Personalversammlung

Personalnot: Stadt Duisburg will 100 offene Stellen besetzen

Personalknappheit führt bei den städtischen Dienstleistungen, hier im Bürgerseverice des Bezirksamts Süd, immer wieder zu lange Wartezeiten.

Personalknappheit führt bei den städtischen Dienstleistungen, hier im Bürgerseverice des Bezirksamts Süd, immer wieder zu lange Wartezeiten.

Foto: Lars Heidrich

Duisburg.   OB Sören Link und Kämmerin Dörte Diemert verhandeln mit der Bezirksregierung über Einstellungen, um die Personalnot in der Verwaltung zu mildern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Um der drängenden Personalnot zu begegnen will die Verwaltung 100 neue Mitarbeiter einstellen. Das kündigten OB Sören Link und Personaldezernent Martin Murrack am Dienstag bei der Personalversammlung der Stadtverwaltung vor rund 2500 Beschäftigten in der Kraftzentrale des Landschaftsparks Nord an.

Personaletat: 30 Millionen Euro mehr für 2019

„Wir stehen mit der Bezirksregierung in Verhandlungen über möglichst viele externe Einstellungen“, berichtete der OB. Er sei „zuversichtlich, dass das gelingt“. Ausdruck des Optimismus sind zusätzliche 20 Millionen Euro, die Kämmerin Dörte Diemert in ihrem Haushaltsentwurf für 2019 zusätzlich zu einer ohnehin geplanten Steigerung um 10 Millionen Euro für das städtische Personal vorgesehen hat.

Möglich geworden sei das durch den Sparkurs, den der Stärkungspakt Stadtfinanzen des Landes und das damit verbundene Haushaltssanierungskonzept. Das setze zwar einerseits enge Grenzen, der Sparkurs und die seit Jahren anhaltend niedrigen Zinsen zeigen aber Wirkung, so der OB: „Das schafft uns Freiräume, die wir nun nutzen können. Duisburg hat seit 2015 keine neuen Schulden mehr gemacht und 300 Millionen Euro Schulden abgebaut.“

Man spreche mit der Bezirksregierung über „wirtschaftliche Stellen“, erklärte Personaldezernent Martin Murrack. Es sei oft günstiger, benötigte Mitarbeiter unbefristet einzustellen, als Leistungen extern teuer einzukaufen. Darauf hatte zuvor auch Rainer Hagenacker einmal mehr verwiesen. „Diese Vorgaben zum Personaletat sind deshalb sinnfrei.“

IMD will Projekte wie "Gute Schule" 2020 stemmen können

Die gewonnene Beinfreiheit beim Personal werde man nutzen, um etwa die Immobilienverwaltung IMD „bestmöglich aufzustellen“, damit er wichtige Infrastruktur-Projekte wie „Gute Schule 2020“ stemmen kann. „Wir werden so schnell wie möglich die notwendigen Stellen besetzen und dann mit den Beschäftigten über die Struktur reden“, so Sören Link.

Insgesamt sind laut Berechungen des Personalrats rund 500 Stellen inder Verwaltung unbesetzt. Das spürten nicht nur die Bürger beim Straßenverkehrsamt, Sozialamt, im Ausländeramt und in Bibliotheken. „Das Straßenverkehrsamt ist überall“, warnte Hagenacker, „es gibt einen Verlust an Dienstleistungsqualität für die Bürger und bei den Beschäftigten wird auf Verschleiß gefahren.“ Auch „historische hohe Auszubildenden-Zahlen“ (Sören Link) können die Lücken, vergrößert noch durch Ruhestand der alternden Belegschaft und Abwanderung in Nachbarstädte, nicht beheben, waren die Personalräte.

Auch neue Spielräume werden nicht dazu führen, alle freien Stellen zu besetzen, erklärte Personaldezernent Murrack. Möglicherweise würden auch künftig externe Mitarbeiter, etwa von Octeo oder der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung (GfB) eingesetzt, um kurzfristige Engpässe zu beheben. Dagegen hat der Personalrat geklagt.

Über eine Beförderung dürfen sich in diesem Jahr 171 Mitarbeiter freuen. Insgesamt warten darauf fast 500. Die Wartezeiten sind seit 2012 von acht auf nunmehr drei Jahre gesunken.

>>>> SPD-Fraktionschef Bruno Sagurna: Eine gute Nachricht

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Bruno Sagurna, er war Gast der Personalversammlung, bezeichnet die angekündigte Besetzung von 100 freien Stellen als gute Nachricht. „Das wird vor allem die städtischen Ämter mit Bürgerkontakt entlasten.“

Duisburg sei aber weiter verpflichtet, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen und müsse deshalb weiter auch beim Personal sparen, so Sagurna weiter. Mehr Hilfe erwarte er vom Land, etwa bei der Lehrerversorgung und einem Altschuldenfonds.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben