Bereits 89 Stolpersteine erinnern stadtweit an Opfer des Nationalsozialismus. 21 weitere sollen am Freitag, 27. September, an sieben Verlegungsorten ins Pflaster eingelassen werden. Für jede Station ist ein kleiner Festakt vorgesehen.

Das Gladbecker Bündnis für Courage hatte sich für das „Stolperstein-Projekt“ des Kölners Gunter Demnig stark gemacht: „Wir sind sehr glücklich, dass nach den Verlegungen in den Jahren 2009, 2010, 2012 und 2015 nun weitere Steine verlegt werden.“ Der Künstler setzt seit dem Jahr 1992 – europaweit sind es inzwischen fast 70.000 Exemplare – eigenhändig Zeichen des Erinnerns an jene, die aus vielerlei Gründen ins Visier von Nationalsozialisten gerieten: Juden, Zigeuner, Homosexuelle; Menschen, die wegen ihrer politischen und religiösen Einstellung nicht ins Weltbild ihrer Peiniger passten. So wurde in Zweckel, vor der Herz-Jesu-Kirche, ein Stolperstein für Kaplan Bernhard Poether verlegt. Der katholische Geistliche setzte sich für die polnische Minderheit im Ruhrgebiet ein. Er starb anno 1942 an den Folgen von Unterernährung und Folter im Konzentrationslager Dachau.