Radschnellweg RSMR

ADFC lobt die Trassen-Lösung für Gladbeck und Essen

Die alte Zechenbahntrasse an der Talstraße wäre in Gladbeck der Startpunkt für den Radschnellweg.

Die alte Zechenbahntrasse an der Talstraße wäre in Gladbeck der Startpunkt für den Radschnellweg.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gladbeck.   Der geplante Radschnellweg findet viel Zustimmung, der Verlauf über Hauptstraßen in der Nachbarstadt Bottrop stößt aber auf Kritik.

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Eine 1 A Lösung für Gladbeck und Essen, aber nur 1 B für Bottrop: So beurteilt der Gladbecker ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) den vom RVR am Dienstag vorgestellten Trassenverlauf für den geplanten, 17 Kilometer langen, Radschnellweg von Gladeck nach Essen. „Auf jedem Fall ist der RSMR natürlich ein großer Gewinn für Radfahrende. Der Großteil der Strecke auf autofreien Wegen in Gladbeck und Essen ist hervorragend“, sagt die Vorsitzende Dr. Vera Bücker.

Mit dem Start an der Talstraße profitierten in Gladbeck besonders die nördlichen Stadtteile von dem neuen Radschnellweg auf der alten Hafenbahntrasse bis Ellinghorst. Beim Essener Teilstück sei positiv, dass die geplante Wegeführung entlang der Berne und auf der alten Kruppschen Ringbahn zusätzlich auch einen hohen Freizeitwert habe. Besonders zu begrüßen sei auch, dass der geplante autofreie Brückenschlag über Emscher und Rhein-Herne-Kanal in Ebel den Berne-Radweg vervollständige.

An den Hauptverkehrsstraßen würde der Standard für Radschnellwege nicht eingehalten

Kritisch sieht der ADFC dagegen den Abschnitt in Bottrop, wo die Trasse über städtische Hauptstraßen (Gladbecker Straße und Friedrich-Ebert-Straße/Bahnhofstraße) und teilweise über Nebenstraßen verlaufen soll. Die künftig zwar großzügig angelegten Radwege, die an vielen Kreuzungen zudem bevorrechtigt sein sollen, würden den Standard von vier Metern Rad- und 2,50 Metern Fußweg dort nicht erreichen, so die Befürchtung. Auch die Wegeführung durchs Gewerbegebiet (Polderstraße) als „Fahrradstraße“ gemeinsam mit dort häufigem LKW-Verkehr und Bussen des ÖPNV erscheint problematisch.

Radfahrende wären gesundheitsgefährdenden Einflüssen durch Feinstaub und Verkehrslärm ausgesetzt

Und noch ein Argument führt der ADFC an, der im Vorfeld der Diskussion über den Trassenverlauf für eine andere Wegeführung fern der großen Straßen über die Hafenbahntrasse durch den Bottroper Süden plädiert hatte: „Auf dem Bottroper Abschnitt werden die Radfahrenden gesundheitsgefährdenden Einflüssen durch Feinstaub und Verkehrslärm ausgesetzt. Aus ADFC-Sicht wäre hier die Führung über die Hafenbahntrasse vorzuziehen gewesen“, so Dr. Bücker, die das Projekt grundsätzlich aber sehr begrüßt. Ihr Fazit: „Im Bottroper Bereich also nur eine 1B-Lösung.“

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