Politik

Städtischer Immobiliendienst soll zurück ins Rathaus

Jetzt wird saniert, aber beim IMD selbst, hier beim Startschuss für die Toilettensanierung am Walther Rathenau-Berufkolleg 2017, links IMD-Chef Christoph Weber, OB Sören Link (Mitte) und IMD-Leiter Karl-Wilhelm Overdick (2. v. r.)

Foto: Lars Fröhlich

Jetzt wird saniert, aber beim IMD selbst, hier beim Startschuss für die Toilettensanierung am Walther Rathenau-Berufkolleg 2017, links IMD-Chef Christoph Weber, OB Sören Link (Mitte) und IMD-Leiter Karl-Wilhelm Overdick (2. v. r.)

Duisburg.   Das Duisburger IMD kümmert sich um die fast 1200 städtischen Gebäude. Nun soll der 2002 gegründete Eigenbetrieb wieder zurück zur Stadtverwaltung.

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Beim städtischen Immobiliendienst IMD bleibt kein Stein auf dem anderen: Der 2002 aus der Stadtverwaltung ausgegliederte Bereich für alle städtischen Gebäude mit rund 450 Mitarbeitern soll nach dem Vorschlag von Oberbürgermeister Link aufgelöst und wieder Teil der kommunalen Verwaltung werden. Zu groß ist die Unzufriedenheit in der Stadtspitze, in der Politik, aber auch bei Schulen oder Kindergärten als IMD-Mieter über den Service des Immobilienmanagements.

Neue Doppelspitze seit 2016

Damit haben die bisherigen Maßnahmen, den IMD effizienter und schneller zu machen, offenbar keinen Erfolg gezeigt. Er ist etwa für die Gebäudebewirtschaftung der fast 1200 städtischen Immobilien verantwortlich. 2015 hatte OB Link den damaligen IMD-Chef Uwe Rohde auch gegen Proteste aus der Belegschaft überraschend abgesetzt. Eine neue Doppelspitze wurde installiert: Anfang 2016 mit dem CDU-Ratsherren Karl-Wilhelm Overdick als kaufmännischen Leiter und Ende 2016 mit dem aus der Privatwirtschaft geholten Immobilien-Ökonom Christoph Weber.

Doch die Klagen blieben. Schon zu Rohdes Zeiten war kritisiert worden, dass der IMD seinen Aufgaben etwa bei Schulinstandsetzungen, Brandschutzsanierungen und Kindergarten-Neubauten nicht nachkommt, dass es in Planung, Organisation und Kommunikation nicht stimmt. „Die zurückliegenden Veränderungsprozesse zeigten keine nachhaltige Wirkung und konnten die Unzufriedenheit bei den Kunden und innerhalb der Belegschaft nicht anhaltend beilegen“, schreibt Link denn auch in einer Mitteilung an die IMD-Mitarbeiter und erklärt weiter: „Selbstverständlich ist mir klar, dass ich mit diesem Schreiben in Reihen des IMD auch Unsicherheiten hervorrufen werde.“

In der Ratssitzung am 7. Mai will sich Link in der Politik grünes Licht dafür holen, die Wiedereingliederung des IMD in die Stadtverwaltung prüfen zu lassen. Dazu sollen auch Fachgutachten eingeholt werden. Am Mittwoch informierte die Stadtspitze SPD und CDU darüber. Bei der SPD gab es einhellige Zustimmung, auch die CDU-Fraktion sah nach mehr als einstündiger Beratung „Handlungsbedarf“.

Hinter den Kulissen rumorte es gewaltig

Öffentliche Kritik am IMD gab es zu Rohdes Zeiten selten. Nicht aus der Politik, auch nicht aus dem Rathaus. Aber stadtintern und hinter den Kulissen rumorte es gewaltig. Schuldirektoren und Kindergartenleitungen beschwerten sich, weil Sanierungen oder Projekte im millionenschweren Programm „Gute Schule“ eben nicht gut liefen. Und tun diese heute weiterhin. Eine Ausnahme war der öffentliche Zorn im vergangenen Jahr wegen der schleppenden Planung für einen Turnhallenbau am Steinbart-Gymnasium. „Die neue IMD-Führung hat die Erwartungen nicht erfüllt“, heißt es aus SPD-Kreisen.

Die Zentralisierung der städtischen Gebäudebewirtschaftung 2002 im neu gegründeten IMD sollte Duisburgs kommunales Immobilienmanagement eigentlich wirtschaftlicher und professioneller machen. Das IMD wurde den wachsenden Aufgaben mit den Jahren aber nicht mehr Herr: Brandschutzsanierung, nicht nur in der Mercatorhalle, der Bau von Flüchtlingsheimen, die Kommunale Investitionsoffensive KiDu mit 80 Millionen Euro und die Schulprogramme banden Kräfte und Geld. „Durch den großen Aufgabenbestand und seine Strukturen ist das IMD an die aktuellen Herausforderungen nicht in ausreichendem Maße angepasst“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Rat. Auch in ihr bleibt die „Unzufriedenheit“ bei Kunden und Mitarbeitern nicht unerwähnt.

Auch das stadtinterne „Mieter-Vermieter-Modell“ habe nur „zusätzliche verwaltungsaufwendige Schnittstellen“ geschaffen, so der kritische Rückblick. Mit der Rückkehr unters Rathausdach ließen sich Strukturen vereinfachen und Geschäftsabläufe effektiver gestalten. Als mögliche Stadtressorts für IMD-Teile gilt das Baudezernat und das Personaldezernat. Neubauten und Flächenentwicklung könnten auf die Wohnungstochter Gebag übertragen werden – dort arbeitet mittlerweile Ex-IMD-Chef Rohde.

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