Streitthema

B 224: Bürgerforum bleibt in Sachen Umweltzone hartnäckig

Rund 40.000 Fahrzeuge rollen täglich über die B 224 durch Gladbeck. Doppelt so viele fahren über die B 1 in Dortmund. Die wurde zur Umweltzone erklärt, obwohl auch dort die Bedeutung als Transitstrecke eine Rolle spielt.

Rund 40.000 Fahrzeuge rollen täglich über die B 224 durch Gladbeck. Doppelt so viele fahren über die B 1 in Dortmund. Die wurde zur Umweltzone erklärt, obwohl auch dort die Bedeutung als Transitstrecke eine Rolle spielt.

Foto: Ulla Michels

Gladbeck.   NRW-Umweltministerin lehnt eine Einbeziehung der Bundesstraße in die Umweltzone ab. Gladbecker fragen, warum die B 1 in Dortmund in Frage kam.

Warum wurde die Bundesstraße B1 in Dortmund 2011 zur Umweltzone erklärt, die B 224 in Gladbeck aber nicht? Und warum weigert die Bezirksregierung sich seitdem so hartnäckig, die viel befahrene Bundesstraße in Gladbeck in die Zone, in der nur Fahrzeuge mit der grünen Plakette fahren dürfen, mit aufzunehmen? Das Bürgerforum Gladbeck lässt in dieser Frage nicht locker und „nervt“ Behörden und Ministerien immer wieder mit Anfragen dazu.

Regierungspräsidentin lehnte mit dem Argument der Transitbedeutung erneut ab

Zuletzt hatte Regierungspräsidentin Dorothee Feller im Dezember auf ein Schreiben des Forums geantwortet. Wie erwartet lehnte sie das Ansinnen erneut ab, begründete dies eher knapp mit der Transitbedeutung der B 224. Dass sie auf das Hauptargument des Forums – den Gesundheitsschutz der Bevölkerung wegen der hohen Stickstoffdioxid- und Feinstaubbelastung – in ihrer Antwort gar nicht eingegangen war, ärgerte Dr. Norbert Marißen und seine Mitstreiter im Bürgerforum dermaßen, dass sie sich mit ihrem Anliegen im Dezember an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wandten.

Der verwies das Thema ans Umweltministerium, die Antwort von Ministerin Ursula Heinen-Esser erfolgte am 23. Januar. Sie ist zwar ausführlicher als die der Regierungspräsidentin, wenig überraschend aber erneut abschlägig. Immerhin geht die Ministerin auf die Schadstoffbelastung ein, sieht diese aber als kontinuierlich zurückgehend. Sie lässt daher ausrichten: „Aufgrund der festgestellten Belastungssituation und der unstreitigen Bedeutung der B 224 als Transitstrecke ist eine Einbeziehung in die Umweltzone Ruhrgebiet unverhältnismäßig.“ Das Vorgehen der Bezirksregierung sei somit nicht zu beanstanden.

Dr. Norbert Marißen: Das Thema ist in Düsseldorf angekommen

„Wir haben nichts anderes erwartet“, sagt Norbert Marißen. Dennoch verbucht er das Antwortschreiben als Erfolg. Das Thema, bislang auf der Ebene der Bezirksregierung behandelt, sei somit auch in Düsseldorf angekommen. Und das Bürgerforum lässt es damit natürlich nicht auf sich beruhen. Am 29. Januar schickte Marißen ein erneutes Schreiben an das Umweltministerium, in dem er die Ergebnisse der beiden Gladbecker Messstationen an der B 224 detailliert aufführt und weiterhin „klaren Handlungsbedarf zum Gesundheitsschutz“ sieht.

Da auch die Umweltministerin nicht auf die Ungleichbehandlung mit der zur Umweltzone erklärten, doppelt so stark befahrenen und ebenfalls als Transitstrecke anzusehenden B 1 in Dortmund, eingeht, stellt Marißen die Frage: „Haben die Gladbecker einen geringeren Anspruch auf Gesundheitsschutz?“ Es ärgert ihn, dass Behörden auf die berechtigte Sorge um die Gesundheit der Bürger nicht eingehen. Es werde den Gerichten überlassen, dass Behörden sich an den Gesundheitsschutz halten, wie sich das Beispiel der Dieselfahrverbote zeige.

Was die Gladbecker von den Dortmundern lernen können

Das Bürgerforum wird daher weiterhin hartnäckig am Thema dran bleiben, plant, sich nun stärker mit der Dortmunder Bürgerinitiative austauschen. Die hat für die B 1 eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h erstritten, eine Forderung, die das Bürgerforum seit Jahren für die B 224 stellt, um Lärm- und Schadstoffbelastung zu senken. Ebenso soll es in Dortmund ein Lkw-Nachtfahrverbot geben. Die Gladbecker hoffen also, von den Dortmundern einiges lernen zu können. Eine erste öffentliche Veranstaltung ist für das Frühjahr geplant.

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