Promi-Plausch

Bernie Kuhnt berät beim TV-Format "Straßencops Duisburg"

Bernie Kuhnt (Mitte) und WAZ-Redakteur Daniel Wiberny (l.) stoßen mit den Lesern auf einen gemütlichen Promi-Plausch  an.

Bernie Kuhnt (Mitte) und WAZ-Redakteur Daniel Wiberny (l.) stoßen mit den Lesern auf einen gemütlichen Promi-Plausch an.

Foto: Daniel Elke

Duisburg.   Bernie Kuhnt, bekannt als TV-Kommissar, kündigt beim Leser-Talk das neue Fernsehformat „Straßencops Duisburg“ an. Die Dreharbeiten beginnen bald.

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Die Brettljause mit Käse und Schinken-Spezialitäten ist gerade aufgetischt, der erste Glühwein bestellt – da hat Bernie Kuhnt schon exklusive Neuigkeiten beim WAZ-Leser-Talk in seiner Almhütte auf dem Weihnachtsmarkt parat. Der frühere Kripobeamte aus Duisburg, der als TV-Kommissar durch die heute noch auf SAT.1 Gold laufenden Doku-Reality-Serie „Niedrig und Kuhnt“ bundesweit bekannt worden ist, kündigt ein neues Fernsehformat über die Polizeiarbeit an: „Straßencops Duisburg“. Die Dreharbeiten im Stadtgebiet sollen Ende Januar beginnen. 15 Folgen sind geplant. „Das Ganze wird wohl auf RTL II laufen“, sagt der 53-Jährige. Er wird diesmal auf eigenen Wunsch nicht vor der Kamera stehen, sondern die Endemol-Produktion beraten.

Sascha Sennholz, der sich ebenso wie die Meidericherin Margret Podolski, Herbert Schulz aus Rheinhausen, Norbert Schmidt aus Wanheimerort und Jens Thiem (Innenhafen) erfolgreich für den Promi-Plausch beworben hat, fragt direkt nach einer kleinen Rolle. „Das wär mein Traum“, so der Leser aus Wanheimerort. Kuhnt („Das kriegen wir hin“) lässt sich am Ende die Telefonnummer geben und spricht mit dem Quintett davor auch über...

...seine Entscheidung, Polizist zu werden.

Kuhnt: „In der zehnten Klasse auf dem Gymnasium haben sich vier Mitschüler bei der Polizei beworben. Daraufhin habe ich das auch gemacht, bin genommen worden – und erst mal nach Schloß Holte-Stukenbrock gekommen. 190 Kilometer weg von Zuhause. Da wollt ich nach einer Woche sofort wieder aufhören. Schließlich durfte ich dann aber über Linnich bei Aachen zurück nach Duisburg. Zunächst Einsatzhundertschaft. Ich bin viel in Fußball-Stadien gewesen, aber auch bei der Hausbesetzerszene in Berlin. Nachts durch Kreuzberg, die Molotow-Cocktails flogen. Das war wie Krieg. Zuletzt habe ich im Bereich Organisierte Rauschgiftkriminalität gearbeitet.“

...seine Fernseh-Karriere.

„Gisela Marx, eine erfolgreiche Journalistin und Produzentin, hatte die Idee, eine tägliche Reihe mit authentischen Kommissaren aus dem Ruhrgebiet zu machen. Erst wollte sie nur Kommissarinnen. Das hat eine Kollegin von mir mitbekommen. Ich hab’ ihr gesagt, sie soll zum Casting gehen. Als dann auch Kommissare gesucht wurden, kam ich aus der Nummer nicht mehr raus und musste mit. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich genommen werde. Und dann auch noch mit Conny Niedrig, mit der ich auf der Fachhochschule in Duisburg studiert habe.“

...den großen Erfolg der TV-Reihe „Niedrig und Kuhnt“ auf SAT.1.

