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Sportlich, arm, laut - Das sagen Statistiken über Duisburg

Duisburgs Wahrzeichen auf einen Blick: Doch welche Menschen leben in dieser Stadt?

Duisburgs Wahrzeichen auf einen Blick: Doch welche Menschen leben in dieser Stadt?

Foto: dfsaf

Duisburg.   In der Stadt gibt's günstige Mieten und gute Ausbildungschancen, dennoch sind viele Duisburger arm. Wissenswertes über Duisburg in positiven und negativen Zahlen lesen Sie hier.

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In Duisburg können Bürger relativ günstig wohnen, es gibt eine Universität, aber auch jede Menge Einwohner ohne Beschäftigung. Wie lebt es sich hier? Wie sieht ein Durchschnitts-Duisburger aus? Was sagen die Statistiken?

Aktuell wohnen in der Stadt an Rhein und Ruhr rund 488.472 Menschen. Im Vergleich zum Jahr 2012 ist die Bevölkerungszahl leicht angestiegen. Der Trend für die kommenden Jahre sagt aber etwas anderes voraus: Schon 2027 könnte es nur noch 455.800 Duisburger geben. Das ist ein Rückgang um 6,7 Prozent. Zum Vergleich: NRW-weit erwarten Experten einen Bevölkerungsrückgang um 2,6 Prozent. Kamen im Jahr 2013 noch 4132 Kinder in Duisburg zur Welt, standen diesen 6539 Todesfälle gegenüber.

Hohe Arbeitslosenquote

In puncto Arbeitslosigkeit sieht es für Duisburg nicht gerade rosig aus: Im gesamten Ruhrgebiet liegt die Quote der Erwerbslosen bei rund elf Prozent. Duisburg überbietet diesen Wert. Im Dezember 2014 waren 12,5 Prozent der Bürger ohne Job. Immerhin: Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen im Vergleich zu anderen Städten gar nicht schlecht. 2600 Ausbildungsstellen standen zuletzt für 3463 Bewerber zur Verfügung. Das sind 0,75 Stellen pro Bewerber.

Viele Duisburger Schulabgänger beendeten 2013 ihre Laufbahn mit der Hochschulreife (44,5 Prozent). 2,9 Prozent erreichten die Fachhochschulreife. Darauf folgen die Abgänger mit Fachoberschulreife (31 Prozent). Einen Hauptschulabschluss machten 15,9 Prozent der Schüler. 5,6 Prozent verließen die Schule ohne Abschluss. Die Zahl der Schulabgänger mit Hochschulreife liegt unter dem Schnitt für NRW im Jahr 2014 (64 Prozent).

Günstige Mieten – gerade für Studenten

Duisburg gehört zu den 15 Deutschen Großstädten mit dem geringsten Mietpreisanstieg seit 2009. Die Preise sind um etwa 7,9 Prozent gestiegen. Im Jahr 2012 lag die Miete in Duisburg zum Beispiel bei 6,36 Euro, im Vergleich dazu in Düsseldorf bei 10,34 Euro pro Quadratmeter.

Vergleichen mit anderen Universitätsstädten wohnen Studenten der Universität Duisburg-Essen in Duisburg besonders günstig: Für ein WG-Zimmer zahlen sie im Schnitt 220 Euro. Damit ist Duisburg nur halb so teuer für den akademischen Nachwuchs wie die teuerste Studi-Stadt München, wo Studenten durchschnittlich fast 500 Euro für ein WG-Zimmer bezahlen. Allerdings können Stunden auch in den Nachbarstädten im Ruhrgebiet relativ günstig wohnen.

Lärmbelastung und Grünflächenausgleich

Auf Duisburger Stadtgebiet ist es aktuell relativ laut. Ein Ranking der lautesten Großstädte Deutschlands zeigt Duisburg auf Platz 11. Denn auf 46,8 Prozent der Stadtfläche wurden über 55 Dezibel gemessen. Ab dieser Lautstärke wird von Lärmbelastung gesprochen.

Ein Ruhiges Plätzchen findet zumindest ein Teil der Duisburger in einem der 6.330 Schrebergärten. Mit der Anzahl dieser kleinen Privatgärtchen liegt die Stadt auf Rang 12 im Vergleich zu anderen Großstädten.

