B 224/A 52

B 224 bleibt Bundesstraße – A 2-Kreuz kommt

Foto: wnm

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Die B 224 bleibt (ab Wittringen) eine Bundesstraße ohne Tunnel. Das A 52/A2-Kreuz vor Wittringen aber wird kommen, heißt nur anders, nämlich Autobahndreieck. Der Bahnhof Zweckel wird barrierefrei ausgebaut, Bahnhof Ost und Busbahnhof rücken zusammen. Das war, ganz verkürzt, drin für die Gladbecker im Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Verkehrssituation rund um die B 224, das Verkehrsminister Michael Groschek in Düsseldorf im Beisein von Vertretern von Kommunen, Initiativen, IHK, VRR und RVR geöffnet hat.

Viele Gladbecker saßen mit am Tisch

Gladbeck war stark vertreten, neben Bürgermeister Ulrich Roland und Baurat Harter saßen vier Mitglieder der Initiative für Gladbeck mit am Runden Tisch, ebenso Meike Maser-Plag für das Bürgerforum und Netzwerk Initiative. Insgesamt beinhaltet das Paket 34 Maßnahmen für die Region von Essen bis Gelsenkirchen, allein 17 davon sollen den Öffentlichen Nahverkehr nach vorn bringen.

Zur Autobahn ausgebaut wird die B 224 nur noch zwischen A 42 und A 2 (auch das Essener Teilstück ist definitiv raus), womit auf Bottroper Gebiet der gewünschte Lärmschutz möglich wird. Lärmschutz auf Gladbecker Gebiet soll Flüsterasphalt auf der A 2 bieten, das Freizeitgebiet Wittringen durch einen Lärmschutzwall geschützt werden.

Die ersten Gladbecker Reaktionen waren verhalten bis enttäuscht: „Grundsympathisch“, findet der Bürgermeister zwar das gesamte Kombipaket aus Maßnahmen für Rad-, Auto- und ÖPN-Verkehr. „Die Black Box aber ist das Autobahnkreuz. Was das bedeutet, lässt sich heute noch nicht bewerten.“ Zudem sei die Anbindung des Gewerbeparks Brauck ganz unberücksichtigt geblieben.

Deutlich enttäuscht äußerten sich beide Bürgerintiativen: „Gladbeck ist der Verlierer““, sagt Klaus Dyba von der Initiative „Für Gladbeck“, die 2012 für den Tunnel gekämpft hat. „Wir werden nun mit zunehmendem Verkehr durch Gladbeck leben müssen. Mit der Ablehnung des Tunnels haben die Gladbecker eine Chance vertan.“

Als „Erste-Hilfe-Maßnahme“ ohne langfristige Lösung sieht Meike Maser-Plag das vorliegende Ergebnis der Arbeitsgruppen, die 160 Vorschläge ausgewertet hatten. Durch den A52-Ausbau in Bottrop bleibe der Druck auf die Nachbarstädte.

IHK kritisiert AUs für Ausbau

Seit 1971 gibt es die Pläne für einen Ausbau der B 224 zur A52 von Essen bis Gelsenkirchen. Ende 2011 war nach jahrelangem Stillstand die Realisierung des Ausbaus plötzlich zum Greifen nah, nachdem Bund und Land den Bau eines 1,5 Kilometer langen Tunnels für Gladbeck zugesagt hatten (inklusive A2-Kreuz). Im März 2012 lehnten die Gladbecker im ersten Ratsbürgerentscheid in der Geschichte der Stadt den Tunnel und damit die Ausbaupläne ab.

Um die verfahrene Situation wieder in Gang zu bringen, hatte Minister Groschek alle Beteiligten an den Runden Tisch geholt, um die Verkehrssituation im mittleren Ruhrgebiet zu verbessern. Mit dem nun vorgestellten Ergebnis ist der A 52-Ausbau für Gladbeck nun definitiv vom Tisch, er wird vom Land nicht mehr für den Bundesverkehrswegeplan empfohlen.

Sehr zum Verdruss von IHK-Vorstand Joachim Brendel übrigens. „Der Wermutstropfen im ganzen Paket“, bedauert er und will das Aus noch nicht akzeptieren.

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