Rainer Knubben könnte Gift und Galle spucken, wenn er hört: Wer in der Pflege arbeitet, verdient mies, hat familienunfreundliche Arbeitszeiten, unattraktive Aufgaben und keine Zeit für die Bewohner einer Einrichtung. „Alles Ammenmärchen!“, sagt der Caritasvorstand. Der Beruf als Pflegekraft werde schlecht geredet, ärgert sich Knubben. Was sagen Menschen, die tagtäglich alte, kranke, behinderte Menschen betreuen? Oder Berufsanfänger – wie David Ginschel.
Der 24-Jährige hat sich bewusst für eine Ausbildung zur Pflegefachkraft entschieden. „Eine Kochlehre habe ich abgebrochen“, sagt der ehemalige Gesamtschüler. Ihm sei klar geworden, dass ihn dieser Beruf nicht erfülle. Aber examinierter Altenpfleger, das wär’s, oder? „Ich hatte erst auch Vorbehalte“, gibt Ginschel ehrlich zu. Der Gladbecker erzählt: „Meine Mutter hat eine Ausbildung als Pflegehelferin gemacht.“ Also wollte sich der junge Mann „total offen“ über Berufsalltag und Chancen in dieser Branche informieren.


