Betriebsratswahl

Schweißer, Betriebswirt, Betriebsrat in Duisburg

Tekin Nasikkol steht auf der Liste der IG Metall für die Betriebsratswahl bei Thyssenkrupp Steel ganz oben.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Tekin Nasikkol steht auf der Liste der IG Metall für die Betriebsratswahl bei Thyssenkrupp Steel ganz oben. Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Die Vertrauensleute der IG Metall bei Thyssenkrupp Steel haben entschieden: Tekin Nasikkol führt ihre Liste für die Betriebsratswahl an.

Im Betriebsrat beim größten Arbeitgeber Duisburgs steht ein Wechsel an, aber kein Bruch. Mit Wilhelm Segerath und Günter Back treten bei Thyssenkrupp Steel zwei langjährig erfahrene Arbeitnehmervertreter nicht mehr zur Betriebsratswahl vom 14. bis 27. März an. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit werden dem Listenführer der IG Metall-Sicherheitsliste die besten Chancen eingeräumt, künftig an der Spitze der Arbeitnehmervertretung zu stehen. Und ganz oben auf die Liste haben die Vertrauensleute der Gewerkschaft einen ebenfalls erfahrenen Betriebsrat gestellt: Tekin Nasikkol.

Gelernter Schmelzschweißer, studierter Betriebswirt

In den letzten drei Jahren war der 49-Jährige stellvertretender Betriebsratsvorsitzender am wichtigsten Standort des Stahlriesen, zuvor schon Geschäftsführer des Betriebsrates, Betriebsratsmitglied, Jugendvertreter. Seit 33 Jahren ist Nasikkol bei Thyssen beschäftigt, gelernt hat er Schmelzschweißer, neben der Arbeit und schon im Erwachsenenalter hat er erfolgreich Betriebswirtschaft studiert.

„Das war für mich eine wichtige, spannende Zeit“, blickt er zurück: „Ich musste mich da hart reinarbeiten.“ Die Abende nach den Vorlesungen waren dem lernen gewidmet, die Wochenenden, und arbeiten musste er auch noch. Aber er habe schnell gemerkt, dass studierte Menschen auch nur mit Wasser kochen. Und: „Wirtschaft ist kein Hexenwerk.“

Stahlarbeiter sind stets „Abwehrkämpfer“

Geboren ist Nasikkol in Hamborn. Sein Vater war in der Türkei für die Arbeit bei Thyssen angeworben worden. „Er war in Duisburg glücklich“, sagt der engagierte Betriebsrat. Geprägt hat ihn das jahrzehntelange Ringen um sichere Stahlarbeitsplätze seit dem Kampf um die Krupp-Hütte in Rheinhausen. Stahlarbeiter seien seither stets „Abwehrkämpfer“ gewesen. Nun – auch im Zusammenhang mit einer Fusion mit Tata – müsse man ein sicheres Unternehmen schaffen, in dem die Beschäftigten keine Angst mehr haben müssen um ihre Jobs. „Man hat dieser großartigen Belegschaft viel abverlangt, und jetzt ist es Zeit, dass man ihr etwas gibt“, fordert Nasikkol. Der unlängst erreichte Tarifvertrag mit langjährigen Garantien für Arbeitsplätze und Standorte gebe „Schutz und Sicherheit“, sagt Nasikkol selbstbewusst: „IG Metall und Betriebsrat haben in den letzten drei Jahren einen guten Job gemacht.“ Gleichwohl sei Wachsamkeit nach wie vor nötig: „Die großen Herausforderungen kommen jetzt.“

So mahnt er unter anderem an, auch bei einer künftigen Holding weitgehende Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer zu sichern, die nützten auch dem Vorstand gegenüber den Begehrlichkeiten von Finanzinvestoren. Und: „Hier in Deutschland ändert sich gar nichts“.

Für die Betriebsratswahl wünscht sich Nasikkol viele Stimmen für die Liste der IG Metall. Dann gebe es auch weiterhin eine „starke Stimme gegenüber dem Vorstand“.

>>> 600 Vertrauensleute stellen die Liste auf

Zur Betriebsratswahl bei Thyssenkrupp Steel aufgerufen sind im Werk Hamborn/ Beeckerwerth rund 13 000 Mitarbeiter.

Die Sicherheitsliste der IG Metall wurde von den rund 600 gewerkschaftlichen Vertrauensleuten aufgestellt, die wiederum von ihren Kollegen gewählt wurden.

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