Tierheim-Pudel

Pudel Pepi weint nicht mehr: Wo der Tierheim-Hund nun lebt

| Lesedauer: 6 Minuten
Neues Zuhause, neues Glück: Pudel Pepi aus dem Tierheim in Duisburg ist endlich wieder fröhlich.

Neues Zuhause, neues Glück: Pudel Pepi aus dem Tierheim in Duisburg ist endlich wieder fröhlich.

Foto: Kathrin Hänig

Duisburg.  Der traurige Pudel Pepi im Tierheim Duisburg: Das Schicksal des Hunde-Opas hat viele bewegt. Doch er hat ein neues Zuhause gefunden. Ein Besuch.

Der gefleckte kleine Hund liegt auf der grauen Eckcouch. Dort fühlt er sich nun so richtig pudelwohl. Pepi hat das geschafft, was nicht viele in seinem Opi-Alter noch schaffen: Er hat mit 13 Jahren noch ein neues Zuhause gefunden. Das Happy End hat nämlich eine traurige Vorgeschichte: Der schwarz-weiß gescheckte Pudel aus Duisburg landete, nachdem sein Frauchen verstorben und sein Herrchen zu alt geworden waren, im Tierheim in Duisburg.

Und da hat sich der kleine Kerl überhaupt nicht wohlgefühlt, hockte immerzu bei den Mitarbeitern im Büro. Auch wir stellten den damals noch ziemlich zotteligen Vierbeiner zum Auftakt unserer „Tier in Not“-Serie vor. „Pudel Pepi weint viel“, lautete die Schlagzeile zu einem Bericht über einen Vierbeiner mit „einem liebenswerten und liebesbedürftigen Charakter“. Das verfing.

Pudel Pepi aus dem Tierheim in Duisburg: Liebe auf den ersten Klick

Für eine junge Frau aus Haltern war es Liebe auf den ersten Klick: Nina Marie (25) entdeckte den lockigen Zausel im Internet. Sofort war es um sie geschehen. Jetzt lebt Pepi bei ihr in Haltern am See.

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Die 25-Jährige wollte schon immer einen eigenen Hund haben. „Eines abends saß ich hier auf meiner Couch und googelte mich durch die verschiedenen Tierheim-Seiten“, erzählt die junge Halternerin. Nina Marie wuchs mit Hunden auf. „Aber einen eigenen hatte ich noch nie. Dazu gesellte sich dann auch eine Tierhaarallergie. Daher kamen auch direkt nur wenige Rassen in Frage.“

Als sie dann Pudel Pepi in Duisburg entdeckte, schrieb sie noch am selben Abend eine Mail ans Tierheim. Gleich am nächsten Tag meldete sich eine Mitarbeiterin aus Duisburg. Mittwochs darauf war Nina Marie in Duisburg - zum Kennenlernbesuch. Pepi hatte sich ohne Umwege in ihrem Herzen verlaufen. „Ich war noch vier Mal da, dann durfte ich ihn mitnehmen.“

Vierbeiner hat sogar Frauchens Bett erobert

Die obligatorische Probewoche im eigenen Heim verlief harmonisch. Pepi lebte sich gut ein, eroberte Balkon, Wohnzimmercouch und sogar das Bett der jungen Frau. „Ich hab mich sehr schnell an den kleinen Kerl gewöhnt. So muss das wohl auch mit einem Kind sein. Sobald er sich bewegt, bin ich wach und warte, was Pepi macht.“

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Der wuschelige Hund ist sehr auf sein neues Frauchen fixiert. „Er rennt mir immer hinterher, auch wenn ich mal ins Bad muss.“ Aber nicht nur Pepi behält sein Frauchen im Fokus. Auch Nina Marie kann ihre Augen nicht abwenden. „Er schläft immer bei mir auf einer Decke auf meinem Bett. Nur in einer Nacht, da ist er abgehauen. Hat sich in sein Körbchen im Wohnzimmer gelegt. Da hab ich aber geguckt.“

Pepi kann gar nicht gut allein sein

So ein neuer Mitbewohner bringt aber auch das Leben durcheinander. „Ich hatte gedacht, dass ich ja recht viel zu Hause bin. Seit Pepi da ist, merke ich aber, dass einiges doch nicht mehr so mal eben geht. Zum Sport kann er ja zum Beispiel nicht mit. Oder einkaufen.“ Als es noch kälter war, hatte Pepis Frauchen ihn einmal im Auto gelassen. „Das fand er gar nicht gut“, erzählt sie und organisiert jetzt eine Freundin oder ihren Vater als Aufpasser.

Nina Marie arbeitet als Assistentin im Personalbereich und muss ins Büro nach Essen fahren. „Mittlerweile bin ich aber zu 90 Prozent im Homeoffice. Wenn ich dann doch nach Essen ins Büro muss, passt mein Vater auf Pepi auf. Da bringe ich den Kleinen schon einen Abend vorher zu meinen Eltern. Das klappt mittlerweile auch sehr gut.“

Hunde-Opa sorgte für Gesprächsstoff im Familien- und Bekanntenkreis

Dass sich die junge Frau einen so alten Hund angeschafft hat, gab natürlich auch ordentlich Gesprächsstoff im Familien- und Bekanntenkreis. „Ob man dem Hund dann überhaupt noch etwas beibringen kann und wie lange er noch lebt. Solche Fragen kamen da schon auf. Aber ich habe auch schon einen Pudel getroffen, der 20 Jahre alt wird“, erzählt sie. Sie war verliebt und wollte davon nichts hören.

„Das Tierheim hat mir erklärt, was so auf mich zukommen kann. Pepi hat entzündetes Zahnfleisch und nur noch wenige Zähne. Die müssen bald auch noch raus.“ Außerdem kann es sein, dass er bald Medikamente bekommen muss, weil er einen Mitralklappenfehler hat. Das Herz! „Das kostet ja alles auch Geld.“ Was sie aber nicht abschreckt.

Liebeserklärung an den Vierbeiner

Und beigebracht hat sie ihm sehr wohl schon einiges. Pepi läuft mittlerweile ohne Leine, das Kommando „Sitz“ klappt schon sehr gut und am Anfang hat er gar nicht mit anderen Hunden gespielt und unterwegs auch gar nicht viel geschnuppert. „Mittlerweile spielt er mit einigen Hunden hier aus der Gegend. Er blüht richtig auf und das ist so schön zu sehen.“ Ganz neuer Pep für den alten Pepi.

Die Sorgen um das Tier mit seinen greisenbedingte Beschwerden nimmt die 25-Jährige gerne auf sich: „Pepi bereichert mein Leben so sehr. Das war die beste Entscheidung meines Lebens.“ Eine schönere Liebeserklärung kann man wohl einem Hunde-Opa nicht machen.

>> TIERHEIM DUISBURG: FÜNF BESUCHE UND PROBEWOCHE VOR VERMITTLUNG

  • Der gefleckte Pudel Pepi war Teil unserer Serie „Tier in Not“. Wir stellen regelmäßig Tiere aus dem Duisburger Tierheim vor.
  • Wer sich für ein Tier interessiert, muss das Tier fünf Mal im Tierheim besuchen. Danach kann es für eine Probewoche mit nach Hause genommen werden.
  • Lisa Marie hat Pepi sofort in ihr Herz geschlossen und dann an das Tierheim eine Schutzgebühr von 150 Euro bezahlt.

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