Theater am Marientor

Ralph Siegels Musical „Zeppelin“ im Landeanflug in Duisburg

Die „Hindenburg“ ging am 6. Mai 1937 nach einer Explosion auf dem Luftschiffhafen von Lakehurst bei New York in Flammen auf.

Die „Hindenburg“ ging am 6. Mai 1937 nach einer Explosion auf dem Luftschiffhafen von Lakehurst bei New York in Flammen auf.

Duisburg.   Dienstag sollte das Musical von Ralph Siegel im Duisburger Theater am Marientor vorgestellt werden, doch der Termin wurde abgesagt.

Eigentlich sollte am Dienstag im Theater am Marientor das Musical vorgestellt werden, das nach der Semmel-Erfolgsproduktion „Wahnsinn!“ im kommenden Jahr für Furore sorgen soll. Doch die Pressekonferenz zu Ralph Siegels „Zeppelin“ wurde kurzfristig abgesagt. „Aus terminlichen Gründen“, wie Julia Jonas von der Berliner Agentur Redcarpet sagt. „Wir waren noch nicht so weit.“ In Kürze werde es einen neuen Termin geben.

TaM-Chefin Sabine Kühn, die sich intensiv um „Zeppelin“ fürs Duisburger Musicalhaus bemüht hatte, war im Theater nicht zu erreichen. Sie sei schon letzte Woche krank gewesen, hieß es. Der Blick auf die TaM-Homepage nährt allerdings den Verdacht, dass es hinter den Kulissen erneut brennen könnte. Im Impressum wird Sabine Kühn nicht mehr als einzige Vertretungsberechtigte der TaM Betriebsgesellschaft mbH genannt, sondern jüngst steht ihr Mann Stefan Kühn an erster Stelle.

Neues von der TaM-Homepage

Erst im August 2017 hatte es eine ähnliche Überraschung gegeben: Sabine Kühn wurde ersetzt durch Musical-Produzentin Andrea Friedrichs, die auch „Wahnsinn!“ betreut hat. Drei Wochen später war der Name von Andrea Friedrichs wieder verschwunden, Sabine Kühn zurück auf ihren Posten.

Stefan Kühn, der wegen dubioser Finanzgeschäfte vorbestraft ist, hatte sich bislang aus der Leitung des Theaters heraus gehalten. Seine Autark Invest AG hatte das TaM nach langem Leerstand 2015 für 2,5 Millionen Euro gekauft. Seine Frau Sabine Kühn ging zunächst mit Wolfgang DeMarco gemeinsam an den Start, das Musical-Theater wieder mit Leben zu füllen. DeMarco hatte sich zuvor über Jahre vergeblich um den Kauf des TaM bemüht, um hier sein Musical „Braveheart“ heraus zu bringen. Das Projekt scheiterte, DeMarco war raus, Sabine Kühn engagierte mit Kurt Hrubesch einen Theaterleiter, der zuvor 19 Jahre lang den Musical Dome in Köln geleitet hatte. Er blieb bis November 2017.

Seit Februar läuft erfolgreich „Wahnsinn!“ an der Plessingstraße. Doch im schnelllebigen Musical-Geschäft müssen zündende Anschlussproduktionen her. Von Juli bis Jahresende steht das Kindermusical „Katta“ auf dem Programm. Mit „Zeppelin“ glaubte Sabine Kühn, das nächste Erfolgsstück zu landen. Produzent Ralph Siegel („Ein bisschen Frieden“) hat sein Musical über die letzte Fahrt der „Hindenburg“ im Mai 2017 im Berliner Wintergarten vorgestellt. Bei einem sogenannten Reading, einer szenischen Lesung, bei der die Darsteller vom Blatt singen, warb der Schlagerkönig um Produzenten.

Das Musical hat Siegel gemeinsam mit dem Wiesbadener Autor Hans Dieter Schreeb erarbeitet. Es schildert das Unglück, bei dem das Luftschiff „Hindenburg“ 1937 in Lakehurst bei New York in Flammen aufging und 36 Menschen getötet wurden. Es geht aber auch um das Leben des Grafen Ferdinand von Zeppelin, der die Luftschiffe in den Jahrzehnten davor marktreif gemacht hatte. Er starb 1917.

Siegel schilderte in einem Interview in der Berliner Zeitung, sein sechstes Musical sei ein Stück von zweieinhalb Stunden, melodiös, dramatisch und ende mit einem Requiem. Er träume auch von einer Aufführung am Broadway.

>> ZUR PERSON: RALPH SIEGEL

Ralph Siegel, geboren 1945, komponierte Schlager etwa für Mary Roos, Heino, Udo Jürgens und Dschinghis Khan. 1982 siegte Nicole beim Eurovision Song Contest (Grand Prix) mit seinem Lied „Ein bisschen Frieden“. Beim Eurovision Song Contest schreibt er seit 2012 Lieder für San Marino. Von bislang fünf Versuchen schafften es zwei ins Finale.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik