Geplanten Ausbau der A59

Politik in Hamborn und Meiderich kämpft für mehr Spuren

Die A59 – hier im Bereich Vohwinkelstraße –

Die A59 – hier im Bereich Vohwinkelstraße –

Foto: Hans Blossey

Duisburg-Hamborn.  Die Bezirksvertretungen Hamborn und Meiderich sprechen sich für eine Tunnellösung beim sechsspurigen Ausbau der A 59 aus. Die Kosten sind enorm.

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Der sechsspurige Ausbau der A 59 nördlich der Ruhr ist bislang nicht Thema in der Bezirksvertretung Hamborn gewesen. Offiziell sind die Lokalpolitiker darüber also gar nicht informiert. Gleichwohl haben sie sich in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig darauf festgelegt, eine Tunnellösung dafür zu fordern. Auf Betreiben der SPD kam ein Antrag auf die Tagesordnung.

Darin spricht sich die Bezirksver­tretung dafür aus, bei dem geplanten Ausbau eine Tunnelvariante zu realisieren und auch eine Radschnellverbindung zu berücksichtigen. In welchem Abschnitt dieser Tunnel gebaut werden soll und ob Hamborn überhaupt davon profitieren würde, das sagt der Antrag nicht.

Ausbau ist „das bedeutendste Verkehrsprojekt für den Duisburger Norden“

Dafür heißt es zur Begründung, der Ausbau sei das bedeutendste Verkehrsprojekt für den Duisburger Norden. Gegenwärtig jedoch stelle die Hauptverkehrsachse eine Zäsur im Stadtgefüge dar. Diese Verkehrsschneise auch noch zu verbreitern, das würde zentrale städtische Strukturen nicht nur massiv überlagern, sondern auch unwiederbringlich zerstören. Auf der vorhandenen Trasse würden die Fehlentwicklungen der Vergangenheit lediglich wiederholt, heißt es weiter. Um das zu vermeiden, beantrage die SPD die Tunnelvariante.

Eine Diskussion ergab sich dazu nicht. Auch die Dringlichkeit der Entscheidung war kein Thema. Normalerweise darf die Tagesordnung nur noch erweitert werden, wenn eine Angelegenheit keinen Aufschub duldet. Aber warum das der Fall ist, danach fragte niemand.

Das Baurecht soll bis 2023 geschaffen werden

Vor der Sommerpause hatte der Landesbetrieb Straßen NRW das Projekt auf einer Bürgerinformation vorgestellt. Der Ausbau ist nicht nur im aktuellen Bundesverkehrswegeplan enthalten, sondern darin auch mit dem Vermerk „vordringlicher Bedarf“ versehen. Und das bedeutet, dass dafür auch ein Planfeststellungsverfahren zulässig wäre.

An der Vorbereitung arbeiten die Behörden. Diese Vorplanung nennt sich Linienbestimmung und soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dabei wird untersucht, die Berliner Brücke über Ruhr und Hafen bis zu 40 Meter nach Osten zu verschwenken. Ihr nötiger Neubau ist der Ausgangspunkt für das Projekt. Denn Fachleute geben ihr noch eine Haltbarkeit von rund 15 Jahren. Bis 2023 will die Behörde Baurecht schaffen. Der Ausbau soll dann bis 2030 stattfinden.

Baukosten von rund 200 Millionen Euro – nach heutigen Preisen

Allein für diesen 2,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen Kreuz Duisburg und Untermeiderich sind Baukosten von rund 200 Millionen Euro (nach heutigen Preisen) vorgesehen. Daran anschließen könnte sich nach den Überlegungen der Planer als Entlastung für Meiderich die Tunnelführung ergeben und zwar von Untermeiderich bis Meiderich-Nord. Allerdings wurde schon bei der Bürgerinformation im Juni betont, dass für den Gesamtausbau bis Marxloh ein Budget von 333 Millionen Euro einkalkuliert sei, welches wiederum mit der teuren Tunnellösung überschritten werden müsste.

Meidericher SPD plädiert für eine unterirische Trasse 

Die Aussprache der Bezirksvertretung für Meiderich und Beeck über einen sechsspurigen Ausbau der A 59 begann mit der Diskussion über die korrekte Betreffzeile des Antrags: Zunächst hatte die Fraktion aus Grünen und Linkspartei völlig zurecht beklagt, nicht namentlich im Antragstext genannt worden zu sein.

„Wir haben dies geändert und bedauern, dass das nötig war“, stellte Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann zur Zufriedenheit der Kleinst-Fraktion, bestehend aus dem Beecker Grünen Melih Keser und dem Meidericher Linken Detlef Feldmann, klar.

Ausbau in Brückenform wäre mindestens so eine große Herausforderung wie der Ausbau einer Tunnel-Variante

Um nichts geringeres, sagte CDU-Verkehrsexperte und Fraktionsvorsitzender Christoph Eickhoff, als um das bedeutendste Infrastrukturprojekt für den Bezirk Meiderich/Beeck drehe sich der Antrag: „Der sechsspurige Ausbau in Brückenform wäre mindestens so eine große Herausforderung wie der Ausbau einer Tunnel-Variante“, sagte Eickhoff. Der Verkehr könne beim Ausbau einer möglichen Tunnel-Lösung vom Kreuz Hamborn bis hinter die Ruhr besser fließen, als bei einem Brückenbau. Dies sei aber nur ein Vorteil: „Eine Tunnelbohrung, wie beim U-Bahn-Bau, kann man in Anbetracht der Größe der benötigten Röhre vergessen“, sagt Eckhoff, „da wird eine riesige Grube ausgehoben, die nachher mit Beton zugedeckt wird.“

Alle Bezirksvertreter, die gespannt den Ausführungen von Christoph Eickhoff gelauscht hatten, stimmten im Anschluss für eine Tunnel-Lösung und beauftragten den Oberbürgermeister somit, diese anzustreben.

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