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Gelsenkirchen: Kontraste überraschen im Metropolen-Garten

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Klassiker der Musikgeschichte aus den 1960er bis 80er Jahren bot die Band „Servants“ im Metropolengarten in Gelsenkirchen-Rotthausen zum Querbeet-Festival.

Klassiker der Musikgeschichte aus den 1960er bis 80er Jahren bot die Band „Servants“ im Metropolengarten in Gelsenkirchen-Rotthausen zum Querbeet-Festival.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Rotthausen.  Das Querbeet-Festival im Garten an der alten Villa Dahlbusch spannt den Bogen weit. Die Gelsenkirchener Cover-Band „Servants“ rockt im Grünen.

So gar nicht biblisch mutet „Evas Weg“ an, den die Beispiele beim Querbeet-Festival im Metropolengarten auf Dahlbusch da zeigen. Mutig, bunt und vor allem mit großen Kontrasten wird das Thema des inzwischen fünften Kultur-Events mit „Musik, Kunst, Literatur und mehr“ parallel zu den Aktivitäten auf der Wiese und der Bühne aufgefächert.

Fatimah Hossaini, die afghanische Fotografin, floh 2021 vor den Taliban nach Paris. Sie zeigt in wenigen Fotos die Schritte von einer verschleierten zu einer völlig ungezwungenen Frau in Afghanistan, die sich ohne Kopftuch und rauchend aus dem Autofenster lehnt.

Vielschichtige Kunstausstellung in Gelsenkirchen

Wolfgang Eichlers Hochglanz-Fotos bilden eine kontrastierende Kulisse für die aus massivem Holz hergestellten Skulpturen von Roger Löcherbach. Sara Buschulte zeigt Zeichnungen auf japanischen Papierfahnen, die eindringlich ihre eigenen Tanz-Erfahrungen zeigen, mit Fußabdrücken. Ahang Nakhaei und Helmut Warnke ergänzen das Spektrum mit digitalen Arbeiten.

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Auffällig aber ist vor allem Ivonne Putzer mit Fotografien und Malerei, die keinen Zweifel daran lassen, dass die Nachbarin von Festival-Organisator Helmut Warnke aus Rotthausen als Sidney Dark eine Erotik-Darstellerin ist.

Sie ist vor Ort und schildert bereitwillig, dass sie schon als Teenagerin auf diese Art aus dem strengen Elternhaus von Jehovas Zeugen in Ostfriesland ausgebrochen ist. „Ein Gesamtkunstwerk“, beschreibt Warnke, „und das passt dann zum Thema Evas Weg.“

Förderung über Stadterneuerung

Das Festival hat Helmut Warnke diesmal schon am Anfang wieder mächtig Energie gegeben. „Wir haben ein neues Bühnendach und neue Toiletten über die Stadterneuerung Rotthausen finanziert bekommen, die unterstützen uns richtig gut“, freut er sich. Die „Servants“, die als Schülerband in Schalke in den 1960er Jahren begannen, weihen das Dach sozusagen diesmal ein.

Programm bis zum 26. Juni

Im weiteren Verlauf von Querbeet im Metropolengarten auf Dahlbusch ist er schon gespannt auf die Auftritte der Big Band der Musikschule am Mittwoch, 22. Juni, 18 Uhr, und auf den Jungen Chor Beckhausen am Sonntag, 26. Juni, um 19 Uhr, nachdem er sie auf Schloss Berge erlebt hat.

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Auf ein großes Echo gestoßen ist auch die Premiere des Workshops „Yoga für alle“ mit Sandra Neumann, der am Samstag, 25. Juni, um 11 Uhr noch einmal aufgelegt wird. Warnke überlegt, dieses oder Vergleichbares fest ins Programm aufzunehmen.

Im Garten wachsen weiter Visionen

Auch sollen die urigen Gewächshäuser als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum schon in naher Zukunft überholt werden, „peu a peu, das Glas ist schon bestellt“. „Dann wollen wir hier auch außerhalb von Querbeet regelmäßig wieder was machen, kleinere Konzerte, Lesungen und Ähnliches“, blickt er nach vorn. Aber noch weiter: „Ich möchte den Metropolengarten als Station für die Extraschicht 2023 anmelden. Das ist doch wunderschön hier, das würde prima passen“, ist er überzeugt.

Nicht zu vergessen: „Der Garten sieht im Moment ein bisschen traurig aus, für vier bis fünf Parzellen in dem Gemeinschaftsbereich könnten wir noch neue Mitglieder gebrauchen.“

Info untermetropolengarten.de

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