Geburtstag

Sonne und Blumen zum 108. Geburtstag

Hedwig Wickert freut sich über viele gelbe Blumen zum 108. Geburtstag.

Foto: Stephan Eickershoff

Hedwig Wickert freut sich über viele gelbe Blumen zum 108. Geburtstag. Foto: Stephan Eickershoff

Dellviertel.   Die älteste Duisburgerin heißt Hedwig Wickert und ist noch immer ganz schön fit. Sie liest noch immer ohne Brille – vor allem Liebesschmöker.

Hedwig Wickerts blaue Augen strahlen. Sie lacht und kann ihr Glück kaum fassen, als sich immer mehr Menschen mit Blumen und Geschenken in ihrem Zimmer des Helios Seniorenheims St.Vincenz einfinden. Alle wollen ihr gratulieren, der ältesten Frau Duisburgs. 108 Jahre ist sie – und noch immer lebensfroh und lustig.

Über die vielen Sonnenblumen, die sie geschenkt bekommen hat freut sie sich und über die Sonne am Himmel und über ein Stückchen Kuchen. Eigentlich über alles, über das Leben an sich. Denn davon hat Wickert noch lange nicht genug. „Man muss immer weiter machen“, sagt sie und lacht. Ist das ihr Rezept, um so alt zu werden? Schließlich, hält sie fest, ist sie jetzt so alt geworden wie Sänger Johannes Heesters. Sie zuckt die Schultern. Nein, ein Rezept habe sie nicht. Alt werde man schließlich fast von alleine.

Wickert liest noch immer ohne Brille

Wer jedoch in ihre blauen Augen blickt, sieht keineswegs eine 108-Jährige. Klar und scharf ist ihr Blick. Sie drücken die Fröhlichkeit und Gutmütigkeit aus, mit der Lebens- und Weggefährten sie beschreiben. Und sie verrichten immer noch ihren Dienst. Wickert liest Bücher und Zeitung ohne Brille. Vor allem die Schmöker ihres Lieblingsschriftstellers, Nicolas Sparks, führt sich die äußerst rüstige Seniorin immer wieder gerne zu Gemüte.

Erst mit 101 kam sie in das Heim der St.-Vincenz-Klinik. Kurz zuvor war sie gestürzt, gebrochen hatte sie sich allerdings nichts. Maria Miggel, Freundin und Betreuerin, erinnert sich an die Zeit. „Sie nahm den Sturz hin, fand, dass der Herrgott damit ausdrücken wollte, dass sie nun besser in ein Heim gehen sollte“, sagt sie. Seit frühster Kindheit kennt Miggel die Jubilarin. „Ihre Schwester war eine sehr gute Freundin meiner Mutter, wir wohnten nebeneinander“, sagt sie. Heute besucht sie Wickert regelmäßig, schwatzt und lacht mit ihr.

Große Feier im Speisesaal

Manchmal plauschen die beiden Frauen auch über vergangene Zeiten. Dann erinnert sich Wickert auch an ihre Arbeit im Marienhospital, wo sie 40 Jahre lang in der Buchhaltung tätig war. der Job machte ihr immer Freude. So sehr sogar, dass sie sich nicht davon trennen konnte. Selbst, als sie schon 75 Jahre alt war, brachten ihre Kollegen ihr die Arbeit noch nach Hause.

An ihrem Ehrentag tischen die Mitarbeiter des Seniorenheims kräftig auf. Im Speisesaal gibt es Kuchen und Kaffee. Auch ein Ständchen singen die Mitarbeiter der 108-Jährigen. Wickert ist unverheiratet, hat keine Kinder, einige Verwandte hat sie, die aber in Deutschland verstreut sind. Doch umringt von Freunden und Mitarbeitern fühlt sie sich sichtlich wohl. „Ein wunderschöner Tag“, findet sie.

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