Insgesamt sind 8,1 Prozent der Stadt Grünanlagen oder Erholungsfläche. In diesem Punkt muss sich Duisburg gegen andere Ruhrgebietsstädte geschlagen geben. In Essen zum Beispiel beträgt der Anteil stolze 12,6 Prozent.

Suchtkranke in Duisburg

Wieviele Drogenabhängige in Duisburg leben, kann die Stadt nicht ganz genau sagen. Um die 3000 Menschen seien heroinabhängig, 6000 bis 8000 Duisburger konsumieren regelmäßig Cannabis. Die Dunkelziffer soll allerdings weitaus höher sein. Die geschätzten Zahlen blieben in den vergangenen Jahren konstant. Aktuell werden um die 1000 Menschen in Duisburg wegen ihrer Sucht behandelt.

Beim Thema Alkoholabhängigkeit kann die Stadt dagegen gesicherte Zahlen nennen. Aktuell weisen etwa 20.000 Duisburger Suchtsymptome auf, oder sind stark gefährdet, in die Sucht zu rutschen.

Duisburg ist eine bunte Stadt 

Duisburg ist multikulti. Menschen aus über 140 Nationen leben hier (Stand 2014). 173.000 haben eine Zuwanderungsgeschichte. 82.000 Duisburger haben keinen deutschen Pass. Den mit Abstand größten Anteil der Bürger ohne deutsche Staatsbürgerschaft stellen Türken (36.100). Es folgen Rumänen (5358), Bulgaren (4809), Polen (4766) und Italiener (3289). Aus insgesamt 21 Ländern stammt jeweils nur ein Duisburger. Unter anderem aus Madagaskar, Nicaragua, von den Seychellen oder aus Myanmar.

Ein Ort für Alte und Pflegebedürftige

Aktuell gibt es in Duisburg 63 ambulante Pflegedienste. Für Menschen, die nicht mehr alleine leben können, stehen 58 vollstationäre Einrichtungen mit insgesamt 5127 Plätzen zur Verfügung. 48 Einrichtungen bieten zusätzlich Kurzzeitpflege mit 260 Plätzen an. Drei Einrichtungen haben sich auf die Kurzzeitpflege spezialisiert Sie bieten 28 Betreuungsplätze. Möglichkeiten zur Tagespflege für insgesamt 123 Klienten gibt es in neun Häusern. Im einzigen Duisburger Hospiz werden zwölf Menschen betreut. Elf Pflegedienste bieten auch Palliativpflege an.

Ältere Menschen und Pflegebedürftige können zur Zeit in sechs ambulant betreuten Wohngemeinschaften wohnen und so auch im Alter in einem geregelten Rahmen selbstständig bleiben. Weitere sollen hinzukommen.

1,4 Prozent der Bevölkerung waren im Jahr 2005 an Demenz erkrankt, davon 7,22 Prozent ab dem 65. Lebensjahr. Bis zum Jahr 2020 wird die Zahl steigen. Insgesamt sollen dann 1,5 Prozent betroffen sein, ab dem Alter von 65 Jahren 8,2 Prozent. 52.183 schwer behinderte Menschen leben in der Stadt. Das sind 10,6 Prozent der gesamten Duisburger Bevölkerung.

Körperliche Ertüchtigung in Duisburg

461 Sportvereine sind beim Duisburger Sportbund gemeldet. Ihnen gehören 99.361 Mitglieder an. Hier haben die Frauen aber mächtig Nachholbedarf. Sie stellen nur 36.689 Sportlerinnen. Dagegen sind 62.672 Männer sportlich aktiv.

Mit 12,1 Sportstätten pro 10.000 Einwohner schneidet Duisburg im Vergleich zu anderen Städten gar nicht mal so schlecht ab. Während es in Berlin 14 sind, ist Frankfurt am Main ein Negativbeispiel: Dort drängen sich 10.000 Einwohner auf lediglich 5,6 Sportstätten.

Viele Schwarzfahrer und Parksünder in Duisburg

Vier Prozent der Duisburger sind ohne Ticket in Bussen und Bahnen unterwegs - damit gehört die Stadt zu den vier Großstädten mit der höchsten Schwarzfahrerquote.

Darüber hinaus Parken die Bürger gerne falsch. Rund zehn Millionen Euro hat die Stadt Duisburg im Jahr 2012 durch Knöllchen eingenommen.

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