein Wunder, Vater Helmut Arnold ist ja selbst Herr der Farben, der als Malermeister viele Jahre selbstständig einen Betrieb führte. Ganz fasziniert habe er zugeschaut, berichtet der Profi im Ruhestand, wie Künstler Maurizio Bet ganz anders strukturiert mit Sprühfarben arbeitete als er mit Farbe und Pinsel: „Es war faszinierend, wie er sein Motiv quasi von hinten nach vorne aufgebaut hat.“ Die ganze Familie ist vom Resultat begeistert und sich einig: „Jetzt haben wir statt des einfachen Kastens einen bunten Hingucker.“

Klingt zudem auch gut, was die Arnolds jetzt sagen könnten: „Ich wohne direkt neben dem Haus vom Hundertwasser.“

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