. Horst Hinninghofen und Klaus Hanenberg sind entspannt. Das liegt nicht nur an der antistatischen Arbeitsmatte, die sie mit Elan auf dem Redaktionstisch ausgerollt haben. Das Ding hält in Kombination mit dem knallgelben Personenschutzstecker in der Buchse an der Wand zwar jedes Zuviel an Volt von den beiden Tüftlern ab. Aber dass die beiden die Ruhe weg haben, liegt vor allem daran, dass sie das fordernde Arbeitsleben hinter sich gelassen haben. „Ich war 30 Jahre Medizintechniker in der Fahrner Klinik“, sagt Horst Hinninghofen und klappt einen von drei Koffern voller Werkzeug auf. Der zweite im Bunde, Klaus Hanenberg, hat früher als Elektroinstallateur bei der Demag gearbeitet und zuletzt die elektrische Energieversorgung des Siemens-Werks geleitet.
Die Fachkenntnisse, die sie über Jahrzehnte angesammelt haben, wollen sie jetzt an andere weitergeben. Sie gehören zum Team von Ehrenamtlern, das seit drei Jahren das Repair-Café in Friemersheim stemmt und heute ein weiteres Reparaturcafé bei der Awo in Rumeln eröffnet. „Es kann doch nicht sein, dass ich mehr als 30 Jahre Wissen einfach so in die Tonne kloppe!“ Horst Hinninghofen nimmt sich die Spezialschraube einer kaputten Kaffeemaschine vor. „Hürde Nummer eins ist, dass Sie das Gerät nicht aufbekommen.“ Für Fälle wie diese hat der Fachmann im Ruhestand einen „Bitsatz“ dabei. In dem kleinen Zauberkasten steckt ein passender Schraubendreher für alle Fälle.


