Jugend

Eine halbes Jahrhundert Kindergarten-Geschichte

Mit einem Freiluftgottesdienst, gehalten von Pfarrer Peter Spelsberg, startete das Fest am evangelischen Thomas Kindergarten.

Foto: Martin Möller

Mit einem Freiluftgottesdienst, gehalten von Pfarrer Peter Spelsberg, startete das Fest am evangelischen Thomas Kindergarten. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen-Erle.   Die Evangelische Tageseinrichtung für Kinder an der Thomaskirche feierte am Pfingstmontag einen runden Geburtstag

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Der Evangelische Thomas-Kindergarten feierte am gestrigen Pfingstmontag seinen 50. Geburtstag. Das Fest mit Freiluftgottesdienst stand unter dem Motto von Luthers Worten „Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.“

„In den fünfzig Jahren hat sich vieles entwickelt“, so Dorle Stemer, die Leiterin des Kindergartens. Zur Zeit der Gründung habe es erste Gesetze gegeben, die die Kinderbetreuung regelten. „Die Betreuung haben wir immer ernst genommen, um die Kinder zu selbstständigen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen.“

Mehr Platz für Kinder

1967 wurde die Einrichtung geründet, um dem neuen Baugebiet am Berger Feld Rechnung zu tragen. Damals hatte die Einrichtung drei Gruppen. Heute sind es nur noch zwei. Jedoch nicht, weil es weniger Kinder gäbe. „Die räumlichen Rahmenbedingungen reichen nach den neuen Gesetzen nicht mehr aus.

„Heute erfordern die neuen Ansprüche an die Kindererziehung mehr Platz. Schon seit 25 Jahren werden an der Surkampstraße Kinder mit Beeinträchtigungen betreut. „Die Integration war mir immer sehr wichtig“, so Stemer. Von großer Bedeutung ist für sie auch der religiöse Hintergrund der Einrichtung. „Das zeichnet uns aus.“

Berufsbild wird komplexer

Zur Veränderung in der Kindererziehung gehöre auch die Betreuung von kleinen Kindern. „Die Kinder werden immer jünger. Wie haben sechs Kinder pro Gruppe, die unter drei Jahre alt sind.“ Auch die Ganztagsbetreuung ist noch recht neu.

„Insgesamt ist das Berufsbild immer komplexer geworden und die Erzieher sind heute Familienergänzung, manchmal Familienersatz. Die Ganztagskinder haben eine intensive Bindung an uns und wir an die Kinder. Die Eltern sind froh, dass sie uns haben und setzen großes Vertrauen in uns“, so die gebürtige Erlerin, die selbst eine enge Beziehung zu der Einrichtung hat, der sie seit so vielen Jahren vorsteht.

Ehemalige besuchen den KiGa

Damit ist sie nicht alleine, das zeigte der gestrige Tag, zu dem auch viele Ehemalige kamen. So wie Martina Eibl-Georg, die selbst 30 Jahre hier arbeitete. „Es war stets eine ganz familiäre Atmosphäre, ein vertrautes Miteinander – ich denke gerne an die Zeit zurück“, so die Erzieherin, die heute in dem Evangelischen Kindergarten in Middelich die Leitung inne hat.

Gekommen war auch Gerrit Kuttler. Der 25-Jährige besuchte die Einrichtung Mitte der 90er Jahre. Zum Fest brachte er alte Fotos mit, die an seine Zeit hier erinnerten, etwa an eine Zaubershow der Kinder im Gottesdienst in der Thomaskirche.

Gute Erinnerungen

„Wir sind in einer guten Zeit ausgewachsen. Das sind durchweg gute Erinnerungen. Wir haben viel gemacht und viel erlebt. Ich habe hier eine schöne Kindheit erlebt.“ So schön, dass er irgendwann auch den eigenen Nachwuchs her schicken will. „Ich wohne hier, bin hier verwurzelt. Wenn ich einmal Kinder habe, dann gehen sie hier hin.“

Gina Breuer tat es genau so. Sie besuchte den Kindergarten ab 1986. „Ich hatte hier eine schöne Zeit.“ Und viele Erinnerungen, vor allem an typische Gerüche. „Ich hatte beim Gedanken an den Kindergarten immer den Duft von Rosinenbrot und Mandarinen in der Nase.“ Auch Töchterchen Leni besuchte diese Einrichtung bis zur Einschulung. „Man fühlte sich hier einfach immer gut aufgehoben, wie zu Hause.“

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