„Erst waren ja nur zehn Folgen geplant. Ich hab mir garantieren lassen, dass ich jederzeit wieder zurück in den Polizeidienst kann. Dann hast du aber um 17 Uhr Einschaltquoten von bis zu 3,5 Millionen Zuschauern, wirst dauernd auf der Straße angesprochen und sitzt auf einmal bei Harald Schmidt in der Show. Am Ende haben wir fast 2000 Folgen gedreht. Es ging immer um fiktive Fälle, aber ich denke, wir waren als Kommissare authentisch und haben im gesamten Team wunderbar harmoniert. Das war sicher das Erfolgsgeheimnis.“

...die Niedrig-und-Kuhnt-Parodien in der Comedy-Sendung „Switch reloaded“.

„Das Ganze wurde in unserem Studio in Köln gedreht und war wie ein Ritterschlag für mich. Michael Müller hat mich perfekt parodiert. Der sitzt dir gegenüber, saugt dich auf wie einen Schwamm und am Ende denkst du: Ja, das bin ich.“

...den Grund, warum er am Ende nicht wieder in den Polizeiberuf zurückgekehrt ist.

„Die Entscheidung ist endgültig erst vor zwei Jahren gefallen. Ich war sehr gerne Polizist, aber an der Fernseharbeit hat mir die kreative Arbeit unglaublich gut gefallen. Und zurück in den festen Polizeiapparat zu kommen, war für mich dann nicht mehr vorstellbar.“

...seine österreichischen Wurzeln.

Kuhnt: „Mein Vater war ein waschechter Duisburger, ist früher zum Urlaub aber immer nach Italien und Österreich gefahren – unter anderem an den Millstätter See. Dort hat er eine nette Kellnerin kennengelernt – meine Mutter. Aus der Urlaubsliebe wurde irgendwann mehr und ich in Österreich geboren. Mein Vater ist anfangs gependelt. Als ich anderthalb war, sind wir dann aber alle nach Duisburg gezogen. Ich hab noch ganz viele Verwandte in Kärnten und bin regelmäßig da.“

...seine Almhütte.

„Ein Onkel von mir hat eine echte Almhütte in Österreich. Dadurch ist irgendwann die Idee entstanden. Das mache ich jetzt neben meinem Glühweinstand zusammen mit einem Kompagnon und mit der Hilfe meiner Frau seit zwei Jahren auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt. Die Hütte ist extra dafür gebaut worden.“

...über die Probleme, die Almhütte künftig in der weihnachtsmarktlosen Zeit das Jahr über als Attraktion am Wolfssee zu platzieren.

„Mischa Filé, der dort im Freibad für die Beach Bar verantwortlich ist und auch in der Reihe ,Niedrig und Kuhnt’ mitgespielt hat, wollte das gerne. Ich fand die Idee gut. Doch mit der Baugenehmigung ist das schwierig. Außerdem sind ihm bisher die Kosten für den Auf- und Abbau der Hütte zu hoch.“

...seine Liebe zum Fußball und MSV.

„Ich bin im Duisburger Norden in einer Siedlung mit 20, 30 gleichaltrigen Kindern groß geworden. Nach der Schule wurde sofort der Ball herausgeholt. In unserem Haus hat damals auch Norbert Fruck gewohnt. Der spielte zu der Zeit für den MSV in der Bundesliga. Sein jüngerer Bruder war mein bester Freund. Und so habe ich in meiner Kindheit bereits viele Stadien kennen lernen dürfen. MSV-Fan bin ich, seit ich denken kann.“

...das Image von Duisburg.

„Mafia-Morde, Rocker-Krieg, Loveparade-Katastrophe – da fragt man sich schon manchmal schon, was die Stadt eigentlich verbrochen hat. Doch ich bleibe Duisburger mit Leib und Seele. Die Leute haben hier eine ausgesprochene Lockerheit, die nicht aufgesetzt ist. Das ist ein Pfund, mit dem wir noch viel stärker wuchern sollten.“

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