Radschnellweg

ADFC Gladbeck will beim Radschnellweg auf der Trasse bleiben

Die erfahrene Drahtesel-Nutzerin Vera Bücker  aus Gladbeck wünscht sich, dass der ADFC-Vorschlag zur RSMR-Strecke große Unterstützung findet.

Foto: Oliver Mengedoht

Die erfahrene Drahtesel-Nutzerin Vera Bücker aus Gladbeck wünscht sich, dass der ADFC-Vorschlag zur RSMR-Strecke große Unterstützung findet. Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.   Vera Bücker vom ADFC legt eine Alternativ-Lösung zum Gutachter-Vorschlag für den Radschnellweg zwischen zwischen Gladbeck und Bottrop vor.

Sie kennen bereits jetzt Planungen, die eigentlich erst im Sommer an die Öffentlichkeit gelangen sollen: Vera Bücker, Sprecherin des ADFC in Gladbeck, und ihre Vereinskollegen in Bottrop.

Und sie sehen den Streckenverlauf des Radschnellwegs Mittleres Ruhrgebiet (RSMR) zwischen Gladbeck und Bottrop, wie ihn eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr (RVR) darstellt, kritisch.

Vera Bücker macht keinen Hehl aus ihrer Einschätzung: „Wir sind sehr enttäuscht.“ Die vorliegende Wegeführung erfülle nicht Sinn und Anforderungen an der RSMR.

Dabei gibt es ihrer Ansicht nach eine „viele attraktivere Variante“ zum Gutachter-Vorschlag (in der Karte rot eingetragen), die die eigentliche Idee eines Radschnellwegs nicht ausbremst. Denn die jetzige Planung berge eine Reihe von Nachteilen, die sich laut Bücker problemlos umgehen lassen könnten.

Ihre Marschroute (in der Karte blau eingetragen) lautet: auf der alten Trasse der Hafenbahn bleiben. Vera Bücker: „Bei der jetzigen Planung geschieht dies nur auf einem kleinen Stück in Ellinghorst.“ Und zwar auf der Strecke bis zum Kirchschemmsbach auf Bottroper Gebiet. Bis dahin – von der Gladbecker Innenstadt aus gesehen – geht die Planung von Gutachten und Vera Bücker d’accord. Dann scheiden sich die Wege.

Die Umsetzung von Standards ist möglich

Die ADFC-Expertin würde den Radschnellweg weiter führen auf der einstigen Hafenbahntrasse: also über die Querungen Scharnhölzstraße und Horster Straße hinweg. Die Wegeführung würde Weilbrock, das Tetraeder und die Prosperstraße passieren, bevor sie – „über eine Nebenstraße“ – den Bottroper Hauptbahnhof erreicht.

Vera Bücker hebt hervor: „Die Strecke ist autofrei, hat keine Kreuzungen, keine Ampeln.“ Aspekte, die ein schnelles Vorwärtskommen erlauben. Es könnten problemlos Anschlüsse zur Trasse geschaffen werden, so Bücker. Außerdem wären vorgeschriebene Standards wie ein sechs Meter breiter Raum für Drahtesel-Nutzer und ein Fußweg von 2,50 Meter Breite realisierbar.

Kritik: Nicht auto- und abgasfrei

„Autofrei heißt auch abgasfrei“, betont die Gladbeckerin. Und nennt zwei weitere Vorteile ihrer Lösung. „Dieser Weg ist nicht nur für Alltagsradler interessant, sondern auch für Freizeit-Radfahrer“, findet Bücker. Schließlich führe die Trasse am Tetraeder, an der Skihalle, an der Gartenstadt Welheim und am Malakoffturm entlang – also an sehenswerten Punkten.

Ganz wichtig ist der ADFC-Sprecherin, dass für Bottroper aus mehreren Stadtteilen die Zufahrt zum RSMR möglich wäre. „Bottrop besteht ja nicht nur aus der Innenstadt“, sagt Bücker in Anspielung auf den Gutachter-Entwurf.

Manche Passagen seien für den Ausbau nicht geeignet

Daran kritisiert sie, dass die Strecke ab Kirchschemmsbach über das Straßensystem verlaufe, die einst geplante Nutzung der alten Hafenbahntrasse spielt dann also keine Rolle mehr. In der Gutachter-Variante seien manche Passagen teilweise nicht geeignet für standardgerechten Ausbau, so Bücker.

Außerdem gebe es an den vielen Ampeln häufige Wartezeiten. Von einem Radschnellweg – mit Betonung auf „schnell“ – könnte dann also keine Rede sein. Die Route entlang größerer Verkehrsstraßen sei wegen der Abgasbelastung eher ungesund und nicht attraktiv zu fahren. Von einem Mehrwert für Freizeitradler, wie es Bücker bei ihrer autofreien Variante berücksichtigt hat, einmal ganz zu schweigen.

Entlastung für Drahtesel-Nutzer und Autofahrer

Von ihrer Lösung habe sie ihre Kollegen in Bottrop schon überzeugt, so Bücker. Nun hofft sie auf weitere Unterstützung. Die ADFC-Sprecherin hat ihren Plan nebst Erläuterungen an den RVR geschickt. Der Landes-ADFC sei ebenfalls informiert – „weil er der offizielle Ansprechpartner ist. „Ich will meine Planung auch dem Gladbecker Baurat und den Ratsparteien präsentieren“, hat sich Bücker vorgenommen. Sie sagt: „Ich hoffe, dass sie das Thema aufgreifen und zu ihrer Sache machen . . .“ Denn der Radschnellweg könnte „eine echte Entlastung für Städte mit verstopften Straßen sein.“ Ergo würden von dem Projekt Radler und Autofahrer gleichermaßen profitieren.

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