Verkehrsplanung

Neuer Busbahnhof wird größer als geplant

Die Bussteige am Busbahnhof in Buer werden in den Sommerferien noch einmal umgebaut.

Die Bussteige am Busbahnhof in Buer werden in den Sommerferien noch einmal umgebaut.

Foto: Schmidtke

Gelsenkirchen-Buer.   Wegen der Fehlplanung bei den Bussteigen müssen 170 Quadratmeter mehr versiegelt werden. Mehrkosten trägt Versicherung des Planers

Zunächst das Positive: Durch die Planungsfehler am Busbahnhof muss die Stadt nicht mit einer höheren finanziellen Belastung rechnen und eine Qualitätseinbuße wird es bei der Baumaßnahme auch nicht geben.

Recht offen und vor allem wieder öffentlich – Karl Henke, Bündnis 90/ Die Grünen, sprach von“einer Stunde der Offenheit“ – erläuterte Heiko Elert, Teamleiter im städtischen Verkehrsamt, in der Bezirksvertretung Nord die Planungsfehler beim Neubau. Und ihre Konsequenzen.

Bussteige waren zu kurz

Wie berichtet, waren die neuen Bussteige vor allem für die großen Gelenkbussen der Linien SB91 und 249 zu kurz. Die Busfahrer können daher die Bussteige nicht positionsgenau anfahren. Das hat zur Folge, dass die Busse, nicht wie ursprünglich geplant, mit der Einstiegstür am sogenannten forderen „Aufmerksamkeitsfeld“ parken. Die Bodenindikatoren sollen blinden und stark sehbehinderten Menschen helfen, den Buseinstieg leichter zu finden.

Laut Aussage von Elert hatte die Stadt eine Haltestellenlänge von 18,50 Metern vorgegeben. Das Planungsbüro habe allerdings nicht die gerade Kantenlänge zugrunde gelegt, sondern am Scheitelpunkt der Rundung gemessen. „Dies ist ein Planungsfehler, für deren Behebung die Versicherung des Planungsbüros aufkommt“, so Elert.

Streifen vom Park abknapsen

Allerdings gibt es bei der Umsetzung einige Schwierigkeiten. Auf der Seite zum Rathaus hin sei es kein Problem, die Bussteige zu verlängern. Auf der gegenüberliegenden Seite – zur Springestraße und dem Park – funktioniert es nicht. „Dort haben wir zu wenig Platz“, sagt Elert. Denn gerade auf der Nordseite hatte die Verwaltung beobachtet, dass die Busse nicht aus ihren Haltespositionen herausfahren können ohne das Begrenzungsbord zum Park hin zu überfahren. „Von daher müssen wir dem Park einen Streifen von einem Meter über einer Länge von etwa 170 Metern abknapsen“. 170 Quadratmeter mehr als ursprünglich geplant müssen jetzt versiegelt werden.

Der Umbau der Bussteige soll in den Sommerferien stattfinden bzw. begonnen werden. „Dazu müssen wir allerdings die Haltestellen noch einmal verlegen“. Die Vestische werde ihre Kunden aber rechtszeitig über die Änderungen informieren.

Ende der Bauarbeiten im Herbst

Die taktilen Aufmerksamkeitsfelder für sehbehinderte Menschen werden allerdings erst zum Ende der geplanten Bauarbeiten im Herbst neu eingebaut. „Die werden neu verlegt, wenn wir die Überdachungen installieren“.

Von den Ausführungen der Verwaltung zeigte sich Politik angetan. Anne Schürmann (FDP), die die Problematik öffentlich gemacht hatte, erinnerte daran, dass der ZOB für die nächsten 50 Jahre gebaut wird. „Das wäre doch ein Treppenwitz, wenn wir das nicht hinbekommen“.

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