Verkehrssicherheit

Bürgerforum kritisiert B 224-Arbeiten

Die neue Fahrbahntrennung ist eine von vier Sicherheitsmaßnahmen. In der Nacht zu Dienstag wurde sie installiert.

Foto: Oliver Mengedoht

Die neue Fahrbahntrennung ist eine von vier Sicherheitsmaßnahmen. In der Nacht zu Dienstag wurde sie installiert. Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.   Das Stauwarnsystem sei begrüßenswert, ebenso die neue Fahrbahntrennung. Doch es bestehen Zweifel, ob das Ziel der Unfallreduktion erreicht wird.

Seit Anfang des Monats laufen die Maßnahmen zur Verkehrsverbesserung auf der B 224. In der Nacht zu gestern wurden Schutzwände als Fahrbahntrenner auf dem ersten Abschnitt installiert, es folgen eine angepasste Ampelsteuerung, eine verlängerte Auffahrt zur A2 sowie Stauwarnmelder.

Das Bürgerforum Gladbeck steht diesen Maßnahmen – zumindest teilweise – kritisch gegenüber. „Wir bewerten sie sehr unterschiedlich“, sagte gestern der Vorsitzende Dr. Norbert Marißen im Gespräch mit der WAZ. „Das Stauwarnsystem ist unbedingt notwendig“, stimmt Marißen zu. „Die Fahrbahntrennung ist grundsätzlich auch ok, da sie hilft, in der Spur zu bleiben.“ Doch es bestehen seitens des Bürgerforums Bedenken, ob der Verkehr wirklich gefahrlos durch die wesentlich schmaleren Spuren geführt werden kann.

Kein rationales Argument für Tempo 70

Deshalb schlägt das Forum eine Begrenzung der Fahrzeugbreite für Kfz vor, die die linke Spur befahren – wie man es von Autobahnbaustellen kennt. Auch sei nun die Mindestbreite für derartige Straßen unterschritten: Laut Richtlinie sind 3,25 Meter pro Fahrspur vorgeschlagen, Straßen.NRW gibt die breite nach dem Einbau der Trennwand mit 3,10 Metern an.

Auch die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist dem Bürgerforum ein Dorn im Auge: „Es gibt kein rationales Argument, warum dort Tempo 70 sein muss“, so Norbert Marissen. „Das Ziel, die Unfallhäufigkeit zu verringern, könnte dadurch deutlich verfehlt werden.“ Die Initiative will sich deshalb im kommenden Jahr die Unfallstatistiken aus 2018 ansehen und die Sicherheitsmaßnahmen evaluieren.

Die angepasste Ampelsteuerung kritisiert das Bürgerforum ebenfalls. Marißen: „Längere Grünphasen tragen unserer Meinung nach nicht zu mehr Sicherheit bei. Im Gegenteil.“ Viele Autofahrer hielten sich schon jetzt nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung und könnten bei freier Fahrt erst recht Gas geben.

Bürger außen vor gelassen

„Der Gladbecker Bürger wird bei solchen Entscheidungen leider nicht bedacht und völlig außen vor gelassen.“ Denn, so der Vorsitzende, die Grünphasen der Fußgängerampeln an der B 224 seien jetzt schon kurz. Künftig könnten sie eine Gefährdung darstellen. „Wenn ich mich schon beeilen muss, wie ist das dann erst bei einem Menschen mit eingeschränkter Mobilität?“ Dabei betont er: „Wir begrüßen, dass überhaupt etwas passiert. Aber wir werden den Erfolg der Maßnahme beobachten.“

Die drei übrigen Maßnahmen zur Verkehrssicherung auf der B 224 sollen im Laufe des Jahres nach und nach umgesetzt werden.

>>> INFOKASTEN: Lebensqualität könnte abnehmen

Auch die Verlängerung der Auffahrt zur A 2 beobachtet das Bürgerforum kritisch. „So eine Maßnahme führt zu einer Beschleunigung des Verkehrs“, erklärt Norbert Marissen.

Im schlimmsten Fall könne die Lebensqualität der Menschen in den südlichen Stadtteilen unter den Maßnahmen leiden.

Auch interessant
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik