Verkehrsminister

A 52: „Die größten Brocken sind weggeräumt“

Auf der Brücke über der B 2224: CDU-Bundestagsabgeordneter Sven Volmering, Verkehrsminister Hendrik Wüst, CDU-Fraktionschef Peter Rademacher und Parteivorsitzender Dietmar Drosdzol.

Foto: Rainer Raffalski

Auf der Brücke über der B 2224: CDU-Bundestagsabgeordneter Sven Volmering, Verkehrsminister Hendrik Wüst, CDU-Fraktionschef Peter Rademacher und Parteivorsitzender Dietmar Drosdzol. Foto: Rainer Raffalski

Gladbeck.   NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) äußert sich im WAZ-Gespräch über die Ausbauplanung. Beim ÖPNV hofft er auf eine digitale Zukunft.

Er ist der fünfte NRW-Verkehrsminister in zwölf Jahren. Und auch Hendrik Wüst (CDU), noch nicht mal 100 Tage im Amt, weiß, dass der Ausbau der A 52 in den kommenden Jahren eine der vielen Dauerbaustellen auf seiner Agenda sein wird. So wie es bei Oliver Wittke (CDU), Harry Vogtsberger (SPD), Lutz Lienenkämper (CDU) und zuletzt Michael Groschek (SPD) der Fall war. Und, auch das gibt Wüst offen im WAZ-Gespräch zu, die Autobahn wird zur nächsten NRW-Landtagswahl im Jahr 2022 sicher noch nicht gebaut sein. Doch einen Vorteil sieht der neue Verkehrsmisnister für sich: „Die größten Brocken sind aus dem Weg geräumt“, sagt er.

Bis die Entwurfsplanung abgestimmt ist, das Planfeststellungsverfahren gelaufen, Einwendungen und Klagen, von denen der Fortgang maßgeblich abhängt, abgearbeitet sind, werden noch viele, viele Fahrzeuge viele, viele Jahre über die Bundesstraße rollen. Wüst sieht das gelassen: „Das ist der Lauf der Dinge“.

Bauphase wird eine Herausforderung für Gladbeck

Die nächste große Herausforderung werde dann die Bewältigung der mehrjährigen Bauphase sein. Zügig müsse das gehen, sagt Wüst, aber Krach und Staub würden sich nicht vermeiden lassen. Die Belästigungen möglichst gering zu halten, früh in einen fairen Dialog mit den Bürgern zu treten, um Klagen zu vermeiden, sei dann eine der Hauptaufgaben. Aber das ist, wie gesagt, ja noch in weiter Ferne.

Für Gladbeck viel wichtiger ist die aktuelle Situation auf der mit täglich 40 000 Fahrzeugen befahrenen Bundesstraße. Die kürzlich berichteten erschreckend hohen Unfallzahlen und ein tödlich verlaufener Unfall haben die mehrfach erhobenen Forderungen nach einer Verbesserung der Verkehrssituation wieder aufleben lassen.

Verbesserungen auf der B 224: Was technisch geht, soll kommen

„Die Maßnahmen zur Verbesserung sind in der Prüfung“, versichert Wüst dazu. Worum es dabei geht, ist weitgehend bekannt: Die Ampelsteuerung an der Steinstraße soll optimiert, eine mobile Stauwarnanlage installiert und die Rechtsabbiegespur zur A 2 in Richtung Oberhausen verlängert werden. Auch eine Überfahrsperre, die ein Ausscheren des Verkehrs in die Gegenfahrbahn und damit schwere Unfälle wie im März verhindern soll, wird derzeit von Straßen.NRW geprüft. „Was technisch machbar ist, wird von mir unterstützt“, versichert Wüst.

Alternativen zum Autoverkehr: Mehr und besseren ÖPNV

Die Gladbecker Straßenbau-Projekte sind aber eher wenige im Vergleich zu der Vielzahl anderer Baustellen, die der neue Verkehrsminister mit dem Amt übernommen hat. Ganz abgesehen vom Sanierungsstau bei Straßen im Land und den maroden Brücken sind Zukunftsthemen mindestens so wichtig. „Die Verkehrsdichte wird in den nächsten 20 bis 30 Jahren noch zunehmen“, ist Wüst überzeugt. „Dieser Entwicklung rennen wir hinterher.“ Was heißen soll: Nicht mehr Straßen braucht das Land, sondern besseren und mehr öffentlichen Nahverkehr.

Chancen liegen in der Digitalisierung

Wüst, Jahrgang 1975, setzt hierbei auf die jüngere Generation, der das Auto als Statussysmbol eher gleichgültig ist, und auf die Chancen durch Digitalisierung. ,Ich hoffe, damit den Nutzern gute Angebote zu machen, ohne die Strukturen der Verkehrsverbünde zu verändern“, sagt er und meint beispielsweise die Möglichkeit, ein Ticket landesweit buchen zu können.

Stichwort Alternativen zum Autoverkehr: Auch der weitere Ausbau des Radwegenetzes hat im neuen Verkehrsminister einen Fürsprecher. Wobei er nichts von „Schaufensterpolitik“ halte und vor „grünen Lebenslügen warnt“, verpasst er dem kleinen Koalitionspartner der Vorgängerregierung einen Seitenhieb. Lückenschluss im bestehenden Radwegenetz sei mindestens so wichtig wie Großprojekte a la Radschnellwege.

Diesel: Fahrverbote vermeiden

Und dann gibt es da natürlich noch die Dieseldiskussion. Zu lange abgewartet habe man, findet Wüst. „Jetzt entscheiden Gerichte.“ Es gelte jedoch, Fahrverbote auf jeden Fall zu vermeiden.

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