Dieser Dieb muss der Grinch sein: Ausgerechnet einer Kita hat ein gemeiner Dieb die Vorweihnachtszeit versaut und ihren Tannenbaum gestohlen. Immerhin: Die Geschichte nimmt einen guten Ausgang.

Zehn Tage lang hatten die Kinder der katholischen Kita St. Peter und Paul in Duisburg-Huckingen einen ganz besonderen Adventskalender: „Die Kinder hatten die Möglichkeit, jeden Tag eine Kugel an den Baum zu hängen“, erzählt Kita-Leiterin Vivien Derksen.

68 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren werden in der Kita betreut, jeden Tag durfte jede Gruppe je eine Kugel aufhängen. So sollte über die Adventszeit der Weihnachtsbaum entstehen. „30 Kugeln waren schon dran.“

Weihnachtsbaum aus Kita geklaut: Es bleiben nur kaputte Kugeln

Am 11. Dezember dann die böse Überraschung: Der Weihnachtsbaum, extra aufgestellt im Eingangsbereich, damit noch mehr Menschen sich daran erfreuen können, ist weg. Um kurz vor sieben Uhr am Montag bemerkt Kita-Leiterin Vivien Derksen die böse Bescherung. „Auf dem Boden waren nur noch ein paar Kugeln, die kaputt waren.“

Mit Flyern wie diesem appelliert die Kita St. Peter und Paul ans schlechte Gewissen des Weihnachtsbaumdiebes.
Mit Flyern wie diesem appelliert die Kita St. Peter und Paul ans schlechte Gewissen des Weihnachtsbaumdiebes.© Monique de Cleur

Den fehlenden Baum bemerken bald auch die Kinder – die sich zunächst nichts Böses dabei denken. „Die haben gedacht, ich hätte den woanders hingestellt“, erzählt Vivien Derksen.

Warum hat er uns nicht einfach gefragt? Wir hätten ihm den doch gegeben, wenn er einen Tannenbaum braucht.
Kinder der Kita St. Peter und Paul in Huckingen

Als die Kita-Leiterin erklärt, was wirklich geschehen ist, ist das Entsetzen in der Kita St. Peter und Paul groß. „Die Kinder waren ganz traurig.“ Am allerwenigsten verstehen sie eines: !Sie haben gesagt: Warum hat er uns nicht einfach gefragt? Wir hätten ihm den doch gegeben, wenn er einen Tannenbaum braucht.“

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Unweihnachtlicher geht es kaum. Vivien Derksen und ihre Kinder machen das Beste aus dem Weihnachtsbaumdiebstahl. „Man muss den Kindern vermitteln, dass auch schlimme Dinge im Leben passieren und man dann einen Weg finden muss, damit umzugehen.“

Ein paar Tage lang überlegen die Kinder sich Alternativen, dekorieren mit den Weihnachtskugeln nun die Gruppen statt den gemeinschaftlichen Baum. „Das hat ganz viel mit den Kindern gemacht.“ Und Zeynep findet, den bald anstehenden Besuch bei der Polizei können die Kita-Kinder prima zur Ermittlung nutzen: „Wenn wir zur Polizei gehen, können wir die doch fragen.“

Kita-Leiterin schreibt Flyer an den Weihnachtsbaum-Dieb

Nach dem Diebstahl hängt Kita-Leiterin im Umkreis Flyer auf, gerichtet an den Tannenbaumdieb. „Wir haben gehofft, dass der sich meldet, vielleicht wenigstens einen Brief in den Briefkasten wirft.“ Doch der Dieb bleibt seinem Stil treu und meldet sich nicht.

Ganz im Gegensatz zu vielen netten Menschen, die vom Weihnachtsbaumdiebstahl aus der Kita Huckingen erfahren und helfen möchten. „Es haben sich sehr, sehr viele gemeldet, die einen spenden wollten“, erzählt Vivien Derksen.

Glückliches Ende nach Weihnachtsbaum-Diebstahl denk Spende

Und so erleben die Kinder wenige Tage nach dem großen Frust wieder Freude: Am Mittwoch wird der neue Christbaum aufgestellt. Vom diebischen Grinch lässt sich die Kita die Weihnachtszeit nicht entzaubern. „Wir hoffen einfach, dass der stehenbleibt“, sagt die Leiterin. Ganz besonders aus einem Grund: „Manche Kinder haben eben keinen Tannenbaum zu Hause.“

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