Autobahnausbau

Bürgerforum bittet Gerdes (SPD) um Stopp der A 52-Pläne

Das Bürgerforum gegen den Ausbau der B 224 zur A 52 nutzt den Bundestagswahl und die Debatte um ein mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge, um erneut Bedenken gegen den Autobahnausbau zu äußern.

Foto: Oliver Mengedoht

Das Bürgerforum gegen den Ausbau der B 224 zur A 52 nutzt den Bundestagswahl und die Debatte um ein mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge, um erneut Bedenken gegen den Autobahnausbau zu äußern. Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.   Erst vor kurzen hat sich der SPD-Kandidat erneut für den Ausbau der B 224 ausgesprochen. Bürgerinitiative hofft dennoch auf ein Umdenken.

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Das Bürgerforum Gladbeck, erklärter Gegner der A 52, lässt nicht locker im Bemühen, den beschlossenen Autobahnausbau der B 224 zu verhindern.

Jetzt nutzen der Vorsitzende Dr. Norbert Marißen und Vorstandsmitglied Matthias Raith die aktuelle Debatte um mögliche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge und die nahende Bundestagswahl, um ihre Bedenken erneut zu äußern.

Verkehrsachsen sind heute nicht mehr tauglich

In einem offenen Brief wenden sie sich an den SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Gerdes, der wieder für den Bundestag kandidiert, und bitten ihn, sich für einen Stopp der Planung einzusetzen.

Dr. Marißen und Raith verweisen in dem Schreiben darauf, dass die innerstädtischen Verkehrsachsen im Ruhrgebiet, gebaut im vergangenen Jahrhundert, aus heutiger Sicht nicht mehr tauglich seien. „Sondern (sie sind) konkret gefährlich für die Menschen. Der Bau einer neuen Autobahn A 52 quer durch Gladbeck würde ohne Not und bewusst eine neue Gefahrenquelle für tausende betroffene Anwohner schaffen. Das haben wir alle nicht verdient.“

Es gehe um Schäden für Leben und Gesundheit

An Michael Gerdes, der erst kürzlich im WAZ-Interview betont hat, dass der Autobahnausbau kommen wird, ergeht daher die „herzlich Bitte“, er solle seine Auffassung überdenken und sich nach der Wiederwahl dafür einzusetzen, dass die A 52 mitten durch Gladbeck nicht gebaut wird. Als politisch Verantwortlicher könne er „Schäden für Leben und Gesundheit seiner Wähler“ nicht billigend in Kauf nehmen. „Das ist die kontinuierliche Förderung unserer Wirtschaft nicht wert“, so Dr. Marißen und Raith.

Der Vorstand nimmt auch Bezug auf die von Straßen.NRW veröffentlichten Prognosezahlen für den Verkehr auf der künftigen A 52. Dieser würde sich nahezu verdoppeln, und die damit einhergehenden Schadstoffbelastungen, insbesondere durch dieselbetriebenen Schwerlastverkehr, wären auch mit einem 1,5 Kilometer langen Tunnel nicht zu verantworten. Dessen „besonders gefährliche Münder und Rampen“ lägen mitten im Stadtgebiet.

Es geht um die Bürger im Wahlkreis

Und falls diese Argumente Gerdes nicht überzeugen sollten, gibt der Vorstand des Bürgerforums ihm eine eigene Interpretation zum aktuellen Slogan auf den Wahlplakaten „Da für Euch“. Damit wende Gerdes sich doch an die Bürger seines Wahlkreises und nicht an Industrieunternehmen, die mit schnellen Transporten noch leichter Geld verdienen wollen, aber mit ihren Verkehren den Menschen gezielt schaden.

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