Saison startet mit Mahlers monumentaler Fünfter

Das Bewerber-Karussell um die Nachfolge von Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi gewinnt an Fahrt. Den Auftakt bestritt im 1. Philharmonischen Konzert der Saison mit Antony Hermus ein alter Bekannter der Duisburger Philharmoniker. Hermus, der als erfolgreicher GMD in Hagen Erfahrungen mit dem Amt gesammelt hat und auf eine beachtliche Karriere zurückblicken darf, ist Duisburgern von diversen Konzerten vertraut.

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Das Bewerber-Karussell um die Nachfolge von Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi gewinnt an Fahrt. Den Auftakt bestritt im 1. Philharmonischen Konzert der Saison mit Antony Hermus ein alter Bekannter der Duisburger Philharmoniker. Hermus, der als erfolgreicher GMD in Hagen Erfahrungen mit dem Amt gesammelt hat und auf eine beachtliche Karriere zurückblicken darf, ist Duisburgern von diversen Konzerten vertraut.

In der voll besetzten Mercatorhalle standen mit Gustav Mahlers Fünfter Symphonie und einem zeitgenössischen Blockflöten-Konzert des Niederländers Willem Jeths Werke auf dem Programm, die hohe Ansprüche an Klangsinn, formale Übersicht und eine ausgewogene Disposition des Orchesterklangs stellen. Das filigrane Konzert von Willem Jeths bereitete Hermus nicht die geringsten Probleme. Zum erstaunlich voluminösen Ton des Solisten Erik Bosgraaf schuf Jeths einen transparenten orchestralen Kommentar, der durch Glasharmonika, Celesta, Glockenspielen und allerlei klingenden Zierrat die überwiegend lyrisch weitgespannten melodischen Linien des Soloinstruments in keinem Takt überlagerte. Weder den Dirigenten noch die sensibel reagierenden Philharmoniker, erst recht nicht den versierten Solisten, brachte das knapp gebaute Werk auch nur ansatzweise in Bedrängnis. Mahlers Fünfte ist da von anderem Zuschnitt. Die teilweise riesigen Dimensionen der fünf Sätze hielt Hermus unter Kontrolle. Der Dirigent bewies formale Übersicht und sorgte auch in Sätzen, die durch starke stilistische Kontraste zu zersplittern drohen, für Zusammenhalt. Dem Trauermarsch fehlte es nicht an Gewicht, dem Furioso des zweiten Satzes nicht an aggressiver Attacke, dem milderen Scherzo mit der glänzenden Solo-Hornistin Magdalena Ernst nicht an klanglicher Wärme und dem berühmten Adagietto nicht an Entrücktheit. Allerdings arbeitete Hermus die dynamischen Kontraste so massiv aus, dass er an vielen exzessiven Höhepunkten die Ausgewogenheit zwischen übermächtigen Bläsern und unterlegenem Streicherapparat nicht gewährleisten konnte. Da klang zu viel laut, aber nicht unbedingt druckvoll.

Davon unberührt, bleiben der insgesamt starke Eindruck, den die Interpretation beim Publikum hinterließ, und mehr noch das exzellente Spielniveau des Orchesters. An begeistertem Beifall mangelte es dem Saison-Auftakt jedenfalls nicht.

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