Museum Küppersmühle

Till Brönner bringt die Trompete mit nach Duisburg

Der Musiker und Fotograf Till Brönner im Gespräch mit Museumsdirektor Walter Smerling.

Der Musiker und Fotograf Till Brönner im Gespräch mit Museumsdirektor Walter Smerling.

Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Musiker und Fotograf, dessen Ausstellung „Melting Pott“ in der Küppersmühle zu sehen ist, mag das Ruhrgebiet. Das beweist er musikalisch:

Der smarte Trompeter Till Brönner gehört längst zu den schillernden Figuren der europäischen Jazz-Szene. Dass der 1971 in Viersen geborene Musiker und Komponist aber auch ein großartiger Fotograf ist, beweist er spätestens mit seiner sehr sehenswerten Ruhrgebiets-Ausstellung „Melting Pott“ im Museum Küppersmühle, die den Charme dieser rauen Landschaft und ihrer alten Industrie mit dem Blick des wachen Künstlers einfängt.

Fotografische Reise durchs Ruhrgebiet und ein exklusives Konzert

Das Museum veranstaltete jetzt unter dem Titel „Kunst trifft… Jazz“ einen „Abend mit Till Brönner“. Die zahlreichen Besucher wurden dabei nicht nur zu einer fotografischen Reise durchs schwarz-weiße Revier eingeladen, sondern kamen dann zuletzt doch noch in den erhofften Genuss seines virtuosen und technisch hochkarätigen Trompeten-Spiels.

Der prominenteste deutsche Jazzer porträtierte auch Promis

Der wohl derzeit prominenteste deutsche Jazzer, der vom Niederrhein stammt, aber seit vielen Jahren in Berlin zuhause ist, veröffentlichte unlängst mit dem Bassisten Dieter Ilg seine hochgelobte CD „Nightwalk“. Wie er sagte, sei sein neues Album derzeit in Arbeit. Fiel zunächst der Blick der Besucher auf kunstvolle und bestechend scharfe Schwarz-Weiß-Fotografien von Menschen und Häusern, von Autobahnen und Schienen, auf Autoren-Prominenz wie Heinrich Breloer und Triennale-Intendant Johan Simons, so konzentrierte man sich nun auf einen vitalen Dialog zwischen Till Brönner und Museumsdirektor Walter Smerling.

Wobei leider zu Beginn der Veranstaltung die Stimme Brönners im hinteren Bereich des Auditoriums sehr schlecht zu verstehen war.„Was bist du? Musiker? Fotograf? Oder Jazz-Professor?“, fragte Smerling seinen Gast, der betonte, dass sich für ihn alle diese Felder miteinander verweben. So interessiere ihn zuerst der Mensch, der die Gebäude auf seinen Fotos geschaffen habe. Und eben die Menschen seien ihm im Ruhrgebiet schnell ans Herz gewachsen. Aufrichtigkeit sei dabei wichtig, als Musiker sei es nicht anders.

Ausstellung ist Werbung für das Ruhrgebiet

Wem der Wandel des einst industriellen Ruhrgebietes zu lange daure, der müsse erkennen, dass dieser Wandel vielleicht noch 100 Jahre brauche und wir ihn gar nicht mehr erleben. Bei den Menschen, die er getroffen habe, sei er von deren Offenheit und Klarheit überrascht worden. So sei damit auch seine Ausstellung hier in der Küppersmühle als politisches Statement für diese liebenswerte Region zu sehen. Was Smerling bestätigte: „Eine solche Ausstellung ist Werbung für das Ruhrgebiet.“ Er würde sich dafür einsetzen, dass man die Bilder Brönners bald auch in Berlin sehen könne.

Der Jazz-Professor aus Dresden, der immerhin von Präsident Obama zusammen mit vielen prominenten Musikern wie Sting oder Wayne Shorter im Weißen Haus empfangen wurde und dessen Lieblingsfoto das gigantische Menschenbild im vollen Fußball-Stadion an der Museumswand ist, wurde dann noch nach seinem Hobby befragt. „Sport mache ich ja schon, ich spiele Trompete.“ Aber er würde eher ohne Kamera reisen, als die Trompete zuhause zu lassen. Und dann gab es mit dem verjazzten Steigerlied noch eine Hommage an das Ruhrgebiet. Viel Beifall für ein anregendes Gespräch.

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