Verkehr

Bürgerforum fordert Einbeziehung der B 224 in die Umweltzone

Wenn die B 224 zur Umweltzone erklärt würde, dürften nur noch Fahrzeuge mit der grünen Plakette auf der Bundesstraße durch Gladbeck fahren.

Wenn die B 224 zur Umweltzone erklärt würde, dürften nur noch Fahrzeuge mit der grünen Plakette auf der Bundesstraße durch Gladbeck fahren.

Foto: FR

Gladbeck.   Initiative schreibt an die Bezirksregierung. Die Anfrage wurde mehrfach von Stadt, Politik und Bürgern gestellt. Jedesmal gab es eine Absage.

Seit dem 1. Juli 2014 dürfen im Stadtgebiet nur noch Autos mit der grünen Plakette an der Windschutzscheibe fahren. Ausnahme: Auf der B 224, die mitten durch die Stadt führt, gilt die Umweltzone nicht. Dieser Umstand wird seit Jahren kritisiert. Stadt, Politik und auch das Bürgerforum Gladbeck haben dazu mehrfach Anfragen an die Bezirksregierung gestellt. Die abschlägige Antwort, zuletzt im März 2018 an die Stadt, lautete stets: „Aufgrund der Transitbedeutung der B 224 ist es nicht möglich, diese in die Umweltzone aufzunehmen.“ Das Bürgerforum Gladbeck will sich damit nicht zufrieden geben und hat die Forderung zur Ausweisung der B 224 zu Umweltzone im Gladbecker Stadtgebiet in einem Brief an Regierungspräsidentin Dorothee Feller erneut erhoben.

Argument: Schadstoffe gefährden Gesundheit der Menschen

In dem Schreiben listen Bürgerforums-Vorsitzender Norbert Marißen und Stellvertreter Klaus Axnich die bekannten Argumente auf: die gesundheitsschädigende Stickoxid-Belastung, die sich durch Messungen der LANUV-Messstelle Goethestraße belegen lässt. Vor allem im Winter wird der von der EU zugrunde gelegte Höchstwert von 40 Mikrogramm häufiger überschritten.

Und auch die nicht minder gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung lag 2017 an 16 Tagen oberhalb der EU-Höchstwerte von 50 Mikrogramm. Wenn man die wesentlich niedrigeren Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO für beide Schadstoffbelastungen zugrunde legen würde, wären die Grenzwerte sogar an weit mehr Tagen überschritten, argumentiert das Bürgerforum.

Auf der B 1 in Dortmund und der B 54 ist es möglich

Marißen und Axnich führen aber noch weitere Argumente an: Die B 1 in Dortmund, auf der täglich 80.000 Fahrzeuge fahren, ist Umweltzone. Und die B 54, die durch Hagen führt und im Verkehrsaufkommen vergleichbar mit den 40.000 Fahrzeugen der B 224 ist, ebenfalls. „Offenbar ist der Regierungspräsident von Arnsberg bereit, mehr für den Schutz der Menschen zu tun als die Regierungspräsidentin in Münster“, heißt es in dem Schreiben.

„In beiden Fällen handelt es sich ebenfalls um Transitstrecken“, betont Marißen im WAZ-Gespräch. Das Argument aus Münster, aus diesem Grunde könne die B 224 nicht zur Umweltzone erklärt werden, sei deshalb schwer nachvollziehbar. Zumal auch der Großteil des Transit- und Schwerlastverkehrs auf der B 224 gar nicht betroffen wäre. „Die meisten Diesel-Lkw sind auf aktuellem Stand, erfüllen die Kriterien, um in Umweltzonen fahren zu können“, weiß Marißen. Auch gibt es nicht mehr so viele Pkw, die noch mit einer gelben oder gar roten Plakette gekennzeichnet sind. Marißen: „Deshalb ist die Weigerung aus Münster völlig unverständlich.“

Hoffnung, dass die Bezirksregierung dem Antrag statt gibt

Das Bürgerforum hofft, dass der Vorgang in der Bezirksregierung noch einmal hervorgeholt wird und dem Antrag aufgrund der geschilderten Faktenlage stattgegeben wird. Reagiert hat die Bezirksregierung auf das Schreiben, das am 16. Oktober verschickt wurde, noch nicht. Sprecherin Sigrun Rittrich gibt auf WAZ-Anfrage zu bedenken, dass die Angelegenheit etwas Zeit brauche.

Leserkommentare (8) Kommentar schreiben