Gesundheit

Schlaganfall: Welche Warnsignale Patienten beachten müssen

Jede Sekunde zählt: Bei einem Schlaganfall müssen Patienten so schnell wie möglich ins Krankenhaus und dort behandelt werden. Warnsymptome sollen Betroffene immer ernst nehmen.

Jede Sekunde zählt: Bei einem Schlaganfall müssen Patienten so schnell wie möglich ins Krankenhaus und dort behandelt werden. Warnsymptome sollen Betroffene immer ernst nehmen.

Foto: WALLHORN, Gerd

Duisburg.  Beim nächsten WAZ-Medizinforum in Duisburg informieren Mediziner über die Behandlung bei Schlaganfall. Ihre Botschaft: Jede Sekunde zählt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Jede Sekunde zählt“. Das ist die Kernbotschaft bei einem Schlaganfall. Je schneller ein Patient behandelt wird und das Gehirn wieder mit Blut versorgt wird, um so größer sind die Überlebenschancen und so geringer die Gefahr von Folgeschäden. Doch was sind die Warnsignale bei einem Schlaganfall? Hilfreiche Hinweise geben die Sana-Kliniken und ihr Chefarzt der Neurologie, Prof. Wilhelm Nacimiento, auf dem nächsten WAZ-Medizinforum am Mittwoch, 29. Mai, ab 18 Uhr, für das sich Betroffene und Interessierte ab sofort anmelden können.

Sechs Warnsymptome nennt der Facharzt, die auf einen Schlaganfall hindeuten, wenn ein Blutpfropf eine Arterie verstopft oder eine Hirnarterie durch Gefäßverkalkung blockiert ist: Bei Lähmungen oder Schwäche einer Körperhälfte, bei kurzzeitigem Erblinden oder Sehstörungen wie z.B. Doppelbilder, bei plötzlichen Sprechstörungen, starkem Schwindel, plötzlich auftretenden extrem starken Kopfschmerzen oder bei vorübergehenden Bewusstseinsstörungen, ist die Gefahr eines Schlaganfalls groß. Oft können die Störungen nur wenige Minuten andauern.

„Schon bei einem der Warnsignale“, rät Dr. Nacimiento, sollten die Betroffenen oder Angehörige handeln, zum Arzt gehen oder direkt ins Krankenhaus. Bei rund 40 Prozent der Behandlungsfälle in den Sana-Kliniken, kommen die Patienten auf eigene Initiative ins Krankenhaus. Das ist dann oft schneller als mit einen Rettungswagen.

Zwei Stroke Units in Duisburg

„Die ersten Stunden nach einem Schlaganfall sind die wichtigsten, um Spätfolgen, möglichst gering zu halten“, unterstreicht der Neurologe. Die Sana-Kliniken sind neben dem St. Johannes-Krankenhaus in Hamborn eine der beiden Duisburger Kliniken mit einer Stroke Unit“-Abteilung, in der Schlaganfall-Patienten spezialisiert und interdisziplinäre behandelt werden.

Schnell können die Ärzte in der Stroke Unit bei ihren Untersuchungen und mit CT-Bildern erkennen, ob tatsächlich ein Schlaganfall vorliegt. Und ebenso schnell bei akuten Fällen behandeln. Oft werden extrem starke und schnell wirkende blutverdünnende Mittel eingesetzt, die zugleich die Thromben auflösen. Steigend ist die Zahl der Patienten, bei denen die Ärzte über einen Katheter, der in der Leiste eingeführt wird, den Blutpfropfen in der Arterie mechanisch herauslösen und die Blutbahn wieder frei machen. Wie das funktioniert soll ein kleiner Film während des Medizinforums zeigen.

Ursachen für einen Schlaganfall

Zur akuten Behandlung kommt die Ursachenforschung: Was ist die Ursache für den Schlaganfall? Denn sie müssen behandelt werden, um weitere Schlaganfälle zu verhindern. Die Risikofaktoren sind oft bekannt: Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzrhythmusstörungen, Diabetes, Übergewicht, erhöhter Cholesterinspiegel und natürlich das Rauchen.

Für viele Schlaganfall-Patienten setzt danach bei Bewegungs- oder Sprachstörungen eine Rehabilitationsbehandlung ein. Auf die besonderen neuro-psychologischen Folgen will Dr. Martina Nolden-Koch eingehen. Denn Betroffene können gravierende Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis haben oder sind nicht mehr in der Lage, Alltägliches wie Kaffeekochen oder Schuhe zubinden zu bewältigen. „Das birgt oft Konfliktpotenzial. Es ist wichtig, darüber zu reden, es zu erkennen und zu behandeln“, so die Ärztin für Neurologie.

Info: Anmeldungen zum Medizinforum

Für das kostenlose WAZ-Medizinforum zum Thema Schlaganfall im Hörsaal der Sana-Kliniken in Wanheimerort am Mittwoch, 29. Mai, ab 18 Uhr können sich Interessierte ab sofort einen der Plätze sichern und sich unter der WAZ-Hotline 0201/804-8058 anmelden.

Schon ab 14 Uhr bieten das Regionale Schlaganfallbüro und die Selbsthilfegruppe Informationen rund um den Schlaganfall im Foyer des Krankenhauses, Zu den Rehwiesen 9. Dort werden auch Blutdruckmessungen angeboten und es gibt Tipps zu Reha-Gruppen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben